Neuer Name – neues Ich?

 
Ich hätte den Beitrag auch „Warum ich jetzt einen neuen Namen habe und wieso er eigentlich überhaupt nicht neu ist“ nennen können, aber das war zu lang.

 
Also, hallo, ich bin Kuro. ^^

 
Seit ich im Februar 2017 in den sozialen Medien unter meinem bürgerlichen Namen (naja, in Kurzform beim Vornamen) gestartet bin, kennen mich die meisten mittlerweile darunter.
Kuro gibt es dagegen bereits seit 2007/2008 und für mich ist das seit langem eigentlich mein Name. Ich bin damit schon lange auch online unterwegs und ich rede mich selbst mit diesem Namen an (wenn ich mir sage, was ich gerade falsch gemacht habe oder mich lobe oder über mich lache usw.).

 
Bis 2012 gab es neben noch älteren Online-Namen nur diesen. Dann zerbrach eine Freundschaft, die ebenfalls eine Schreibpartnerschaft war. Als ich 2013 das erste Mal in ein Schreibforum kam, wollte ich unerkannt bleiben und baute mir eine weitere Online-Identität auf. Ursprünglich habe ich mich dort auch nur angemeldet, um entspannt mitlesen zu können, aber dabei ist es nicht geblieben. Aber diese Identität (ursprünglich Drachenschwinge, woraus ich Riyuu bildete) stand für meine schreibende Seite, während ich andere Interessen weiterhin unter Kuro verfolgte. 2017 habe ich Riyuu hinter mir gelassen und bin eben mit meinem bürglichen Namen ins Internet gegangen, zum ersten mal überhaupt.

 
Mit all den Veränderungen in meinem Leben in den letzten eineinhalb Jahren, dem familieninternen Bruch, der einer der Schritte zu meinem eigentlichen Ich war, will ich nicht mehr alles getrennt halten. Irgendwie ist es das immer noch. Aber eben jetzt auch hier zu Kuro zu werden bzw. es zu sein, ist ein Teil davon.

 
Kuro lehnt sich ohnehin an meinen richtigen Namen an.
Ich mochte Melanie nie wirklich. Als Kind war der Name mir egal, später mochte ich ihn einfach nicht. Auch nicht gängige Abkürzungen, weswegen ich mit Mel die sehr kurze Form gewählt hatte. Einzig die Bedeutung – die Schwarze, die Dunkle – ist, was mir an dem Namen gefällt und genau dort besteht die Verbindung zu Kuro. Kuro ist der Wortstamm für schwarz im Japanischen.

 
Twitter und Instagram sind bereits umbenannt.
Auf Facebook ist das nicht möglich. Denn Facebook schreibt zwar in seinen „Regeln“, dass man den Namen wählen soll, unter dem die meisten einen kennen und es sollte idealerweise der Name sein, der im Ausweis steht, nur stimmt beides bei mir eben nicht überein. Und ich habe in der Vergangenheit bereits einen Account verloren. Er wurde gesperrt und um ihn freizuschalten, soll ich mich mittels Personalausweis oder ähnlichem Dokument ausweisen. Was diese „Regel“ völlig lächerlich macht. Ich habe Freunde, die mich im Japanischkurs mit richtigem Namen kennengelernt haben, doch kaum hat sich der private Kontakt ergeben, haben sie angefangen, mich Kuro zu nennen und wann immer sie mit meinem richtigen Namen konfrontiert sind, irritiert er sie kurz, während Kuro für sie mein Name ist. Ich kann Kuro also nur als weiteren Namen hinzufügen (der, der auf dem Profil in Klammern angezeigt wird) und das mache ich sogar schon seit ein paar Monaten. Es fällt nur nicht auf, solange man nicht aufs Profil geht, was den Namen im Alltag doch wieder sehr unsichtbar macht.

 
Für den Blog/die Seite muss ich noch nach einer Lösung schauen. Mein Hostingpaket enthält nur eine Domain und die kann nicht umbenannt werden. Ob die Möglichkeit besteht, anderweitig nur eine Domain zu kaufen und dann umzuleiten, muss ich schauen. Das Paket hochzustufen, wird wahrscheinlich gleich noch viel mehr Features nach sich ziehen, die ich nicht benötige und somit die Kosten ebenfalls steigen lassen, was ich insgesamt vermeiden will. Dementsprechend bleibt die Domain zumindest vorübergehend bei meinem richtigen Namen.

