Leserückblick August

 
Ich frage mich ja eigentlich immer noch jeden Monat, wo die Zeit schon wieder geblieben ist. War der Leserückblick nicht gerade erst dran gewesen?
Anscheinend nicht.

 
Tatsache ist, ich habe derzeit nicht ausreichend Lust zum Lesen. Auch wenn das Bild das erstmal nicht vermuten lässt.
Aber ich habe „Weltasche“ nicht beendet und auch die „Federwelt“ nicht wirklich gelesen, sondern nur den ersten Artikel, der ein Interview mit Victoria Linnea ist. Es geht dabei um „Kulturelle Vielfalt in Büchern“ und behandelt das Thema Sensitivity Reading. Insgesamt habe ich meine Nase weit weniger in das Buch gesteckt als das im Juli der Fall war (also nicht dieses Buch, sondern dessen Vorgänger, aber es geht um das Prinzip dahinter).

 
Und ich betone noch einmal, dass ich die Geschichte nach wie vor liebe, das merke ich auch jedes Mal. Ich beschäftige mich derzeit nur allgemein noch lieber mit anderen Dingen als Büchern, das ist alles. Und zugleich vermisse ich sie irgendwie. Ja, genau solche Widersprüchlichkeiten sind ich.

 
Ich könnte jetzt noch ein altes Projekt von mir anführen, das ich im Juli schon einmal gelesen hatte und im August noch mal dort gelandet bin, aber da ich diese Sachen nie zu meinen Leserückblicken zähle, fällt es zumindest in meiner Statistik dafür raus.

 
Wie sieht euer Rückblick aus?
Hattet ihr Urlaub und richtig viel gelesen?
Oder steckt ihr auch in einer Leseflaute?

 
Bis denne ☆

Queerness, Outing(?) und mehr

 
Dass ich queer bin, ist absolut kein Geheimnis.
Und ein richtiges Outing hatte ich eigentlich nie (ich betrachte diesen Post auch nicht als solches).

 
Ich bin ganz durchschnittlich als Mädchen aufgewachsen, fand in meiner Jugend Jungs toll und hatte mit 17 meinen zweiten Freund. Die Beziehung hielt fast neun Jahre. Ich habe mich damals eindeutig als hetero eingestuft.
Trotz allem war ich zumindest Mitte 20 der Meinung (ich kann mich jedenfalls zu der Zeit daran erinnern), dass „die Hülle unwichtig ist, auf das Innenleben kommt es an“. Witzigerweise habe ich das damals im Oktober zu einer Freundin gesagt. Und im Dezember war da DIE Frau. Ich kannte sie schon vorher, ich mochte sie auch von Anfang an, aber im Dezember war da plötzlich das Kribbeln. Interessanterweise – und ich fand das wirklich interessant – habe ich nur gedacht, als ich einen Augenblick für mich allein war, dass ich mich gerade wie ein verliebter Teenager fühle. Ja, genau so. Das in etwa waren meine Gedanken. Und damit hatte ich die Sache akzeptiert.
Es mag sein, dass es am Alter lag. Dass ich mich nicht im ohnehin schon völlig hormonverseuchten Zustand der Jugend damit befassen musste.
Oder daran, dass ich zumindest nicht völlig negativ mit dem Thema aufgewachsen bin. Ich kenne zwar durchaus die verinnerlichten Sprüche wie „ich ziehe doch kein Rosa an, das ist voll schwul“ oder ähnliches, aber ich wusste ebenfalls, dass meine Eltern früher, fast noch vor meiner Zeit, einen schwulen Freund im Umfeld gehabt hatten. Es war nie wirklich Thema bei uns, weder positiv noch negativ. Und es ging eh niemanden etwas an. Zumal aus der Sache nichts geworden ist, es hat mir nur einiges über mich selbst gezeigt.
Warum ich kein Outing hatte?
Weil ich noch nie über solche Themen mit meiner Familie gesprochen habe. Ich habe ihnen nie direkt erzählt, wenn ich einen Freund hatte. Es fiel dann höchstens dadurch auf, dass ich ständig von ihm geredet habe. Bei meiner Beziehung mit einer Frau lief es dann ganz einfach so, dass sie mich über Weihnachten besucht hat (Fernbeziehung) und ich schon vorher angekündigt habe, dass ich nur zum üblichen Familienteil käme, wenn ich sie mitbringen kann, mehr habe ich nicht erwähnt. Es war okay. Und dann sind wir genauso miteinander umgegangen wie meine Geschwister mit ihren Partnerschaften. Es war also vielleicht ein nonverbales Outing, aber eben nichts im herkömmlichen Sinne.

 
Das Thema, das mich seit einigen Monaten umgibt und das der Auslöser für diesen Post war, ist ein bisschen komplizierter und ich bin auch immer noch nicht sicher, ob ich das familienintern überhaupt ansprechen werde. Wer mir auf Twitter und/oder Facebook folgt, hat es vor einiger Zeit vielleicht auch mitbekommen.

 
Was ich schon sehr lange irgendwie weiß, ist, dass ich mich nicht als Frau sehe. Ich sage bewusst irgendwie, denn ich weiß, dass ich schon in meiner Kindheit und Jugend damit rumgescherzt habe und es dann immer schön auf meinen Nachnamen abgewälzt habe, dass ich doch wenigstens halb-halb bin, aber nicht so richtig ein Mädchen. Damals drehte sich alles um die klischeebehafteten Interessen und Verhaltensweisen (ich bin ein Kind der 80er, ich bin ganz natürlich damit aufgewachsen, dass daran alles festgemacht wurde). Ich habe Zahlen geliebt. Ich habe noch bildlich vor Augen, wie ich im Kindergarten lieber mit der Tanksäule, deren Zahlen sich bewegt haben, gespielt habe, statt mit Puppen. Ich hatte auch nie viele Puppen, wenn das auch nicht komplett an mir vorbeigegangen bin. Ausschließlich als Jungen habe ich mich auch nie gesehen und ich sehe mich auch jetzt nicht als männlich. Es gibt eine Menge weiterer typischer Klischees, die ich benennen könnte, aber eigentlich ist das eh unnötig.

 
Ich habe mich einfach immer als Frau bezeichnet, bezeichnen lassen und diese Rolle, in der ich erzogen wurde, weitergespielt, wobei ich deswegen trotzdem ich geblieben bin. Ich habe keine Kinder und ich gehe nicht davon aus, dass sich das je ändern wird – zum Vorteil aller Beteiligten. Auch wenn ich irgendwann drauf angesprochen wurde, dass ich doch bald 30 würde, ob ich nicht langsam mal an Familie denken wolle, ähm, nein. Der Gedanke stand nicht mal zur Debatte.
Trotzdem habe ich gerade dieses Jahr erkannt, dass ich einfach nicht weiblich bezeichnet werden möchte. Es fühlt sich falsch an. Nicht zu mir gehörend. Und ich glaube, diese eine Situation, als ich in einem Warteraum saß, wusste, ich würde gleich dran sein und dann mit „Frau Matthias“ aufgerufen wurde, merkte, dass der Name korrekt ist, doch der Rest sich eben falsch anfühlte, damit begann die bewusste Wahrnehmung, mich nicht als weiblich zu sehen. Mich aus der anerzogenen Rolle entfernen zu wollen, um mich wirklich als ich zu fühlen.

 
Es folgte die Suche vor allem nach einem passenden Pronomen. Dass ich ein Enby bin, wusste ich schnell. Genauere Label nutze ich nicht. Ich weiß sie nicht und ich brauche sie auch nicht.
„Sie“ scheidet aus, weil es weiblich ist. „Er“ ebenfalls, da männlich. „Es“ ist für mich im Deutschen keine Option. Das Wort klingt mir zu sachlich. Die verschiedenen Möglichkeiten, die ich online gefunden habe (z. B. sier, xier uvm.) waren alle nicht die richtigen für mich. Am wohlsten habe ich mich noch mit dem Englischen „they/them“ gefühlt, aber im deutschsprachigen Kontext wollte das auf mich auch nicht so richtig passen. Ich habe also weiterhin Artikel gelesen und bin dabei über diesen gestolpert, der mir meine Lösung geboten hat (zumindest im Großen und Ganzen, beim Punkt „Relativpronomen“ bin ich noch immer überfragt). Denn ziemlich weit unten steht eine Ergänzung und mit ihr wusste ich ganz klar, wie mein Pronomen aussehen wird.

 
Es ist ein einzelner Buchstabe.
K.
Ob nun deutsch oder englisch gesprochen, spielt für mich keine Rolle. Wenn ich ihn selbst nutze, spreche ich ihn englisch aus, was aber daran liegen mag, dass ich zeitweise auch auf englisch denke. Beispiele für die Anwendung stehen im verlinkten Artikel.

 
Warum ich heute darüber schreibe?
Weil Twitter und Facebook ziemlich vergänglich sind.
Ich habe es bei Twitter im Profil zu stehen.
Bei Facebook ist es auch bei den Infos eingetragen (leider muss man dort für die Anrede trotzdem aus den klassischen drei Optionen auswählen).
Und ich könnte die Posts festpinnen. Ich selbst schaue aber selten auf Profile, bestenfalls, wenn jemand neu ist und ich deswegen neugierig bin, aber sobald ich jemanden zu meinen Freunden hinzugefügt habe oder ihm folge, nutze ich Timeline und gelegentlich den FB-Feed und da geht das unter. Außerdem kann ich es hier ausführlicher erklären.

