Wie ich mit nur einem Notizbuch auskomme

 
Wann immer ich Autoren nach Notizbüchern frage, besitzen die meisten von ihnen unzählige. Sie lieben sie und können nicht auf sie verzichten.
Für jedes Projekt gibt es ein neues, alles schön ordentlich und übersichtlich.

 
Das habe ich auch versucht, sogar recht lange.
Aber immer wieder hatte ich kein Notizbuch dabei, wenn ich es brauchte und schleppte daraufhin wochenlang sinnlos mehrere durch die Gegend.
Meine häufigsten Fragen an mich selbst waren wohl: Welches Notizbuch stecke ich am besten ein? An welchem Projekt werde ich unterwegs wohl arbeiten? Warum habe ich gerade dieses eine nicht eingesteckt, das ich jetzt brauche?

 
Mich hat dieses System überhaupt nicht zufriedengestellt.
Einerseits schreibe ich kein ganzes Buch für ein Projekt voll, da ich nur handschriftlich notiere, wenn ich unterwegs plotte oder teilweise zu Beginn eines Projektes die ersten Ideen auf Papier banne, was für gewöhnlich auf zwei Blanko-A4-Seiten passt. Die Bücher haben sich gestapelt, wurden nie voll und meist lagen sie nur zu Haus rum.

 
Bis ich mein für mich funktionierendes System gefunden habe, das weit über meine Schreibprojekte hinausreicht.

 
Zu allererst: ich liebe Hardcover-Ringbücher.
Warum? Weil ich überall in sie schreiben kann. Ich brauche keine Unterlage, denn diese bringt das Hardcover mit sich. Ich bekomme in der Bahn keinen Sitzplatz, will aber die Idee sofort festhalten? Aufschlagen, auf einem Unterarm positionieren und schreiben. Früher habe ich das auch für das reine Schreiben erprobt, heutzutage bin ich einfach zu faul fürs Abtippen im Anschluss und mache das eigentlich nur zu Haus.
Außerdem lassen sich Ringbücher einfacher blättern, ich kann in ihnen besser schreiben. Bevorzugt umfassen sie aber nicht mehr als 80 Seiten oder wie der Standard auch aussieht (also nicht diese dicken mit weit über 100 Seiten, die nutze ich notfalls auch, aber nicht so gern, sie sind schwerer und auf dem Tisch schreibt es sich am Rand ungünstig, weil der Abstand zwischen Block und Unterlage so groß ist und die Hand nicht gut aufliegen kann).

 

Mein System:

Ich schreibe einfach alles in ein Buch.
Ja, das pure Chaos.
Ich habe ein Buch, in dem ich alles finde. Ich muss nur eines einpacken und habe alles dabei, egal, was mir gerade in den Kopf kommt.
Ob nun Plotideen, erste Strukturübersichten, Umbauideenskizzen für meine Wohnung, die Planung für diesen Blog, Mitschriften bei der Online Autorenmesse im letzten Jahr, auch mal eine handschriftliche Rohfassung für das Schreibmeer und so vieles mehr, all das findet sich in diesem einen Buch.

 
Ich beginne immer auf der rechten Seite mit dem Schreiben. Anschließend fülle ich die Rückseite mit demselben Thema. Ist so eine Seite noch nicht voll, aber ich möchte etwas für einen neuen Gedanken aufschreiben, beginne ich ein neues Blatt. So kann ich später schauen, was ich aufheben möchte und die entsprechenden Seiten raustrennen und dann wiederum zusammenhängend abheften oder anderweitig wegsortieren.

 
Im Buch ist also alles chaotisch durcheinander notiert, doch wenn ich die Blätter löse, lassen sie sich problemlos zueinander sortieren und daraus dann auch eine übersichtliche Ablage erschaffen.

 
Nach welchem System notiert ihr?
Habt ihr diese Variante schon einmal ausprobiert?
Oder fühlt ihr euch nur mit einer klaren Trennung wohl?

 
Bis denne ☆

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.