 
Ansonsten erklärt sich jetzt vermutlich ein bisschen, warum ich als Pronomen K gewählt habe.

 
Ich fühle mich noch längst nicht vollständig, das ist mir vor ein paar Tagen bewusst geworden.
Aber mit jedem Schritt werde ich ein bisschen mehr ein Ganzes. Und ein bisschen mehr ich.

 
Bis denne ☆

Warum Triggerwarnungen wichtig sind

 
Triggerwarnungen sind Zensur.
Das ist die Aussage schlechthin, die von Gegnern erfolgt.

 
Dabei ist das überhaupt nicht der Fall.

 
Denn niemand verbietet Autoren, über etwas zu schreiben. Und Triggerwarnungen tun das auch nicht. Sie helfen aufgrund ihres Vorhandenseins lediglich Menschen, sich zu entscheiden, ob sie sich bestimmten Themen in Geschichten aussetzen möchten oder nicht. Gehen diese Inhalte sicher aus dem Klappentext hervor, ist die Angabe von Triggerwarnungen nicht zwingend nötig, kann aber unterstütztend eingesetzt werden.

 

Wozu brauchen manche Menschen denn überhaupt Triggerwarnungen?

Menschen sind unterschiedlich. Das ist die wichtigste gedankliche Grundvoraussetzung, wie ich finde. Denn nur weil di_er eine gut und sicher im Leben steht, entweder keine negativen Erfahrungen machen musste oder aber sehr gut mit ihnen umgehen kann, bedeutet das nicht, dass das auf di_en andere_n zutrifft. Und um rücksichtsvoll miteinander umzugehen, sollte hier immer gelten, dass diejenigen, denen es gut geht, auf die anderen Menschen aufpassen sollten. Was in diesem Fall nichts anderes bedeutet, als Betroffenen die Möglichkeit zu geben, im Vorfeld zu sortieren, ob sie sich dem/n behandelten Thema/en gewachsen fühlen oder nicht. Das tut niemandem weh, kann aber Betroffenen helfen, nicht getriggert zu werden.

 

Welche Trigger gibt es?

Unzählige.
Im Grunde kann alles ein Trigger sein.
„Aber dann kann ich doch gar keine Triggerwarnung drauf setzen.“

 
Doch, denn:

 

Vor welchen Triggern sollte gewarnt werden?

Auch hierfür gibt es keine pauschale Antwort.
Aber es gibt eine Liste auf Alpakawolken mit den gängigsten Triggern.
Natürlich gibt es endlose weitere, da spreche ich aus eigener Erfahrung. Aber ich verstehe eben auch, dass es schwierig wird, je weniger Menschen von denselben Triggern betroffen sind, je alltäglicher die Trigger sind (und jetzt kommt mir bitte keiner mit „Tod“ ist alltäglich, ja, natürlich sterben täglich Menschen, aber das ist kein Grund dafür).
Weitere Themen können immer auch gelistet werden, diese Liste dient nur zur Orientierung über die bekanntesten und häufigsten Trigger.
Und es ist natürlich auch ein bisschen vom Genre abhängig, welche Triggerwarnungen sinnvoll sind. In Krimis ist das Thema Tod sicher nicht so überraschend wie in einem Liebesroman.

 

Wo sollten Triggerwarnungen in Bücher positioniert sein?

Manche Autor_innen setzen sie vorn ins Buch, damit sie nicht übersehen werden können.
Andere platzieren vorn nur einen Hinweis, wo im Buch (für gewöhnlich hinten) die Triggerwarnungen stehen. Damit können diejenigen, die keinerlei Triggerwarnungen brauchen und lesen wollen völlig unbedarft in die Geschichte einsteigen, diejenigen, die sich absichern wollen, finden die Triggerwarnungen dann an der entsprechenden Stelle.

 

Aber wird die Geschichte damit dann nicht gespoilert?