 
Ich möchte irgendwann komplett von der weiblichen Bezeichnung weg. Dass das nicht von heute auf morgen geht, akzeptiere ich. Ich merke das selbst. Einerseits bei anderen Enbys, vor allem, wenn ich sie so nicht kennengelernt habe. Andererseits habe ich einen Bekannten, der trans ist. Ich habe ihn schon als Mann kennengelernt, wenn bei unserem einzigen Treffen vor über zehn Jahren der Körper noch eindeutig weiblich war. Dann verlor sich der Kontakt bis vor ein paar Monaten. Ich habe ihn damals unter einem anderen Namen kennengelernt (nicht sein Deadname, aber trotzdem der, der gute zehn Jahre in meinem Kopf saß) und der jetzt quasi nicht mehr existiert. Ich meide ihn auch bewusst, aber ich merke, wie er nach der langen Zeit immer wieder zuerst aus meinen Gedanken möchte, aus reiner Gewohnheit.
Und ich gehe davon aus, dass es Menschen, vor allem, je länger sie mich kennen, auch so geht, weil das tief verankert ist.

 
Und genau dies ist der Grund, weswegen ich familienintern noch überhaupt nicht sicher bin, ob ich das Thema ansprechen werde. Ich habe keine Ahnung, wie weit das Bewusstsein in meiner Familie auf dieser Ebene überhaupt existiert. Bis heute benutzen längst nicht alle „Mel“ als Form für meinen richtigen Vornamen, obwohl ich diese seit definitiv zwanzig Jahren verwende (womit ich nur die engste Familie meine, der darüber hinaus reichende Verwandtschaftskreis kennt die Kurzform vermutlich nicht mal, weil wir nur alle paar Jahre mal Kontakt haben). Ich habe da nie sehr nachdrücklich drangehangen, aber wann immer ich schriftliche Nachrichten hinterlasse und mit Namen versehe, steht dort nur „Mel“.
Das ist wie gesagt noch ein ganz eigener Abschnitt für sich.

 
Aber gerade für alle Menschen, die ich neu kennenlerne, für die Kontakte im Internet, möchte ich „sie“ los werden. Ich bin nicht „sie“.

 
Ich bin „K“.

 
Bis denne ☆

Routine. Routine?

 
Im Februar habe ich euch davon erzählt, was sich für mich mit Beginn des Jahres geändert hat.
Und im Zuge dessen habe ich mich vor allem an einer erneuten Routine fürs Japanischlernen versucht.

 
Jetzt – nach ungefähr einem halben Jahr – wage ich mal einen Blick darauf.

 
Das Bild oben zeigt es schon ein bisschen, wenn auch nicht völlig.

 
Das Schreibenüben der Kanji hat nicht wirklich funktioniert. Richtig regelmäßig habe ich es nur anfangs gemacht, doch der Eintrag dort im April war tatsächlich der letzte und auch davor gab es schon größere Lücken. Also habe ich jetzt mal wieder angefangen. Ich sage nicht mal etwas gegen einen Tag Pause, auch wenn ich weiß, dass das bei mir beim Routineaufbau nicht sonderlich hilfreich ist, aber manchmal geht es nicht anders.

 
Was das Lernen mit der App betrifft, sieht das Ganze ein bisschen anders aus.
Es gibt genau zwei Tage, an denen ich gar nichts gemacht habe, wobei an anderen nur sehr wenige Minuten mit Wiederholungen dran waren.
Diese beiden Tage waren reines Vergessen. Die App nutzt das Prinzip einer Chain/Kette. Und im März ist sie mir das erste Mal abgerissen, als ich ganz einfach nach einem Tag, an dem ich auch Unterricht hatte und wo ich erst gegen 21:00 Uhr zu Haus war, in den folgenden drei Stunden einfach vergessen habe, dass ich das noch machen muss (meist mache ich das vormittags, um genau das zu vermeiden). Ich habe dann zwar nach Mitternacht noch etwas getan, aber es wurde bereits dem folgenden Tag zugerechnet und an dem habe ichs dann einfach ausfallen lassen.
Das nächste Mal war Anfang Juli (dass es im März einen weiteren Kettenriss gab, als ich im IC nach Leipzig zur Messe saß und mangels Internetverbindung mein Fortschritt nicht übertragen und dadurch nicht gerechnet wurde, hat ja nichts damit zu tun, dass ich trotzdem was gemacht habe). Anfang Juli saß ich und war sieben Stunden lang damit beschäftigt, meine Gedanken zu meiner Konzertreise vom Juni aufzuschreiben (ja, mit Kurzfassen habe ich es nicht so) und da ist es mir an dem Tag auch durchgerutscht. Ist mir erst nach Mitternacht aufgefallen, also wars egal. Kette wieder kaputt (nach gut 100 Tagen am Stück), was solls, ist nicht mehr zu ändern.

 
Die kleinen Wiederholungen sind manchmal wirklich sehr wenig. Die Routine bleibt durch sie zwar drin (aber das finde ich mit der App allgemein viel einfacher als beim Schreibenüben), aber im Grunde mache ich da dann nicht viel. Doch manchmal geht mehr einfach nicht und ich bin auch nicht aufnahmefähig für neue Zeichen, weswegen ich dann auch nicht weiterlerne, sondern nur wiederhole. Wenn mir die App Wiederholungen anbietet, sind sie oft gut gemischt. Wenn es dort aber nichts gibt (und manchmal sind das keine 10 Stück am Tag) und ich das trotzdem anwähle, greift die App nur auf einen sehr kleinen Pool zurück und es sind gefühlt immer dieselben. Was dann auch keinen wirklichen Spaß macht und ich es deswegen sein lasse und dann eben nur ganz kurz mit der App arbeite.

 
Ich kann also sagen, dass die Routine nach wie vor nicht richtig sitzt (es braucht halt wirklich ewig, sowas zu verankern). Aber ich gebe auch noch immer nicht auf.

 
Habt ihr für dieses Jahr versucht, Routinen aufzubauen?
Wenn ja, welche?
Wie läuft es bei euch?

 
Bis denne ☆

Wenn das Innere leidet

 
TW: Depression, Tod, narzisstisches Verhalten

 
Der heutige Beitrag fällt mir unglaublich schwer. Und trotzdem schwirrt er mir seit vielen Wochen immer wieder im Kopf umher, möchte heute, genau heute, heraus, also lasse ich ihn. Ich weiß weder, ob ich meine Gedanken verständlich äußern kann, ob der Text ein reines Chaos wird oder ob jeder, der sich hier durchwühlt, sich wünschen wird, es nicht getan zu haben.
Was ich sicher sagen kann, das hier sind meine Erfahrungen, meine Empfindungen, keine Verallgemeinerungen.

 
Was ist am heutigen Tag so besonders?
Heute vor neun Jahren hat ein ganz besonderer Mensch mein Leben verlassen.
Dabei geht es um meinen Ex-Freund. Und nein, er hat an diesem Tag nicht unsere Beziehung beendet, das hatte ich bereits einige Jahre zuvor getan. Das Verlassen ist viel endgültiger gewesen, unwiderbringlich.
Und damit hat sich mein Leben völlig verändert. Nicht sofort, denn die Anfangszeit bestand aus einer sehr kurzen Auszeit vom Job, es folgte eine eher arbeitsreiche Phase, Ablenkung war genau das Richtige, bis zu dem Punkt, an dem ich meinem Körper zugestehen musste, mich auszuruhen. Selbst da habe ich nicht gemerkt, dass dieses Ereignis viel tiefere Spuren in mir hinterlassen hatte – aber wie hätte ich das auch können? Trauer ist normal, braucht je nach Mensch unterschiedlich viel Zeit, aber das Leben geht ja weiter.
Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste – gar nicht wissen konnte -, dieses Ereignis hat eine Krankheit losgetreten, die mir selbst noch einige Jahre lang danach absolut unbekannt war. Dysthymie.

 
Laut meiner Erfahrung gibt es nicht sehr umfangreiche Informationen dazu, gerade im deutschsprachigen Bereich. Ich persönlich mag die Darstellung auf dieser Seite recht gern, weil sie ausführlicher und zugleich verständlicher ist als ich sie sonst gefunden habe.
Nicht selten ist es so, dass eine Dysthymie schon sehr früh beginnt, aber erst viel später durch ein schwerwiegendes Ereignis ausgelöst wird, das nicht einmal mit der Ursache der Dysthymie zu tun hat/haben muss. Das schwerwiegende Ereignis habe ich oben geschildert. Die Erkrankung existierte bereits sehr lange. Aus heutiger Sicht (und es gibt noch sehr viele offene Fragen, auf die ich Antworten finden muss, in mir vergrabene Informationen, die therapeutische Ansätze zu blockieren scheinen) stimme ich der Erwähnung im verlinkten Text über Prägung im frühen Kindesalter zu. Dass die ersten Symptome zu der Zeit längst existierten, kann ich ebenfalls bestätigen. Ich hatte zu der Zeit allein schon eine Verhaltenstherapie hinter mir, die augenscheinlich andere Ursachen hatte, aber im Nachhinein stimmt das nicht. Es war nur nicht eindeutiger zu erkennen. Erst 2014 gab es den ersten Gedanken an die Dysthymie durch eine Ärztin, die mich bereits seit meiner Jugend begleitet hat, im Laufe der nächsten drei Jahre wurde sie mehrfach bestätigt. Und als würde eine solche Erkrankung nicht ausreichen, ist die vermutlich auffälligste Diagnose, die mich jeden Tag, rund um die Uhr begleitet, eine Angststörung.

