Mein analoges Ablagesystem

 
Ordner, Kartons, Kladden. Und so vieles mehr.
Die Ablage von Projekten, Ideenfetzen und ausführlichen Notizen ist für jeden Autor genauso individuell wie die Arbeitsweise an den Projekten.

 
Seit einigen Jahren habe ich ein System vor allem für laufende Projekte und Tätigkeiten als Autorin gefunden.

 
Ich nutze ganz einfach diese Ablagefächer aus Kunststoff (online finde ich sie vor allem unter den Bezeichnungen Briefablage oder Ablagekorb).
Davon passen fünf Stück in ein Fach meines Expedit-Regals (gilt dementsprechend auch für das Kallax-System). Mittlerweile sind drei Regalfächer damit gefüllt, das sind also fünfzehn Ablagen.

 
Jedes Projekt bekommt ein Fach. Damit kann ich jeden losen Zettel hineinwerfen und habe alles schnell griffbereit zur Hand (vor allem, da das Regal neben meinem Schreibtisch steht). Da ich zusätzlich darauf achte, in meinem Notizbuch immer ein neues Blatt pro neuer Thematik zu nutzen (das bezieht sich auf Projekte, wie auch auf andere Notizen), kann ich diese Zettel ebenso problemlos pro Projekt zuordnen.

 
Alle weiteren Ideen, die sich allgemein auf das Schreiben beziehen, grobe Notizen, die zu keinem spezifischen Projekt gehören usw. haben ein eigenes Fach.
Genauso wie ich gelegentliche Rohentwürfe für Artikel im Schreibmeer auch mal ausdrucke und dafür ein Arbeitsfach habe.

 
In den vergangenen Jahren bin ich in einem Schreibforum im Kurzgeschichten-Monat als Jurymitglied tätig und habe mir auch dafür die Geschichten ausgedruckt, weil ich sie so besser lesen und beurteilen kann. Auch hier gibt es ein eigenes Fach, bis die Geschichten durch den Schredder wandern.

 
Für mich ist dieses System verhältnismäßig platzsparend und zugleich übersichtlich. Ich habe mit einem Griff alles zur Verfügung. Und da ich insgesamt relativ wenige Notizen auf Papier verewige, explodiert alles nicht mehr so sehr wie früher.

 
Nur für die Zeit danach, wenn die Projekte endgültig abgeschlossen sind, muss ich mir noch etwas ausdenken. An diesem Punkt bin ich bisher noch nicht. Vielleicht digitalisiere ich alle Notizen (ich trenne mich sehr schwer von so etwas) und entsorge die Originale anschließend. Oder ich hefte sie ab. Das weiß ich noch nicht.

 
Wie sortiert ihr eure handschriftlichen Notizen?
Geht ihr dabei besonders platzsparend vor?
Welche Tipps habt ihr für andere, die noch suchen?

 
Bis denne ☆

ZeilentanzChallenge Teil 1

 
Und da komme ich auch schon mit der nächsten Reihe.

 
Die ZeilentanzChallenge wurde von Caytoh Nezach ins Leben gerufen, doch für mich war schnell klar, dass ich nicht täglich dazu in den Sozialen Medien posten würde. Es gibt so einige Fragen, auf die ich keine Antworten geben kann oder nicht weiß, was ich schreiben könnte. Deswegen habe ich Caytohs Idee ein bisschen abgewandelt und mich entschieden, die Challenge auf meinen Blog zu verlagern. In drei Beiträgen werde ich jeweils zehn Fragen mehr oder weniger beantworten. Damit gehen die fehlenden Antworten ein bisschen unter.
Der Vollständigkeit halber verwende ich die etwas ausführlicheren Fragen, die nicht in die Grafik gepasst haben, sondern auf Facebook zu finden sind.

 
01. Welchem Genre ist dein aktuelles Projekt zuzuordnen?
„Notenrufen“ fällt unter Contemporary Fantasy. Und eigentlich ist es gar nicht mein aktuelles Projekt. Aber zu „Mondgeborene“ hätte ich noch viel weniger Antworten.
Ich werde oft gefragt, ob das so etwas wie Urban Fantasy ist. Und irgendwie stimmt das. Urban Fantasy trägt schon im Namen, dass die Geschichte im städtischen Raum spielt. Contemporary, also zeitgenössisch, ist ansonsten ähnlich angesiedelt, aber geht eben über den städtischen Raum hinaus. Und da meine Figuren in „Notenrufen“ ihre Reise in Berlin beginnen, dann jedoch weiterziehen, möchte ich mich nicht auf Urban Fantasy festlegen, sondern fühle mich mit dem weitgefassteren Begriff der Contemporary Fantasy wohler.