Nein, denn Triggerwarnungen sind allgemein. Wenn ihr euch die verlinkte Liste anschaut, seht ihr, dass dort lediglich Themen stehen, keine expliziten Darstellungen. Wie das jeweilige Thema umgesetzt ist, wird also überhaupt nicht verraten. Wenn der Plottwist daraus besteht, dass die schockierende Wirkung nur aufgrund der Unvorhersehbarkeit eines solchen Themas besteht, dann sollte der schreibende Mensch vielleicht noch an seinen handwerklichen Fähigkeiten feilen, damit die Geschichte auch noch spannend ist, obwohl das Thema erwähnt wird.

 
Ich denke übrigens, dass das nicht nur für Bücher gilt, sondern für den allgemeinen Umgang miteinander. Wenn ihr etwas in den sozialen Medien postet, verseht doch bitte eure Posts mit Triggerwarnungen bzw. gewöhnt es euch an. Ich weiß, dass das manchmal noch etwas überflüssig erscheinen kann, so geht es mir zumindest auf Twitter, dennoch finde ich die Entwicklung wichtig.

 

Warum ich das auf Twitter teilweise überflüssig finde?

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist.
Aber wenn gepostete Bilder mit Triggerwarnungen (bzw. Content Notes) versehen sind, bringen sie mir gar nichts. Bevor mein Hirn den Inhalt des Textes erfasst hat, hat es das Bild schon gesehen. Hierfür fehlt bei Twitter meiner Ansicht nach eine Spoilerfunktion, die man für jeden einzelnen Beitrag aktivieren kann, um eben die Bilder in den Spoiler zu packen.
Vielleicht ist das bei anderen Menschen anders, für mich gilt aber genau das.
Dennoch ist das eine Sache, die in Zukunft angepasst werden könnte (ich erinnere mich an Zeiten vor ungefähr fünf Jahren, als Twitter alle Bilder erstmal versteckt hatte und man sie anklicken musste, die generelle technische Möglichkeit für das Verstecken ist also gegeben, die selektive Option müsste aber natürlich angeboten werden). Und ja, ich weiß, jeder kann einstellen, dass sensible Inhalte nicht angezeigt werden. Aber ums mal sehr klar zu sagen, diese Funktion ist absolut lächerlich. Da werden simple Portraitbilder von Menschen versteckt, auf denen absolut nichts sensibles gezeigt wird. Und es fehlt immer noch die Option der Person, die postet, zu entscheiden, das Bild sicher zu verstecken, sondern jede betroffene Person muss hoffen, dass der maschinelle Filter von Twitter jegliche mit für diese Person behafteten Triggern auch wirklich aussortiert und damit versteckt. Und nein, soweit sind die Algorithmen einfach nicht, sie sind nun mal keine Menschen.
Dass Twitter technisch da noch hinterherhinkt, macht aber den grundsätzlichen Sinn von Triggerwarnungen auf Twitter nicht überflüssig. Nur die momentane Umsetzung ist schwierig.

 
Also ja, es braucht unbedingt Triggerwarnungen. Aber sie zensieren nicht, denn sie verbieten keinen Inhalt. Sie helfen nur für den sensiblen Umgang. Um Menschen zu schützen. Und das sollte es jedem Menschen wert sein, ob es nun um die eigenen Geschichten geht, bei der die Leserschaft nicht getriggert wird oder um Freunde und Follower.

 
Nutzt ihr Triggerwarnungen schon?
Seid ihr selbst von Triggern betroffen?
Wenn ihr schon Bücher veröffentlicht habt, wo positioniert ihr die Triggerwarnungen?

 
Bis denne ☆

Queerness, Outing(?) und mehr

 
Dass ich queer bin, ist absolut kein Geheimnis.
Und ein richtiges Outing hatte ich eigentlich nie (ich betrachte diesen Post auch nicht als solches).