 
An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass dieser eine Tag das gesamte Kartenhaus, das mein Leben darstellt, zum Einsturz gebracht hat. Dann weiß ich wieder, dass es natürlich nicht so ist. Und wäre es nicht das gewesen, hätte es irgendwann ein anderes Ereignis gegeben. Tatsächlich kaputtgegangen ist alles viel früher. Wann? Ich weiß es nicht. Ich habe auch nicht wirklich viele Erinnerungen an das Davor. Irgendwie ja, aber wann immer ich eine von ihnen greifen und ansehen möchte, ist da nicht viel. Ab und zu sind da unbestimmte Erinnerungen, die aber eher einem Gefühl gleichkommen. Was davon ist Tatsache und was verzerrte Erinnerung (womit ich nicht meine, dass meine subjektive Wahrnehmung verzerrt wäre, weil andere sie anders empfänden, sondern einfach aufgrund des Alters und des zeitlichen Abstandes)? Ich sage ja, es liegt vieles tief vergraben und mir fehlt der Zugriff darauf.

 
 

Anzeichen, Symptome etc.

Klar erkennbar ist ein großer Energieverlust, gepaart mit Antriebslosigkeit. Also Teile von Depressionen, wenn ich auch nicht zu denen zähle, die morgens nicht aufstehen können. Aber ich kann mich auch oft genug in anderen Situationen nicht aufraffen, es ist zu anstrengend. Genauso wie ich heute nicht weiß, was ich morgen tun kann. Was in langen Krankheitszeiten resultiert ist, die mittlerweile zu einer Erwerbsminderungsrente geführt haben (den ganzen Weg dazwischen mag ich gerade nicht ausführen, er war insgesamt recht kurz, denke ich, er hat nur ungefähr ein Jahr gedauert, was mich am meisten daran gestört hat, ist die bürokratische Pauschalisierung, aber gerade mit psychischen Erkrankungen ist das wohl etwas, was nicht sehr überraschend ist). Also, falls sich je jemand gefragt hat, warum ich zu den unterschiedlichsten Tageszeiten online anzutreffen bin, deswegen. Und sollte sich jemand fragen, wie ich mich mit der Rente fühle, gut. Seit ich nicht mehr zu sagen brauche, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeite (= faul), sondern Rentner bin (= oh, der Mensch ist krank, wie schlimm ist das denn in noch so einem jungen Alter), fühlt es sich erträglicher an. Nicht, dass an meiner Krankheit irgendwas anders wäre, aber die Reaktion ist oft einfach anders. Sollte anders sein, meine Erfahrung ist im Großen aber nicht so (es gibt natürlich Ausnahmen).

 
Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit kann ich ziemlich sicher nennen. Mehr Traurigkeit als Fröhlichkeit vermutlich auch. Ich schreibe das so vage, weil der Weg dorthin ein Prozess war und ich das dadurch viel weniger klar wahrnehme. War ich früher wirklich fröhlicher? Ich weiß es nicht mal. Es ist ja nicht so, dass ich den ganzen Tag heulend in der Ecke sitze. Und ich kann mich nicht erinnern, je ein übermäßig positiver Mensch gewesen zu sein. Eher Realist mit Hang zum Negativen. Aber es gibt sie die Kleinigkeiten, die mich zum Lachen bringen, oft sogar täglich. Kurze Augenblicke. Bin ich also wirklich so traurig?
Ja, mit Abstand muss ich das wohl schon sagen. Ich kann mich sehr intensiv freuen und wer das schon mal erlebt hat, die Sternchen und Herzchen in meinen Augen gesehen hat, der kann sich in etwa vorstellen, was ich meine. Aber die Auslöser dafür sind weniger geworden, würde ich sagen. Es gibt weniger Dinge, die diese Begeisterung in mir auslösen, das dürfte wohl die passendste Antwort sein.

 
Es gibt oben hinter dem Link eine Auflistung an Symptomen. Gerade von den ersten habe ich ja schon welche genannt und bis auf den Selbstwert kann ich eigentlich alle für mich als zutreffend einstufen. Wobei ich schon immer viel gegrübelt habe und viel für mich war. Aber da ist eben auch wieder die Frage, zählt das zu den Sachen, die es schon gab und nur nicht erkannt wurden? Was davon ist der introvertierte Anteil von mir?
Was den Selbstwert betrifft, ich habe mich nie endlos hoch eingestuft. Aber ich halte mich bis heute auch nicht für wertlos. Ich weiß, dass es vielen mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen anders geht und ich bin froh, wenigstens diesen Teil nicht mit mir rumzuschleppen. Der Rest wiegt genug.

 
Auch die körperlichen Symptome treffen zuteilen zu. Nicht alle, was normal ist, denke ich. Was ich besonders interessant fand, ist der Punkt „Kreislauf/vegetatives Nervensystem“ und die dabei erwähnte Temperaturüberempfindlichkeit. Ich habe schon immer schneller gefroren als andere Menschen, habe schon immer zu eher niedrigem Blutdruck und daraus resultierenden kalten Händen und Füßen geneigt. Aber in den letzten ungefähr fünf Jahren ist das immer schlimmer geworden. Ich trage schon dicke Klamotten, da möchte der Großteil sich bestenfalls in einen Hoodie mummeln. Ich brauche ewig zum An- und Ausziehen, wenn ich rausgehe oder nach Haus komme und ich hasse es. Ich hasse diese Unmengen an Klamotten, die mich einengen, in denen ich mich weniger frei bewegen kann, die mir in den Öffentlichen zu warm sind, ich aber draußen trotzdem brauche. Aber immerhin habe ich hier zum ersten Mal eine Erklärung gefunden, warum es mir überhaupt so geht.

 
 

Ärzte, Therapeuten usw.

Für mich ein ganz schwieriges Thema.
Nicht nur, dass es in Deutschland, obwohl noch eines der bestversorgtesten Länder, was das Gesundheitssystem betrifft, Horror ist, sich überhaupt einen Therapieplatz zu suchen, mit endlosen Wartezeiten, Wartelisten usw. Hinzu kommen die eher negativen Erfahrungen, die hinter mir liegen.

 
Therapeuten
Die erste Therapie war okay, zeitlich überschaubar, das Leben danach gut.

Die zweite, bei derselben Therapeutin, ließ ich irgendwann auslaufen, weil ich das Gefühl hatte, sie weiß nichts weiter mit mir anzufangen. Ich glaube allerdings im Nachhinein auch, dass sie nach der ersten auf bestimmte Aspekte fokussiert war, ich gleichzeitig irgendwo dichtgemacht habe und es ein Wechselspiel war, dass der Eindruck bei mir zustande kam.

Die dritte und letzte endete ziemlich … heftig.
Ich bin jetzt fast ein Jahr auf mich allein gestellt, denn so lange ist es her, seit meine letzte Therapie ausgelaufen ist. Sie wurde nicht verlängert. Und endete nicht gerade nett, was auch dazu geführt hat, dass es mir bislang schwerfällt, überhaupt nach einem neuen Platz zu suchen. Einem tiefenpsychologischen Platz, die ohnehin weniger verbreitet sind als verhaltenstherapeutische. Es geht ja immer noch um die Ausgrabungen.
Eine Therapeutin, die den eigentlichen Ursprung meiner Erkrankung (zumindest sieht es sehr wahrscheinlich danach aus) selbst gar nicht entdeckt, wenn auch im letzten Jahr freigelegt hat. Obwohl sie einige Jahre Zeit dazu hatte. Entdeckt habe ich ihn dank der Hilfe eines Menschen, der sich mit der Thematik auskennt und weil ein paar Äußerungen hier und da sich für mich wie ein Puzzle zusammengesetzt haben (ich vermeide die direkte Nennung des Ursprungs ganz bewusst). Leider war besagte Therapeutin ab diesem Zeitpunkt auch für eine Zusammenarbeit ungeeignet. Nicht nur, dass sie mich bedrängte und unter Druck setzte, in einer Weise zu handeln, die sie selbst in der Situation gern gesehen hätte. Nein, unser letzter Kontakt, nach Ablauf des durch die Krankenkasse bewilligten Kontingents, nach der Ablehnung jeglicher Widersprüche durch die Krankenkasse und nachdem ich tagelang auf Reaktion meiner Therapeutin warten musste (und dabei rede ich nicht vom Wochenende), was nicht das erste Mal war, aber in diesem Augenblick besonders problematisch war, weil ich komplett ohne Halt in der Luft hing (bzw. mich so fühlte), fand telefonisch statt. Eigentlich war verabredet gewesen, dass ich trotz allem zu einem Abschiedsgespräch in die Praxis kommen würde. Der Weg dorthin bedeutete für mich jedes Mal eine Stunde Fahrt mit den Öffentlichen. Und nachdem sie sich tagelang nicht gemeldet hatte, ohnehin keine Chance auf zusätzliche, überbrückende Unterstützung bestand und ich zutiefst enttäuscht war (es kam eine Menge zusammen, das hier sind einzelne Auszüge), habe ich ihr schriftlich mitgeteilt, dass ich nicht kommen würde und ihr dies auch begründet. Die Reaktion war eine E-Mail und etwas später der besagte Anruf. In dem sie diverse narzisstische Muster abspulte, mich bat, mir die Entscheidung zu überlegen (mehr als einmal), mir sagte, dass sie mit Abschieden nicht gut umgehen könne und ich deswegen doch noch mal vorbeikommen solle, mir erzählte, wie viel Aufwand all die Anträge für sie doch seien und wie belastet sie gerade wäre – und endete in Tränen auf ihrer Seite.
Ich habe die Muster, emotionalen Druck auf mich auszuüben, in dem Augenblick sofort erkannt. Das bedeutet nicht, dass sie an mir abgeprallt sind. Im Gegenteil, sie sind der Grund, warum ich noch keinen Platz in Angriff genommen habe. Wer weiß, bei wem ich als nächstes lande. Ich baue ohnehin sehr schwer Vertrauen auf und nach diesem Telefonat wie auch den letzten Wochen in der Therapie fehlte mir ganz einfach die Fähigkeit, mich Therapeuten anzuvertrauen. So langsam legt sich das. Immerhin etwas. Dass ich Ende letzten Jahres zusätzlich in die tiefste depressive Phase meines bisherigen Lebens gerutscht bin, hat das Ganze dann auch nicht gerade positiv beeinflusst, zumal das auch locker ein halbes Jahr angehalten hat, bevor ich mich da Stück für Stück höher kämpfen konnte. Dass ich raus bin, würde ich nicht behaupten, denn im Grunde hängt man als dysthymer Mensch ständig in der Depression, nur nicht so tief, nicht ganz so antriebslos und nicht ganz so geschwächt wie in klassischen depressiven Phasen. Hinzu kam auch, dass ich sehr anfällig für die graue Jahreszeit bin. Das kam letztes Jahr ungünstig zusammen, hat mir dieses Jahr sicher beim Aufstieg geholfen und über alles Weitere denke ich nicht nach.