 
02. Stell uns deinen Protagonisten vor!
Mina ist Anfang 20 und mag ihr Einzelgängerdasein. Sie verdient ihren Lebensunterhalt in einem kleinen Musikgeschäft und finanziert sich damit eine kleine Wohnung. Sie liebt Musik und Bücher, sie denkt sich auch Geschichten aus, allerdings ohne Veröffentlichungsambitionen. Und sie meidet Friedhöfe. Und Krankenhäuser. Denn dort fühlt sie sich immer sehr erdrückt. Was nicht am Tod ihrer Mutter liegt und doch genau zu der Zeit begonnen hat. Vertrauen in andere Menschen hat Mina vor allem verloren, seit sie einmal erwähnt hatte, dass sie sich in manchen Umgebungen erdrückt fühlt, als würde sie etwas spüren und die anderen sich über sie lustig gemacht haben. Dabei hat sie nur die Wahrheit erzählt und ist sich derer gar nicht wirklich bewusst.

 
03. Seit wann arbeitest du an deinem Projekt?
Ich habe damit im November 2016 begonnen und bis vor ungefähr einem Jahr daran geplottet. Seitdem liegt das Projekt, denn ich habe für mich festgelegt, dass ich erst wenigstens einen weiteren fertigen Plot haben möchte, bevor ich wieder ins Schreiben einsteige. Dieser musste allerdings schon so oft pausieren (derzeit liege ich schon wieder bei eineinhalb Monaten), dass sich alles extrem in die Länge zieht.

 
04. Suche einen Ort, der das Flair deiner Geschichte widerspiegelt und mache dort ein Selfie!
Damit wird es schwierig, weil ich dafür weit aus der Stadt raus und erst einmal entsprechende Orte suchen müsste. Also kein Selfie, kein Ort.

 
05. Hat dein Protagonist eine Macke?
Hat die nicht jeder?
Ich denke, Minas Abstand zu Menschen fällt durchaus darunter.

 
06. Zeig uns dein Notizbuch.
Eigentlich kennt ihr es schon, wenn ihr hier regelmäßig vorbeischaut. In diesem habe ich Ideen festgehalten, wenn ich sie überhaupt auf Papier aufgeschrieben habe.

 
07. Schnipselzeit – Poste einen kleinen Ausschnitt aus dem Anfang!
Da ich bislang nichts am Projekt geschrieben habe, kann ich keinen Schnipsel liefern. Stattdessen habe ich meinen Behelfspitch ausgegraben (ich musste ihn wirklich erstmal suchen):
„Mit der Melodie des Todes im Ohr macht Mina sich in Begleitung weiterer Mitstreiter auf den Weg, ihm zu begegnen und den gefallenen Engel Shimu am wahllosen Morden zu hindern, wobei sie ihre Abneigung gegen die Gesellschaft anderer überwinden muss.“

 
08. Was magst du an deinem Antagonisten?
Er mag Menschen nicht. Für ihn stellen sie eine Gefahr für die Erde und andere Lebewesen dar und er will sie beschützen.

 
09. Wenn du eine Verfilmung besetzten müsstest, wer würde deinen Protagonisten spielen?
Eine kurzhaarige Emma Watson.

 
10. Wie stellst du dir das Cover für dein Projekt vor?
Gar nicht.
Mein Ziel ist eine Verlagsveröffentlichung und bis dahin bleiben Cover-Ideen einfach außen vor. Ich habe für so etwas ohnehin kein Händchen (es zu lernen, würde mir die Zeit an anderer Stelle rauben) und bei einem Verlag wüsste ich ohnehin nicht, ob meine Vorstellung mit deren Erfahrung und Idee übereinstimmte.

 
Kanntet ihr die Challenge schon?
Wenn ja, nehmt ihr auch teil?
Wie leicht fallen euch die Antworten?

 
Bis denne ☆

Autorenleben, Schreibtagebuch und Camp NaNo Juli

 
Während ich über den Anfang für diesen Beitrag nachdenke, wird mir bewusst, dass heute bereits fast die Hälfte des Monats vorüber ist.
Hat das Camp nicht gerade erst begonnen?
Und war ich Ende Juni nicht – wie jedes Jahr – noch überrascht, dass es schon wieder soweit ist, wo doch das April-Camp gerade hinter mir lag?