 
Ich bin ganz durchschnittlich als Mädchen aufgewachsen, fand in meiner Jugend Jungs toll und hatte mit 17 meinen zweiten Freund. Die Beziehung hielt fast neun Jahre. Ich habe mich damals eindeutig als hetero eingestuft.
Trotz allem war ich zumindest Mitte 20 der Meinung (ich kann mich jedenfalls zu der Zeit daran erinnern), dass „die Hülle unwichtig ist, auf das Innenleben kommt es an“. Witzigerweise habe ich das damals im Oktober zu einer Freundin gesagt. Und im Dezember war da DIE Frau. Ich kannte sie schon vorher, ich mochte sie auch von Anfang an, aber im Dezember war da plötzlich das Kribbeln. Interessanterweise – und ich fand das wirklich interessant – habe ich nur gedacht, als ich einen Augenblick für mich allein war, dass ich mich gerade wie ein verliebter Teenager fühle. Ja, genau so. Das in etwa waren meine Gedanken. Und damit hatte ich die Sache akzeptiert.
Es mag sein, dass es am Alter lag. Dass ich mich nicht im ohnehin schon völlig hormonverseuchten Zustand der Jugend damit befassen musste.
Oder daran, dass ich zumindest nicht völlig negativ mit dem Thema aufgewachsen bin. Ich kenne zwar durchaus die verinnerlichten Sprüche wie „ich ziehe doch kein Rosa an, das ist voll schwul“ oder ähnliches, aber ich wusste ebenfalls, dass meine Eltern früher, fast noch vor meiner Zeit, einen schwulen Freund im Umfeld gehabt hatten. Es war nie wirklich Thema bei uns, weder positiv noch negativ. Und es ging eh niemanden etwas an. Zumal aus der Sache nichts geworden ist, es hat mir nur einiges über mich selbst gezeigt.
Warum ich kein Outing hatte?
Weil ich noch nie über solche Themen mit meiner Familie gesprochen habe. Ich habe ihnen nie direkt erzählt, wenn ich einen Freund hatte. Es fiel dann höchstens dadurch auf, dass ich ständig von ihm geredet habe. Bei meiner Beziehung mit einer Frau lief es dann ganz einfach so, dass sie mich über Weihnachten besucht hat (Fernbeziehung) und ich schon vorher angekündigt habe, dass ich nur zum üblichen Familienteil käme, wenn ich sie mitbringen kann, mehr habe ich nicht erwähnt. Es war okay. Und dann sind wir genauso miteinander umgegangen wie meine Geschwister mit ihren Partnerschaften. Es war also vielleicht ein nonverbales Outing, aber eben nichts im herkömmlichen Sinne.

 
Das Thema, das mich seit einigen Monaten umgibt und das der Auslöser für diesen Post war, ist ein bisschen komplizierter und ich bin auch immer noch nicht sicher, ob ich das familienintern überhaupt ansprechen werde. Wer mir auf Twitter und/oder Facebook folgt, hat es vor einiger Zeit vielleicht auch mitbekommen.

 
Was ich schon sehr lange irgendwie weiß, ist, dass ich mich nicht als Frau sehe. Ich sage bewusst irgendwie, denn ich weiß, dass ich schon in meiner Kindheit und Jugend damit rumgescherzt habe und es dann immer schön auf meinen Nachnamen abgewälzt habe, dass ich doch wenigstens halb-halb bin, aber nicht so richtig ein Mädchen. Damals drehte sich alles um die klischeebehafteten Interessen und Verhaltensweisen (ich bin ein Kind der 80er, ich bin ganz natürlich damit aufgewachsen, dass daran alles festgemacht wurde). Ich habe Zahlen geliebt. Ich habe noch bildlich vor Augen, wie ich im Kindergarten lieber mit der Tanksäule, deren Zahlen sich bewegt haben, gespielt habe, statt mit Puppen. Ich hatte auch nie viele Puppen, wenn das auch nicht komplett an mir vorbeigegangen bin. Ausschließlich als Jungen habe ich mich auch nie gesehen und ich sehe mich auch jetzt nicht als männlich. Es gibt eine Menge weiterer typischer Klischees, die ich benennen könnte, aber eigentlich ist das eh unnötig.