 
Ärzte
Fachärzte zu finden, ist ebenfalls ein „Spaß“ für sich. Nicht nur, dass es immer heißt „wir nehmen keine neuen Patienten an“, nein, es gibt ja nicht nur den Facharzt für Psychiatrie, er ist gekoppelt mit der Neurologie. Generell sicher nicht falsch, aber meiner Erfahrung nach spezialisieren die meisten sich auf Neurologie statt auf Psychiatrie.
Als ich 2011 in einer Praxis auftauchte, in der ich Jahre zuvor aufgrund einer neurologischen Untersuchung im Patientenstamm gelandet war und sie mich deswegen gar nicht abweisen konnten, war die erste Konsultation sehr distanziert. Ich hatte das Gefühl, abgefertigt zu werden. Leider war ich auf die Krankschrift angewiesen, da ich nicht in der Lage war, arbeiten zu gehen und angeblich dürfen Hausärzte das nicht langfristig machen. Ab dem zweiten Termin wurde es besser und während meiner zweiten Therapie war ich begleitend dort.
Als 2014 der Dysthymie-Verdacht auf den Tisch kam (ich hatte ungefähr ein Jahr Ruhe im Kopf gehabt, in dem Jahr eine Weiterbildung gemacht und im neuen Job auch kurzzeitig gearbeitet) und ich wieder in der Facharztpraxis aufgetaucht bin, ging das Spiel mit dem Abfertigen von vorn los. Woher meine Probleme denn dieses Mal kommen? Ich wusste es nicht. Wüsste ich es, bräuchte ich vermutlich keine ärztliche Hilfe. Die Reaktion? Na, wenn sie einfach aus heiterem Himmel aufgetaucht wären, dann würden sie ja vielleicht auch einfach wieder so verschwinden.
Resultat: Ich wollte weder einen Arzt noch einen Therapeuten suchen. Das habe ich ungefähr ein halbes Jahr gemacht, bis ich nicht mehr konnte und in meiner dritten Therapie gelandet bin.

 
Ebenso gibt es Ärzte, die plötzlich der Meinung sind, ich müsse ja nur wollen und ich würde mir ja nichts zutrauen. Und es könne ja nicht sein, dass ich jetzt schon berentet bin. Ob ich denn jetzt mein restliches Leben dem Staat auf der Tasche liegen wolle? Dass das ja reichlich unfair anderen Menschen gegebenüber sei, die arbeiten müssten. Und ich frage mich dann jedes Mal, was in diesen Köpfen eigentlich so falsch läuft. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, eine Arztpraxis am Leben zu halten. Ich habe das jahrelang hautnah miterlebt, denn die Mutter von besagtem Ex-Freund hatte eine eigene hausärztliche internistische Praxis (Allgemeinmediziner und Internisten sind wohl diejenigen, die am schlimmsten dastehen hinsichtlich Budget und daraus resultierend auch Verdienst, vor allem, wenn sie für ihre Patienten da sein wollen, und wenn ich eines über meine Schwiegermutter – ich nenne sie bis heute so – sagen kann, dann, dass für sie die Patienten an oberster Stelle standen). Sie hatte die Praxis bis sie selbst aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, alles aufgeben musste. Also ja, ich weiß auch, dass es kein Zuckerschlecken ist, niedergelassener Arzt zu sein, sein Personal zu bezahlen, sondern dass da sehr viel Arbeitszeit außerhalb der Sprechzeiten dranhängt. Gleichzeitig bin ich nach solchen Aussagen, wie ich sie zu hören bekommen habe, völlig überzeugt, dass diese Leute absolut keine Ahnung davon haben, wie es ist 24/7 Akkord zu arbeiten, denn nichts anderes tue ich. Nur um zu überleben. Ohne abschalten zu können. Immer darauf bedacht, die Angsttrigger in Schach zu halten, dabei gegen die depressive Niedergeschlagenheit anzukämpfen und eben irgendwie zu überleben. Ganz selten mal zu leben.
Solche Aussagen machen mich kaum noch traurig. Aber sie machen mich endlos wütend. Als hätte ich mir das alles ausgesucht. Niemand sucht sich das freiwillig aus. Niemand.

 
Aber das alles macht es so schwer, überhaupt noch wem zu vertrauen (hinsichtlich Ärzten und Therapeuten).

 
 

Leben, Zukunft …

Ich habe aufgehört über die Zukunft nachzudenken. Langfristig mache ich das schon sehr lange nicht mehr. Zukunftsplanung? Karriere. Screw all this! Mit so einer Krankheit (und auch wenn das nirgends wirklich so ausgesprochen wurde, gehe ich von einem chronischen Verlauf aus, weil es sehr lange unentdeckt geblieben ist), die einem ständig an den Hacken klebt, weißt du nie, wie viel Kraft du morgen haben wirst. Wie willst du da übers nächste Jahr nachdenken? Über in fünf Jahren? Oder in zehn?
Ich würde nicht behaupten, dass ich wirklich im Hier und Jetzt lebe, mich immer nur darauf konzentriere, was ich gerade fühle oder erlebe. Allein dafür muss ich zu viel nachdenken. Eher lasse ich die Dinge geschehen und schiebe eine Menge der negativen von mir. Was nicht heißt, dass ich ihnen allen ausweiche, dafür bin ich ein zu realitätsnaher Mensch und müsste mich selbst belügen können. Aber womit ich mich nicht auseinandersetzen muss, nehme ich oft nur kurz wahr und dann ist es wieder weg, bis es mir erneut über den Weg hoppelt.
Auf der bewussten Ebene versuche ich mich eher auf die positiveren Dinge zu konzentrieren, wobei ich eben nie ein positiver Mensch war und deswegen auch nicht sonderlich darin brilliere.
Im Grunde gleicht das alles überwiegend einem „Muss ich das da unbedingt machen? Nein? Gut, weg.“ und ebenfalls einem „Das, das und das muss ich nicht? Super, Zeit für das andere.“.
Das ist kein Konzept, das dauerhaft funktionieren wird, denke ich, aber ich hoffe, es hilft mir ein bisschen, meine Akkus ein wenig mehr zu füllen.

 
Manchmal erscheint es mir so unglaublich, dass ein einziger Tag der Anstoß für all das gewesen sein soll. Wie so ein kleiner Dominostein in einer riesigen Halle unzähliger weiterer aufgestellter Steine, die einer nach dem anderen kippen.
Wie gesagt, der Tag war im Grunde auch eher sowas wie ein Zufall, aber er ist da. Und er begleitet mich Jahr für Jahr.
Tag für Tag.
Es ist also alles ein verworrener Kreislauf, der gleichzeitig irgendwie ein Hamsterrad ist, mit mir als Hamster. Der Runde um Runde das Rad antreibt und nicht aufhören kann. Nicht zur Ruhe kommt.
Manchmal wünsche ich mir Urlaub. Urlaub von mir selbst. Und doch würde ich meinen Kopf, meine Psyche nie eintauschen. Denn das bin noch immer ich, das gehört zu mir.
Wenn nur …

 
Bis denne ☆

Planungshilfsmittel: Skizzen/Zeichnungen

 
Ich weiß ja nicht, wie ihr so aufgestellt seid, aber mein geistiges Vorstellungsvermögen ist immer ein bisschen mau. Obwohl ich teilweise ein visueller Mensch bin.
Genau genommen heißt das, dass ich mir vieles bildlich nicht gut vorstellen kann. Ich muss mich sehr konzentrieren, um ein detailreiches Bild zu erschaffen, ansonsten sehe ich maximal einen Schatten oder Schemen.

 
Dies ist ein Grund, warum ich für den Planungsprozess sehr gern Skizzen und Zeichnungen verwende, wenn es beispielsweise um Wohnräume, Arbeitsplätze etc. geht.
Ein weiterer – und der ursprüngliche Auslöser, so etwas zu nutzen – liegt in der Zusammenarbeit mit anderen Autoren (die ich damals hatte). Solche Skizzen haben dafür gesorgt, dass wir tatsächlich dieselbe Vorstellung von den Räumlichkeiten hatten, denn rein aus den Beschreibungen, mit denen wir begonnen hatten, waren sie anders – wie es eben üblich ist, dass Leser nicht genau dasselbe Bild vor Augen haben wie der Autor (was ich mit den Skizzen auch nicht zu erreichen versuche, das dient einfach nur mir selbst).

 
Je nachdem, was ich benötige, suche ich mir einfach aus den aktuellen Angeboten auf dem Wohnungsmarkt etwas heraus. Welche Wohnung dem zugrunde liegt, weiß später eh niemand, aber mir bietet das teils ein bisschen die Orientierung, auch hinsichtlich des finanziellen Rahmens meiner Figur, andererseits ist es einfacher als mir das immer selbst auszudenken (vor allem völlig ohne Architekturkenntnisse).
Dennoch greife ich durchaus auch selbst zu Bleistift und Lineal. Gerade für Gebäude oder Gelände, die größer sind, ist es oft schwierig, etwas Passendes online zu finden. In solchen Fällen lasse ich meiner Fantasie freien Lauf. Das nur aus dem Kopf abrufen zu wollen, funktioniert für mich aber auch dann nicht. Ich kann nicht besonders gut schätzen und brauche die Darstellung visualisiert, um abschätzen zu können, ob alles logisch passt. Denn ohne Logik fühle ich mich nicht wohl.

 
Nun bin ich Plotter, allerdings kann dieses Hilfsmittel allen Autoren helfen, die ihre Gebäude visualisieren wollen oder müssen. Wer erstmal drauflos schreibt, erledigt den Planungsprozess ja ohnehin in der Überarbeitungsphase und da können Skizzen und Zeichnungen eben auch zum Einsatz kommen.
Idealerweise arbeite ich an ihnen, wenn ich sie entweder tatsächlich brauche oder aber wenn ich an anderer Stelle nicht weiterkomme oder einen Tag mit nicht ganz so viel Konzentration habe. Ein bisschen die fertigen Pläne ausmessen, funktioniert auch dann.

 
Wer von euch greift auch zu Skizzen und Zeichnungen?
Zeichnet ihr selbst oder sucht ihr euch Vorlagen?
Oder habt ihr das noch gar nicht ausprobiert? Werdet ihr?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Juli

 
Und da ist der nächste Monat rum.
Immerhin habe ich es endlich geschafft, „Kernstaub“ zu beenden und mit „Weltasche“ zu beginnen.

 
Der Juli war ehrlich gesagt … interessant.

 
Ich hatte vorgehabt, vielleicht das Camp zu nutzen, ohne wirklich daran teilzunehmen, mehr in einen Workflow zu kommen, den ich seit langem nicht habe. Und irgendwie habe ich das auch getan, aber es hat so gar nichts mit mit meinen Projekten zu tun gehabt. Und mit dem Lesen auch nicht.
Letzteres bedeutet, ich habe mit „Weltasche“ gerade so begonnen, einfach, weil ich wieder sehr wenig gelesen habe (aber wenn … hach ja, ich liebe diese Geschichte und das Universum einfach, aber ich kann auch von denen, die ich liebe, sehr schnell Abstand nehmen). Es waren insgesamt nur sieben Tage, an denen ich gelesen habe. Ich habe vier Monate gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Vier Monate mit insgesamt zweiundzwanzig Tagen, an denen ich gelesen habe. Damit erscheint das Ganze für mich dann auch wieder gar nicht so abwegig. Immerhin umfasst das Buch in der Printversion 974 Seiten und es ist eindeutig kein Buch, dass sich mal schnell weglesen lässt. Meine erneute Erkenntnis: Ich liebe A’en einfach total. Schon damals und noch immer. Und wenn ich jetzt noch mehr sagte, würde ich spoilern, also lasse ich das.

 
Momentan gehe ich davon aus, dass der August nicht unbedingt besser wird, aber wer weiß, wie sich alles entwickelt. Bislang ist der Leseanteil in diesem Jahr allgemein sehr gering, aber irgendwie ist mir das egal. Ich lese gern, aber ich kann nicht alles gleichzeitig machen und ich mag auch nicht alles nur gehetzt aneinanderreihen, um viel zu schaffen. Das habe ich in der Vergangenheit schon ausprobiert und im Augenblick ist es nicht das, was ich möchte oder brauche. Immerhin ist „Weltasche“ etwas kürzer als „Kernstaub“. Und je nachdem, wie viel Zeit ich mir doch fürs Lesen nehmen kann (und ich formuliere es bewusst so, denn auch wenn die Entscheidung, was ich tue, bei mir liegt, so hat es eher damit zu tun, wohin es mich derzeit einfach zieht und das sind eben nicht Bücher), werde ich vielleicht viel schneller durch sein. Oder noch langsamer. Wer weiß das schon?

 
Habt ihr den Sommermonat zum Lesen nutzen können?
Wie viele Bücher habt ihr gelesen?
Welches war euer Highlight/Flop?

 
Bis denne ☆

Bücherkäufe 2018 bis heute

 
Es sind fast eineinhalb Jahre vergangen, seit ich über Bücherkäufe geschrieben habe, also dachte ich, es wird mal wieder Zeit dafür.
Selbst wenn es nicht so viel zu erzählen gibt, ganz ohne Bücher zu kaufen, bin dann auch ich nicht ausgekommen.

 
Da es nur ein E-Book gibt, das eingezogen ist, habe ich es sogar mit ins Bild genommen, das steht also nicht stellvertretend für mehrere.
Ein paar der Bücher hatte ich beim Jahresrückblick 2018 auch schon mal kurz gezeigt, ebenso diese, die ich bereits gelesen habe. Aber ob sie nun neu eingezogen waren oder nicht, war daraus nicht erkennbar.

 
Ich habe also in den letzten siebzehn Monaten sehr wenig neue Bücher gekauft, was nach wie vor an meinem vorhandenen SuB liegt. Und daran, dass ich vor allem dieses Jahr nicht viel lese, was den SuB nicht verkleinert.

 
Warum schreibe ich das hier dann überhaupt?
Weil es eben Teil meines Blogs ist. Nachdem ich 2017 für meine Verhältnisse sehr viele Bücher gekauft habe, dachte ich auch, dass ich regelmäßige Updates mit neuen Büchern liefern würde. Und dann bin ich auf die Idee gekommen, doch erstmal den SuB abzubauen. Da stand aber der erste Beitrag zum Thema schon und ganz im Nirvana mag ich es nicht versinken lassen. Bevor also noch mehr Zeit vergeht, gibt es jetzt eben das.

 
Was ich hier nicht einbaue, sind die Bücher, die ich geschenkt bekommen habe (auch diese finden sich im Jahresrückblick, dieses Jahr ist noch keines auf diesem Weg in mein Regal gewandert), weil ich sie eben nicht selbst gekauft habe. Kindle Unlimited nutze ich bislang nicht, Bibliotheken ebenfalls nicht.

 
Im Grunde finde ich es sogar gut, dass ich hier nur sehr wenig zeigen kann, weil es mir vor Augen führt, dass ich mein auferlegtes Kaufverbot durchhalte. Es ist nicht strikt und gerade Bücher wie „Blutgesang“ sind davon ohnehin ausgenommen. Ich wusste seit langem, dass Julia Lange an einem neuen Buch arbeitet und ebenfalls, dass es bei mir einziehen wird, komme was wolle. Dasselbe gilt für Ella Simons neuen Roman „Bis wir wieder fliegen“. Er ist auch schon draußen, aber da ich noch immer nicht ganz mit „Kernstaub“ durch bin und im Anschluss auch direkt „Weltasche“ dranhängen werde, schiebe ich den Kauf einfach noch. Und wer weiß, vielleicht wird er dann irgendwann auch noch ein Geschenk, mal sehen. Ich hatte durchaus schon mit dem Kauf geliebäugelt, aber ich wusste, er würde wie „Uhrwerk der Unsterblichen“ im Regal stehen, ohne dass ich ihn demnächst lese. Das war bei „Uhrwerk der Unsterblichen“ übrigens nicht geplant, das hat sich einfach nur ergeben.

 
Tatsächlich habe ich auch keine ellenlange Wunschliste wie ich sie so oft bei anderen sehe, wenn es durchaus noch ein paar Bücher gibt, die ich unbedingt lesen möchte. Aber ich bin mittlerweile einfach der Meinung, es reicht, wenn ich sie kaufe, wenn ich dazu komme und nicht schon jetzt.
Deswegen ist es auch gut möglich, dass der nächste Beitrag zu dem Thema wieder recht lange auf sich warten lässt.

 
Kauft ihr auch nur selten Bücher?
Oder könnt ihr nicht an ihnen vorbei gehen, ohne wenigstens eines mitzunehmen?
Habt ihr schon mal ein Kaufverbot ausprobiert?

 
Bis denne ☆

Lesetyp – Bücher oder Hörbücher?

 
Ob Bücher oder Hörbücher, sie beide liefern Geschichten.

 
Dennoch liegen für mich Welten zwischen ihnen.