 
Ich habe mich einfach immer als Frau bezeichnet, bezeichnen lassen und diese Rolle, in der ich erzogen wurde, weitergespielt, wobei ich deswegen trotzdem ich geblieben bin. Ich habe keine Kinder und ich gehe nicht davon aus, dass sich das je ändern wird – zum Vorteil aller Beteiligten. Auch wenn ich irgendwann drauf angesprochen wurde, dass ich doch bald 30 würde, ob ich nicht langsam mal an Familie denken wolle, ähm, nein. Der Gedanke stand nicht mal zur Debatte.
Trotzdem habe ich gerade dieses Jahr erkannt, dass ich einfach nicht weiblich bezeichnet werden möchte. Es fühlt sich falsch an. Nicht zu mir gehörend. Und ich glaube, diese eine Situation, als ich in einem Warteraum saß, wusste, ich würde gleich dran sein und dann mit „Frau Matthias“ aufgerufen wurde, merkte, dass der Name korrekt ist, doch der Rest sich eben falsch anfühlte, damit begann die bewusste Wahrnehmung, mich nicht als weiblich zu sehen. Mich aus der anerzogenen Rolle entfernen zu wollen, um mich wirklich als ich zu fühlen.

 
Es folgte die Suche vor allem nach einem passenden Pronomen. Dass ich ein Enby bin, wusste ich schnell. Genauere Label nutze ich nicht. Ich weiß sie nicht und ich brauche sie auch nicht.
„Sie“ scheidet aus, weil es weiblich ist. „Er“ ebenfalls, da männlich. „Es“ ist für mich im Deutschen keine Option. Das Wort klingt mir zu sachlich. Die verschiedenen Möglichkeiten, die ich online gefunden habe (z. B. sier, xier uvm.) waren alle nicht die richtigen für mich. Am wohlsten habe ich mich noch mit dem Englischen „they/them“ gefühlt, aber im deutschsprachigen Kontext wollte das auf mich auch nicht so richtig passen. Ich habe also weiterhin Artikel gelesen und bin dabei über diesen gestolpert, der mir meine Lösung geboten hat (zumindest im Großen und Ganzen, beim Punkt „Relativpronomen“ bin ich noch immer überfragt). Denn ziemlich weit unten steht eine Ergänzung und mit ihr wusste ich ganz klar, wie mein Pronomen aussehen wird.

 
Es ist ein einzelner Buchstabe.
K.
Ob nun deutsch oder englisch gesprochen, spielt für mich keine Rolle. Wenn ich ihn selbst nutze, spreche ich ihn englisch aus, was aber daran liegen mag, dass ich zeitweise auch auf englisch denke. Beispiele für die Anwendung stehen im verlinkten Artikel.

 
Warum ich heute darüber schreibe?
Weil Twitter und Facebook ziemlich vergänglich sind.
Ich habe es bei Twitter im Profil zu stehen.
Bei Facebook ist es auch bei den Infos eingetragen (leider muss man dort für die Anrede trotzdem aus den klassischen drei Optionen auswählen).
Und ich könnte die Posts festpinnen. Ich selbst schaue aber selten auf Profile, bestenfalls, wenn jemand neu ist und ich deswegen neugierig bin, aber sobald ich jemanden zu meinen Freunden hinzugefügt habe oder ihm folge, nutze ich Timeline und gelegentlich den FB-Feed und da geht das unter. Außerdem kann ich es hier ausführlicher erklären.

 
Ich möchte irgendwann komplett von der weiblichen Bezeichnung weg. Dass das nicht von heute auf morgen geht, akzeptiere ich. Ich merke das selbst. Einerseits bei anderen Enbys, vor allem, wenn ich sie so nicht kennengelernt habe. Andererseits habe ich einen Bekannten, der trans ist. Ich habe ihn schon als Mann kennengelernt, wenn bei unserem einzigen Treffen vor über zehn Jahren der Körper noch eindeutig weiblich war. Dann verlor sich der Kontakt bis vor ein paar Monaten. Ich habe ihn damals unter einem anderen Namen kennengelernt (nicht sein Deadname, aber trotzdem der, der gute zehn Jahre in meinem Kopf saß) und der jetzt quasi nicht mehr existiert. Ich meide ihn auch bewusst, aber ich merke, wie er nach der langen Zeit immer wieder zuerst aus meinen Gedanken möchte, aus reiner Gewohnheit.
Und ich gehe davon aus, dass es Menschen, vor allem, je länger sie mich kennen, auch so geht, weil das tief verankert ist.