 
Wenn ich selbst lese, das Buch oder den E-Book-Reader in der Hand halte, dann tauche ich ab. Ich sehe die Wörter, die einen Sinn ergeben, die mir die Geschichte erzählen.
Wenn ich höre, drifte ich weg. Nicht selten ist es eine Szenerie, die beschrieben wurde oder dieser gerade stattfindende Handlungsaspekt und mein Kopf fängt an von dort weiterzudenken. Das endet nicht unbedingt in einer eigenen Geschichte, es können auch Erinnerungen dadurch ausgelöst werden und zu denen driftet meine Aufmerksamkeit dann.

 
Das ist der Grund, weshalb ich keine Hörbücher höre.

 
Und mir ist dabei aufgefallen, dass es mir schon immer schwer gefallen ist, nur zu hören.

 
„Schon immer“ ist dabei zumindest insofern zutreffend, wie ich mich erinnern kann. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir vorgelesen wurde, aber ich bin sehr sicher, dass es erwähnt wurde, also gehe ich davon aus, dass es das in meiner frühen Kindheit gab. Später nicht mehr. Ich habe selbst angefangen zu lesen, kaum, dass ich das Alphabet beherrscht habe. Ich weiß noch – und deswegen habe ich mich für dieses Bild entschieden -, dass ich „Brüderchen Vierbein“ gelesen habe, ohne die Silbe „ei“ zu kennen, „ie“ muss mir aber schon bekannt gewesen sein. Denn ich habe das E und I in „ei“ als einzelne Buchstaben gelesen und meine Eltern gefragt, was das bedeutet.

 
Einige Jahre später, wenn gelegentlich die Lehrer meinten, wir sollen nicht den Text im Buch selbst lesen, sondern es wird vorgelesen (oder auch im Deutschunterricht, wenn mit verteilten Rollen „Romeo und Julia“ gelesen wurde), habe ich den Großteil des Inhalts nicht erfasst. Was für mich ganz schlimm war in Fächern wie Geschichte oder Geografie, in beiden war ich nicht gut und musste mich schon sehr konzentrieren, wenn ich allein gelesen habe, wenn dann nur vorgelesen wurde, war es noch schwerer. Schon da zeigt sich dasselbe Problem, das ich heute damit habe.

 
Ich bin deswegen auch nicht sehr für Podcasts zu begeistern, vor allem, wenn sie rein auditiv sind (Die SchreibDilettanten haben ja so angefangen, sind aber vor Jahren auf ein Videoformat umgestiegen und damit fällt es mir leichter).

 
Also greife ich nur zu Büchern (damit meine ich übrigens, wenn ich es nicht explizit anders erwähne, immer beides – Print und E-Book, es sind beides Bücher, nicht nur Prints sind „echte Bücher“ und E-Books – ja, was sind diese dann eigentlich? „unechte Bücher“?). Es dauert vielleicht länger, sie zu lesen, aber ich verstehe wenigstens, worum es geht (was nicht bedeutet, dass das für andere gilt).

 
Ein weiterer Grund ist, dass ich versuche, immer weniger Dinge parallel zu machen. Okay, ich nutze Musik, um mich zur Hausarbeit zu motivieren (ich hasse das endlos und damit ists einfacher zu ertragen). Und ich brauche sie teils als Geräuschkulisse (Nebenwirkung beim Großstadtmenschen?). Aber Musik ist für mich anders zu gewichten. Sie kann für mich als reine Kulisse funktionieren oder ich lasse mich darauf ein und höre bewusst hin. Dann mache ich aber auch nichts anderes. Aber eine Geschichte nur nebenbei? Das funktioniert für mich höchstens, wenn ich sie schon sehr gut kenne, aber dafür müsste ich sie dann trotzdem wenigstens einmal gelesen haben. Ansonsten muss meine Aufmerksamkeit sich wieder auf zu viele Dinge fokussieren.
Ich versuche in dieser Hinsicht seit einiger Zeit zu entschleunigen. Multitasking ist spannend und herrlich effizient. Aber es überlastet auch. Und das versuche ich zu vermeiden.

 
Wie konsumiert ihr am liebsten Geschichten?
Kennt ihr das Problem mit der Konzentration bei Hörbüchern?
Oder fällt es euch eher schwer, beim niedergeschriebenen Wort am Ball zu bleiben?

 
Bis denne ☆

Bands, die ich liebe – the GazettE

 
Vor dem heutigen Beitrag sitze ich und weiß weder, wie ich anfangen soll noch, wie ich ihn kurzhalten soll, ohne einfach nur ein paar Fakten zu listen.
Denn heute geht es um the GazettE (und ja, ich lege bei ihnen viel Wert auf diese Schreibweise, solange ich das „the“ verwende, ansonsten schreibe ich nur Gazette, wie die Aussprache hier üblicherweise auch lautet, das „the“ spricht eigentlich keiner mit, weil das auch erst mit der Änderung aus der Katakana-Schreibweise (ガゼット) 2006 hinzugekommen ist).

 
Als ich 2006 in die Fänge der japanischen Musik geraten bin, hat es nicht sehr lange gedauert, bis ich the GazettE entdeckt habe. Und das sogar in einem deutschen Magazin. Ich habe damals entweder in einer der Sommerausgaben der AnimaniA oder des Sonic Seducer ein Bild der Band gesehen und war – wie so oft – allein dadurch neugierig. Den Rest hat dann YouTube erledigt. Das war im Juni oder Juli 2006, denn sie haben Ende Juli auf der AnimagiC in Bonn gespielt und ich konnte es nicht mehr organisieren, dabei zu sein, weil ich zu kurzfristig davon wusste.

 
Anfangs waren sie eine Band von vielen, ich habe ständig neue kennengelernt, auch weil zu der Zeit immer wieder Konzerte in Berlin stattfanden und ich mir die entsprechenden Bands anhörte, um zu entscheiden, ob ich auf die Konzerte gehen würde oder nicht.
Doch Gazette liefen recht regelmäßig bei mir. Sie hatten in diesem Jahr ihr zweites Album veröffentlicht, waren zu einer Major-Band geworden, doch ich entdeckte für mich vor allem die älteren Sachen, mit denen sie angefangen hatten.

 
Als sie 2007 das erste Mal auf Tour außerhalb Japans gingen – wenn es auch nur eine kleine Europa-Tour war -, hatten sie sich bereits zu diesem Zeitpunkt bei mir an die Spitze geschoben. Und sie verweilen dort bis heute, wenn auch nicht mehr ganz allein. Sie sind für mich eine der wichtigsten Bands überhaupt, die so gut wie nie in meinen gemischten Playlists fehlt. Ihre Musik ist für mich vielleicht nicht physisch überlebenswichtig, doch jedes Mal, wenn ich sie längere Zeit nur sehr wenig oder nicht intensiv gehört habe, merke ich, dass ich sie brauche.

 
Und trotzdem habe ich einige Jahre nur sehr sporadisch verfolgt, was sie machen.
Ich war damals sehr aktiv in der Szene unterwegs, aber das Fandom schreckte mich irgendwann ab. Ich mag nicht detailliert darauf eingehen, warum, denn das ist möglicherweise nur Ansichtssache und ich will niemandem zu nahe treten, aber gegen Ende 2008 habe ich mich zurückgezogen. Ich habe mitbekommen, wenn etwas Neues rauskam, habe mir die Sachen online angehört, aber irgendwie wars das, zumindest gefühlt. Ich weiß, dass ich das nächste Album 2009 noch recht gut mitbekommen habe, wobei auch nur meine damaligen Favoriten hängen geblieben sind. Ähnlich lief es auch 2011 und 2012 bei den Alben ab, wobei ich einen Teil des 2012er Albums intensiver gehört habe. Aber vor allem die Singles dazwischen, sind bei mir halb durchgerauscht. Angehört, das Thema zur Seite gelegt. Infolge dessen weiß ich bis heute oft nicht sicher, welcher Song B-Seite auf welcher Single war, was ich ansonsten sehr gut differenzieren kann.

 
Dann kam das Jahr 2013 und die Band kündigte ihre erste Welttour an. Es würden fast sechs Jahre vergangen sein, seit ich sie gesehen hatte. Sechs lange Jahre nach einer Autogrammstunde und zwei Konzerten. Denn ich war 2007 selbstverständlich verrückt genug, sechs Stunden vor einer Autogrammstunde dazusitzen. Das Ganze fand in einem Einkaufscenter in Berlin statt und wir wurden stundenlang wie exotische Tiere begafft. Und so verrückt das klingt, ich bereue es nicht. Denn abgesehen von den Menschen dort, war die Autogrammstunde immer wechselnd auf 60 – 90 Minuten Dauer angekündigt. Ein paar Minuten, nachdem ich meine Autogramme hatte, wurde abgebrochen. Ja, ich würde mich für so etwas wieder so lange hinsetzen, wenn es mir wichtig genug ist. Denn die Schlange war hinter mir noch sehr lang. Die erste Tour hier, die einzige Autogrammstunde und von entsprechend weit kamen die Fans angereist.
Am Tag darauf gab es das Konzert in Berlin (das einzige, das sie hier je gespielt haben) und am nächsten war ich auch noch in Köln dabei.

 
Aber zurück ins Jahr 2013. Auch wenn so viel Zeit vergangen war, ich so viele andere Bands kennengelernt, kommen und gehen gesehen hatte, Gazette spielten weiterhin ganz oben mit.
Ab einen Monat vor dem Konzert habe ich mir ihre ganze Musik angehört, immer und immer wieder. Nur sie, nichts anderes. Ich entdeckte Songs wieder, die ich lange nicht gehört und tatsächlich vermisst hatte. Andere fühlten sich fast neu an, eben durch diese Art Pause in den vorigen Jahren. Es war alles so unglaublich intensiv (weswegen ich es zeitweise auch bewusst so handhabe, nur eine bestimmte Auswahl zu hören, Abstand kann unglaublich erfrischend sein, ganz auf Gazette verzichten, kann ich dennoch nicht).
Und dann kam das Konzert. Sie spielten in dem Jahr in Deutschland nur in Dortmund und München und ich hatte mich für letzteres entschieden. Nach einer recht nervenaufreibenden Zeit kurz vorher, weil meine ursprünglich geplante Unterbringung nicht funktionierte und zur selben Zeit das Oktoberfest stattfand, war letztlich alles geregelt. Abgesehen davon, dass ich zum ersten Mal allein woanders zu einem Konzert fahren würde, würde ich meiner Zimmernachbarin erst in München das erste Mal begegnen, kennengelernt hatten wir uns im Rahmen meiner verzweifelten Zimmersuche, bei ihr war jemand abgesprungen.
Das Konzert war unglaublich befreiend, ein Gefühl, das mich 2013 ohnehin oft getragen hat, auch wenn die Band sich sehr bedeckt hielt. Im August war eine neue Single erschienen, von der sie nichts spielten, im Oktober stand das nächste Album an, von dem sie auch nichts preisgaben. Aber nach all den Jahren war das völlig egal. Mein kleines Highlight war vermutlich, als sie 「Filth in the beauty」 spielten, ein Song aus den Jahren 2006/2007. Während der Wartezeit lief er beständig in meinem Kopf und weckte Erinnerungen an die Konzerte von 2007. Dass sie ihn spielen würden, damit hatte ich nicht gerechnet, aber sie taten es. Wie die meisten der Titel, die sie live spielen, ist er sehr energiegeladen, aber er hat auch das perfekte Tempo, um zu springen, passt super fürs Headbangen und gehört seit 2013 für mich zu einem Konzert dazu.

 
Da im darauffolgenden Monat das nächste Album erschien, verließ mich die Euphorie nach dem Konzert auch nicht. Ich hatte zwar ein kleines Tief, das sich bei mir nicht selten einstellt, wenn ich realisiere, dass ich wieder in den Alltag zurück muss, aber ansonsten fieberte ich dem neuen Album entgegen, die Band fütterte uns Fans mit kleinen Häppchen und dann war es soweit. Ich weiß gar nicht, wie lang die Intensität damals anhielt, aber das waren insgesamt locker drei Monate.

 
Das nächste Album folgte im Sommer 2015, ihm schlossen sich über das nächste halbe Jahr verteilt noch zwei Singles an und dann kam im Juni 2016 die nächste Welttour. Dieses Mal fuhr ich mit einigen Bekannten nach Köln, eine kleine Gruppe, was alles kostensparender gestaltete, aber ich habe dabei auch die Erfahrung gemacht, dass es mir den Freiraum nimmt, den ich brauche – im Leben an sich, aber auch hinsichtlich der Musik. Niemand der anderen war durch unangenehmes Verhalten daran Schuld, es hing einfach mit den Kompromissen zusammen, die in einer Gruppe notwendig werden.
Dies und ein paar weitere Fehlentscheidungen meinerseits stürzten mich in ein weit tieferes Loch und zogen schon damals nach sich, dass ich wusste, beim nächsten Mal wird es anders.

 
Letztes Jahr kam das nächste reguläre Album (es gab insgesamt noch zwei Alben in der Art von Best ofs, das erste meines Wissens nur eine Zusammenstellung, das zweite mit Re-Recordings und teilweise kleinen, teilweise sehr auffälligen Veränderungen, aber die führt die Band selbst nicht in den regulären Alben auf, weswegen ich sie jetzt nur hier erwähne) und am 22.12. folgte die große Ankündigung der nächsten Welttour.
Und ich habe in meinem letzten Beitrag erwähnt, dass ich „quasi Urlaub gemacht“ habe, denn Erholung war das nicht. Aber da ich hier rausgekommen bin und seit wirklich vielen Jahren nicht klassisch im Urlaub war (Verwandtschaftsbesuche und so zähle ich nicht) und ich wusste, dass die Kosten nicht gering sein würden, habe ich das für mich als meinen Urlaub deklariert.
Nach meinen Erfahrungen 2016 wusste ich, ich würde auf dieser Tour mindestens zwei Konzerte besuchen, also alle in Deutschland, so es denn nicht plötzlich mehr gäbe (das war nur 2007 so). Und ich wusste ebenfalls, ich würde mir ein VIP-Ticket leisten, vielleicht sogar auch zwei. Diese beinhalten einen früheren Einlass, früheren Zugang zum Merchandise (und das war mein eigentlicher Grund, das zu wollen, denn ich habe 2016 nicht alles bekommen, das ich wollte), ein sogenanntes Meet & Greet mit der Band, das aber eher ein Handshake-Event ist (ja, nach 2007 war das ein netter Gedanke, spielte für mich aber tatsächlich nicht die größte Rolle und sorgte auch dafür, nur ein VIP-Ticket zu kaufen) und ein Fangeschenk, das dieses Mal ein dünnes Handtuch war (wobei ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste).
Ende Januar fand der Ticketverkauf statt und im Anschluss reservierte ich noch am selben Tag Zimmer in Köln und München und buchte ebenfalls die Bahntickets. Ich würde das dieses Mal komplett allein machen und höchstens andere Bekannte vor Ort treffen. Wer nicht involviert war, wusste nicht, dass ich das vorhatte (ich rede nicht gern über Dinge, die in der Zukunft liegen, vor allem, wenn sie mir wichtig sind).

 
Von Samstag bis Mittwoch war ich unterwegs, Reise nach Köln, ruhiger Abend, Konzerttag (und ich habe lange gar nicht realisiert, dass es endlich soweit ist), am nächsten Tag die Weiterreise nach München, ebenso entspannt (okay, in beiden Fällen, wenn ich von den anderen Gästen absehe, die waren echt nicht leise, weder in Köln noch in München), der nächste Konzerttag inklusive des Meet & Greets und dann die Rückreise. Bereits am Montag wollte ich eigentlich nur noch wieder nach Haus, denn anders als viele andere, bin ich nicht gern woanders. Ich reise nicht sonderlich gern, sondern halte mich lieber in meiner Wohnung bei meinem Mädchen (= Katze) auf. Doch ich wusste ja, dass der Dienstag sich lohnen würde und das tat er.
Im Rahmen der Konzerte hatten sich einige alte Kontakte wiederbelebt und es war toll Menschen nach Jahren wieder zu treffen. Das Konzert in Köln war schon extrem gut gewesen, sehr heiß (aber das war die Halle 2016 auch schon gewesen), aber auch sehr energiegeladen, außerdem recht emotional für mich. Das in München war noch viel heißer (ich war nie zuvor in einer so heißen Halle wie dort), aber auch seitens der Band weit beteiligter. In Köln haben sie gut gespielt, aber eher jeder für sich. Es gab kaum Interaktionen, die ich durchaus von ihnen kenne. Und genau das trat in München zutage. Es lockerte einfach alles auf.
Das Meet & Greet fand erst im Anschluss statt (ich hatte schon in Köln mitbekommen, dass es wohl an die 300 VIP-Tickets gab, was die Bezeichnung eigentlich lächerlich macht), ich vermute, sie hätten das nicht wie in der Vergangenheit vorher geschafft (der Einlass lag eine Stunde vor dem regulären Einlass und 300 Leute zu kontrollieren, durch das M&G zu bringen und am Merchandise-Tisch durchzuschleusen, ist in 60 Minuten schon sehr schwierig). Also hieß es warten, bis wir aufgefordert wurden, uns aufzustellen und dann ging es der Reihe nach einmal los. Die Jungs standen nebeneinander hinter einem Tisch, schüttelten einem die Hand und bedankten sich, das wars im Grunde auch. Aus dem Hintergrund wurden wir ständig aufgefordert, weiterzugehen, Umarmungen wurden regelmäßig verboten (und manche Fans fragten die Jungs trotzdem danach), manchmal gab es eine kurze Kommunikation über den Dank hinaus, aber dann war auch schon alles vorbei. Es war dadurch ähnlich wie 2007 bei der Autogrammstunde, auch da wurde permanent gedrängelt, man solle sich beeilen, obwohl die Jungs damals ja Autogramme schrieben und das Warten vor einem von ihnen nicht daran lag, sich nicht trennen zu wollen. Und obwohl beides sehr schnell ging – das waren immer nur wenige Sekunden – so fühlt sich das jedes Mal für mich unendlich an. Das war 2007 so und unterscheidet sich dieses Mal nicht.
Ich bin danach nicht länger dort geblieben, auch meine Bekannten wollten in ihr Hotel zurückkehren, ich musste aber am nächsten Morgen früh aufstehen und musste noch packen und ganz dringend duschen.

 
Das Ganze liegt jetzt gerade einmal drei Wochen zurück (wenn das hier online geht, sinds dreieinhalb Wochen) und ich bin noch immer nicht so richtig zurückgekehrt. Zumindest thematisch ist mein Kopf noch immer voll von Musik, voll von dieser wundervollen Band und lässt keinen Platz für anderes.