 
Und genau dies ist der Grund, weswegen ich familienintern noch überhaupt nicht sicher bin, ob ich das Thema ansprechen werde. Ich habe keine Ahnung, wie weit das Bewusstsein in meiner Familie auf dieser Ebene überhaupt existiert. Bis heute benutzen längst nicht alle „Mel“ als Form für meinen richtigen Vornamen, obwohl ich diese seit definitiv zwanzig Jahren verwende (womit ich nur die engste Familie meine, der darüber hinaus reichende Verwandtschaftskreis kennt die Kurzform vermutlich nicht mal, weil wir nur alle paar Jahre mal Kontakt haben). Ich habe da nie sehr nachdrücklich drangehangen, aber wann immer ich schriftliche Nachrichten hinterlasse und mit Namen versehe, steht dort nur „Mel“.
Das ist wie gesagt noch ein ganz eigener Abschnitt für sich.

 
Aber gerade für alle Menschen, die ich neu kennenlerne, für die Kontakte im Internet, möchte ich „sie“ los werden. Ich bin nicht „sie“.

 
Ich bin „K“.

 
Bis denne ☆

Wenn die Zweifel kommen

 
Zweifel kennt wohl jeder Autor. Oder eigentlich jeder Mensch, aber ich beschränke mich hier gerade mal auf Autoren.

 
Ich habe in letzter Zeit diverse meiner eigenen „Werke“ gelesen, alles Rohfassungen. Und nachdem ich im letzten Monat ein bisschen Kritik auf eine etwas bearbeitete Szene aus einem davon bekommen hatte, sind mir bestimmte Aspekte darin in allen Geschichten aufgefallen.
Das ist vermutlich erstmal nicht wirklich schlimm.
Was für mich das Problem ist und damit Zweifel, wie ich sie eigentlich nicht kenne, ausgelöst hat, ist, dass ich nicht weiß, wie ich das jemals anpassen soll.
Ja, ja, das kennt ja auch jeder Autor. Vielleicht.

 
Ich bin einzelne Szenen in Gedanken durchgegangen. Wie könnte ich hier auf etwas anderes umlenken (als Beispiel: ich neige dazu sehr viel über die Augen zu machen, sei es das Sehen selbst, aber auch das Zeigen von Reaktionen, alles läuft über die Augen und Blicke)? Was könnte ich alternativ da verwenden, vor allem, weil es eine andere Figur ist und nicht jede gleich reagieren sollte?
Und ich habe festgestellt, ich habe keine Ahnung. Für mich fühlt es sich in etwa so an, als versuchte ich damit etwas, das komplett außerhalb meiner Möglichkeiten liegt. Denn mir ist eines klar geworden: Was die bewusste Ebene betrifft, nehme ich genau das wahr und mehr nicht. Nach meiner momentanen Einschätzung komme ich aber nicht über das hinaus, was ich kenne, weil ich mir den Rest nicht mal vorstellen kann. Ich muss ja nicht alles davon selbst so erleben, aber ich sollte mir das zumindest vorstellen können. Und daran scheitere ich.

 
Und das, allein das, hat dazu geführt, dass ich mich frage, wie ich je Geschichten schreiben soll, die das erfüllen, was in eine Geschichte gehört (und nein, ich rede dabei nicht mal von Normen, aber alle Kritikpunkte, die mir in dem Zusammenhang aufgezeigt wurden, kann ich gut nachvollziehen, ich stimme ihnen zu).

 
Es ist nicht so, dass ich deswegen ununterbrochen grübele, weil ich weiß, dass das nicht weiterhilft. Aber es zu ignorieren, wird auch nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.

 
Es heißt immer, man kann alles lernen. Aber ich sitze hier und habe keine Ahnung, wie ich das je lernen soll. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob ich ja erstmal eine Rohfassung schreibe, die überarbeitet wird. Es geht nicht darum, die perfekte erste Version zu schreiben, an so etwas glaube ich nicht. Ich sitze hier ja gerade vor Rohfassungen und denke nur, ja, gut, ich weiß trotzdem nicht, wie ich das so anpassen soll, damit es rund klingt. Dabei spreche ich auch noch nicht von Perfektion. Sondern einfach nur von gut.

 
Wie geht ihr mit solchen Zweifeln um?
Habt ihr Dinge erlernt, die ihr für unmöglich gehalten habt?
Wenn ja, wie habt ihr das geschafft?