 
Gazette werden für mich immer etwas ganz Besonderes sein und wegen der Tour schreibe ich jetzt über sie, denn ich wusste, ich könnte mich jetzt nicht auf eine andere konzentrieren (der Beitrag zu MUCC kam zwar zwei Tage nach meiner Rückkehr online, tatsächlich habe ich aber die letzten drei Juni-Beiträge vor meiner Abreise geschrieben und geplant, weil ich wusste, dass mein Kopf dafür keine Kapazitäten haben würde, nicht mal für Beiträge ohne Musik).

 
Ich werde euch jetzt einfach meine Schätze zeigen, zwischen den Text haben sie heute irgendwie nicht so richtig gut gepasst also kommen sie einfach hintereinander.

 

CDs
(alle 9 Alben, eines davon in zwei Versionen, zwei Minialben und noch ein gesondertes)

 

DVDs

 
Tourshirt und Bandana, beides 2007

Vorderseite Shirt, Bandana ausgeklappt

 

Rückseite Shirt, Bandana gefaltet

 
Tourshirts 2013

Vorderseite

 

Rückseite

 
Tourshirt 2016 (links) und „Black Moral“-Shirt (im NeoTokyo gekauft)

Vorderseite

 

Rückseite

 
Merchandise 2019
Hoodie (links), Tourshirts

Vorderseite

 

Rückseite

 
Das war es im Groben. Es ist noch eine ganze Menge mehr Geld indirekt in die Band geflossen, aber dafür habe ich einen gesonderten Beitrag geplant und das betrifft auch nicht nur Gazette.

 
Jetzt fehlen nur noch die Videos.
Ein paar wenige habe ich ja schon im Dezember bei meiner Playlist für die Weihnachts-/Winterzeit verlinkt.
Mich zu entscheiden, fällt mir unglaublich schwer, denn Gazette haben in mittlerweile gut 17 Jahren so vieles gemacht, sie haben sich verändert, sind gewachsen und trotzdem immer noch unglaublich toll. Ich mag nach wie vor viele der alten Songs, auch wenn ich die aktuelleren häufiger höre.

 
Ich denke, ich starte einfach mal mit dem Song, mit dem ich glaube, sie kennengelernt zu haben. Er zählt nicht mal zu meinen Top-Favoriten. Ich weiß nicht sicher, ob es wirklich der erste Song war, aber es waren auf jeden Fall die Kostüme, die sie in dem Video tragen.
SILLY GOD DISCO

 
十七歳 (juunana sai) ist einer ihrer ältesten Songs, aus dem Jahr 2002 (das zeigt auch die Videoqualität). Trotzdem zählt er zu der sehr langen Liste meiner Favoriten. Er hat eine sehr eigene Art sich zu steigern und vor allem, wenn zum Ende die Gitarre noch mit im Hintergrund einsteigt, geht mir jedes Mal das Herz auf (wer wissen will, was ich meine, muss durchhalten).

 
Verglichen mit heute waren sie gewissermaßen in den ersten Jahren roher und vielleicht auch verrückter drauf. Ein Beispiel dafür ist 春ニ散リケリ、身ハ枯レルデゴザイマス (haru ni chirikeri, mi ha kareru de gozaimasu).

 
Da ich es schon erwähnt habe und von dem Song ohnehin nicht genug bekommen kann, verlinke ich auch Filth in the beauty.

 
Ich arbeite mich hier gerade ein bisschen durch ihre Discography und versuche mich pro Album für einen Song zu entscheiden (das vorige habe ich übersprungen, weil ich davon 「DIM SCENE」 bereits letztes Jahr verlinkt hatte) und nehme deswegen THE SUICIDE CIRCUS mit rein.

 
Vom nächsten Album weiß ich, dass zu 「DERANGEMENT」 ein PV existiert, das ich mir nur einmal angesehen habe, weil es extrem eklig war (ich meine mich an Maden zu erinnern, aber ich glaube, das war längst nicht alles), deswegen lasse ich den Song weg. Eine Entscheidung zu treffen, fällt mir ohnehin schwer, aber im Endeffekt nehme ich ATTITUDE. Unter anderem auch, weil der Song ziemlich gut zeigt, wie die beiden Konzerte aussahen, auf denen ich dieses Jahr war. Sie haben ihn zwar nicht gespielt, aber so in der Art war der überwiegende Teil der Musik, vielleicht ein bisschen mehr melodisch, aber rein von der Energie her.

 
Mit dem nächsten Album wird die Entscheidung fast noch schwerer. Ich hatte mich bis 2013 nie auf eines als Favoriten festlegen können, doch das änderte sich damals schlagartig (ich habe auch keines so oft gehört, wie dieses, wobei ich fast glaube, dass die beiden nachfolgenden nicht kürzer gekommen sind, sie kann ich nur noch nicht so lange hören und dadurch auch weniger häufig), was allerdings jetzt auch schon nicht mehr so richtig passt, mittlerweile sind es im Grunde die letzten drei Alben. ^^
Ich nehme jetzt einfach INSIDE BEAST. Eigentlich wollte ich das PV verwenden, doch dann habe ich diese Live-Version gesehen und festgestellt, dass es der erste Song der Zugabe ist. Und das war er auf beiden Konzerten hier dieses Jahr auch, also muss es diese Version sein.

 
Da ich aus dem nächsten Album auch schon in dem älteren Beitrag 「DOGMA」 verlinkt hatte, lasse ich diesen Song jetzt auch weg und gehe stattdessen zum letzten Album über. Das Shirt auf dem letzten Bild ganz rechts zieren drei Zeilen aus Falling.

 
Und bevor ich euch die letzten drei Alben in Gänze dalasse, verlinke ich aus einem von ihnen noch ab einer bestimmten Stelle. Denn mein absoluter Top-Song ist nicht einer, sondern es sind zwei. Und obwohl sie inhaltlich nicht miteinander verbunden sind, so gibt es auf dem Album keine Unterbrechung und irgendwann im zweiten der beiden Songs wunderte ich mich, wann der vorige denn enden würde, da keine extra langen Titel auf dem Album waren. Zu dem Zeitpunkt befand ich mich schon im zweiten und habe sie seitdem nie getrennt gehört, obwohl das Album mittlerweile über fünfeinhalb Jahre draußen ist.
TO DAZZLING DARKNESS + CODA (einfach bis zum Ende durchhören, es sind die letzten beiden Titel auf dem Album) Auch wenn meine Auswahl zeigt, dass ich die sehr energiegeladene Musik von ihnen liebe, so trifft es eindeutig nicht auf meinen Favoriten zu (den höchsten Favoriten, ich habe eine sehr lange Liste an Titeln, die ganz oben rangieren).

 
Komplette Alben:
『BEAUTIFUL DEFORMITY』 (23.10.2013)
『DOGMA』 (26.08.2015)
『NINTH』 (13.06.2018)

 
Kennt ihr die Band? (das ist nicht ganz so ausgeschlossen wie bei mancher der bisherigen)
Woher kennt ihr sie oder seid ihr neugierig geworden?
Was gefällt euch oder auch nicht an ihnen?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Juni

 
Willkommen im neuen Monat und zu meinem Leserückblick.

 
Der leider völlig leer ausfällt.
Auch wenn auf dem Foto erneut „Kernstaub“ von Marie Graßhoff zu sehen ist, so habe ich das Foto eigentlich nur reingenommen, weil ich das Buch nach wie vor nicht beendet habe.

 
Denn ich habe im Juni gar nicht gelesen.
Ich habe halbwegs überrascht festgestellt, dass es wirklich keine einzige verzeichnete Minute dafür gibt.
Mir war bereits klar, dass da nur sehr wenig stehen würde, aber ich hatte gedacht, dass ich zumindest zu Beginn des Monats mal die Nase ins Buch gesteckt hatte, aber nein.

 
Wie konnte es denn nur dazu kommen?

 
Zum Teil ist das ganz einfach.
Ich habe im Juni quasi Urlaub gemacht.

 
Haha, Urlaub, gerade da liest Mensch doch viel (immerhin war ich allein unterwegs). Ja, das hatte ich auch gedacht. Ich hatte den E-Book-Reader dabei, auf dem auch der Nachfolgeband drauf ist und zusätzlich ganz vorsorglich noch ein Taschenbuch eingesteckt. Nur, um nichts davon auch überhaupt mal zu öffnen.

 
Ich will jetzt gar nicht zu sehr auf die Reisedetails eingehen, aber so wie ich bin, hat die eher kurze Reise vom 15. bis 19. Juni ganze drei Wochen in Anspruch genommen. Ich brauche eine gewisse Zeit im Vorfeld, in der ich durch die Veränderung meines Alltags sehr angespannt bin, außerdem hatte ich für die Katzenbetreuung und die Reise einiges vorzubereiten. Die Zeit danach war dann zwar weniger nachbereitungsaufwändig, aber ich habe locker eineinhalb Wochen gebraucht, um wieder halbwegs normal zu funktionieren. Also, auch wenn ich nur ein paar Tage weg war, habe ich eigentlich volle drei Wochen Urlaub gemacht. Oder sowas in der Art, Erholung war das nicht, aber das bin einfach ich.

 
Und daraus erklärt sich eigentlich auch, warum ich seit mittlerweile drei Monaten am selben Buch lese, obwohl ich vor allem im April, aber auch noch ein bisschen im Mai ganz gut vorangekommen war. Mein Fokus lag einfach ganz woanders. Teils gewollt, teils halt so.

 
Wie sieht es bei euch aus?
Habt ihr mehr gelesen als erwartet oder weniger?
Oder wart ihr schon tief in den Camp-Vorbereitungen gefangen (so ihr Autoren seid)?

 
Bis denne ☆