 
Bis denne ☆

Das Phänomen „man“

 
Vor Jahren bin ich in einem Gespräch darauf hingewiesen worden, dass ich die ganze Zeit meine Meinung wiedergebe, doch dabei ununterbrochen verallgemeinern würde.
Seitdem geht mir diese Aussage nicht mehr aus dem Kopf. Und ich bin empfindlicher dafür geworden, dasselbe bei anderen Menschen wahrzunehmen.
Gerade in letzter Zeit häuft sich das, egal ob im privaten Umfeld oder online.

 
Die Aussagen auf dem Bild sind Vertreter dessen, was ich tagtäglich erlebe. Und dabei geht es immer um die Meinung des Sprechers. Sie trifft sicher auch auf andere Menschen zu, das will ich nicht absprechen. Dennoch eben nicht zwingend auf andere. Und woher kann ich wissen, was ein anderer Mensch denkt?

 
Seit man mir meine Redeweise unter die Nase gehalten hat, fällt es mir oft auch auf, wenn ich solche Formulierungen beginne und ich versuche sie zu vermeiden. Das gelingt mir sicher nicht immer.
Gleichzeitig mag ich es überhaupt nicht, wenn vermehrt in dieser Verallgemeinerungsform mir gegenüber gesprochen wird. Ich möchte noch immer meine eigene Meinung haben. Wenn ständig nur von „man“ statt von „ich“ gesprochen wird, trifft das meiner Meinung nach einfach nicht zu.

 
Um mal ein oder zwei Beispiele aufzugreifen, wer sagt, dass man morgens produktiver ist, wenn man früher aufsteht? Wissenschaftler? Nachdem mittlerweile (meines Wissens) erwiesen ist, dass es nicht nur Lärchen, sondern eben auch Eulen gibt? Jeder Mensch ist anders. Und ich bin ganz sicher nicht produktiv, wenn ich morgens früher aufstehe. Im Gegenteil. Ich habe Probleme morgens aktiv zu sein, vor allem körperlich. Ich kann dann teils schon am PC sitzen und etwas tun, aber wenn ich zu früh aufstehe, funktioniert auch das nicht. Weswegen bei mir auch der Tipp lieber etwas früher aufzustehen, um noch zu schreiben, nicht funktionieren würde. Ich bin eher der Mensch, der zum Tagesende noch ein Konzentrationshoch bekommen kann. Das ist okay. Und ich erwarte nicht, dass andere das können. Aber ich mag eben nicht über einen Kamm mit denen geschoren werden, die perfekt am frühen Morgen arbeiten können.

 
Ein weiteres Beispiel ist eigentlich ähnlich, denn auch hier geht es um die menschliche Individualität. „Wenn man spät abends nichts mehr isst, schläft man besser.“ Nun ja, wenn ich mich daran halte, gehe ich mit Hunger ins Bett und stehe mit Hunger wieder auf. Das ist alles ärztlich durchgetestet. Weil ich eine tolle Ärztin hatte, die nicht locker gelassen hat, bis sie Ursachen kannte. Mein Blutzuckerspiegel steigt nicht so hoch, wie es normalerweise der Fall sein sollte. Zu Beginn ja (der Testzeitraum betrug zwei Stunden), denn nach der ersten Stunde war alles im Normalbereich. Nach der zweiten Stunde hätte der Wert höher liegen sollen, doch er war unverändert und fällt entsprechend früher ab. Was bedeutet, ich muss häufiger essen. Das mache ich mittlerweile seit, ich glaube, 2004. Entsprechend kleine Portionen kann ich mittlerweile auch nur noch essen. Wie dem auch sei, ich kann nicht um 18:00 Uhr essen und um 22:00 oder 23:00 Uhr schlafen gehen (mal abgesehen davon, dass das nicht meine Zeiten sind, das dient nur zur Verdeutlichung).
Darüber hinaus ist jeder Körper anders. Was für die einen gut funktioniert (beispielsweise LowCarb) kann für den anderen nicht der passende Weg sein. Gerade bei der Ernährung sind Verallgemeinerungen sehr schwierig.

 
Wie seht ihr das, ist euch das auch schon aufgefallen?
Ertappt ihr euch selbst dabei zu verallgemeinern?
Wie geht ihr damit um? Bei anderen? Aber auch bei euch?

 
Bis denne ☆