 
Ja, das ist wirklich jedes Jahr dasselbe. Denn während im Mai noch die Nachwehen ausklingen, geht es schon in den Juni über und die Vorbereitungen starten.
Naja, bei anderen. Bei mir nicht.

 
Mein Juni war eher sehr unspektakulär. Zumindest hinsichtlich meines eigentlichen Schreibprojektes. Und das, wo ich so für Routinen zu haben bin.
Für mich entschuldigt sich das auch nur, weil ich stattdessen durchaus trotzdem produktiv war.
Neben der emotionalen Berg-und-Talfahrt, die ich mitgemacht habe (ich bin noch nicht sicher, ob sie hinter mir liegt oder ich mich nur an sie gewöhnt habe), gibt es neue Aufgaben in meinem Leben, die mir sehr viel Spaß machen, alte habe ich wiederentdeckt und fühle mich um Jahre zurückversetzt – zu den schönen Seiten von damals. Und da war noch ein anderes Projekt, das aber noch ein ganzes Weilchen keine weitere Erwähnung finden wird. Aber das hatte immerhin mit dem Schreiben zu tun.

 
Der Juli zeugt bislang auch noch nicht von viel Routine, aber ich arbeite daran.
Für die Zeiten, in denen ich immer mal wieder mehrere Tage eine Pause mache, habe ich jetzt mit einem Schreibtagebuch begonnen.
Das kenne ich einerseits als Zeit- und Wortzahltracker, aber diese betreibe ich seit Jahren und bleibe erstmal dabei (ich tracke noch einiges mehr über meine Projekte hinaus, alles in einer Liste, die ich dafür extra umstellen müsste). Für mich geht es eher darum, dass ich schneller weiß, wo ich in meinem Projekt ansetze.
Wenn ich mein Grundgerüst haben, plane ich nicht linear, sondern dort, wo ich Ideen habe oder Informationen brauche. Das bedeutet, dass ich mich eine Weile mit der Handlung beschäftigte, danach aber eher meine Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit einer Figur richte usw. Und in letzter Zeit ist mir öfter aufgefallen, dass ich nach den Pausen nicht mehr weiß, was ich als letztes gemacht habe und wo ich deswegen am besten einsteige. Damit verliere ich einfach Zeit, die ich effektiv besser nutzen könnte und hier kommt das Schreibtagebuch ins Spiel.

 
Mittlerweile haben in den meisten Bundesländern die Sommerferien begonnen, der Verkauf von Materialien für das nächste Schuljahr ist in vollem Gange. Ich habe mich kurzfristig mit linierten Heften eingedeckt (da sind ja noch weitere Projekte und so dick sind diese Heftchen nun auch nicht, aber vielleicht brauche ich nicht immer so viel, dass es gleich einen Block rechtfertigt – so in etwa sah das in meinem Kopf aus) und notiere, was ich jeweils an welchem Tag gemacht habe. Das sind bisher nur einzelne Stichpunkte, aber sie geben mir eine grobe Orientierung.

 
Zusätzlich geht es in diesem Monat nicht nur um ein Projekt, das mich begleitet, sondern um zwei.
Dafür weiche ich mal wieder auf meine Dreifelderwirtschaft aus. Ich plotte an meinem eigentlichen Projekt (und derzeit geht es tatsächlich überwiegend um den Plot und nicht die Figuren, wobei auch diese sich entwickeln und mir mehr von sich zeigen dürfen) und versuche mich an der Überarbeitung einzelner Szenen eines anderen Projektes als Vorbereitung für zusätzliche Unterstützung. Überarbeitung ist etwas, das ich bislang einfach gar nicht gut kann und ich hoffe durch Hilfe dazuzulernen. Natürlich möchte ich keine völlig rohen Szenen dafür nutzen, aber ich neige sehr schnell zu Betriebsblindheit. Ich weiß, meine Texte sind längst nicht gut, aber ich weiß auch nicht, wie ich vorgehen soll. Deswegen habe ich mir Hilfe gesucht und bin sehr gespannt, wie viel sich meine Texte verbessern werden.

 
Seid ihr beim Camp diesen Monat dabei?
Schreibt/arbeitet ihr täglich an euren Projekten?
Welcher Arbeitsschritt liegt euch am meisten/am wenigsten?

 
Bis denne ☆

Rückblick Camp NaNo

 
Das Camp ist seit bereits elf Tagen vorbei, aber letzte Woche war bereits an den Bücherrückblick vergeben.

 
Für mich lief es dieses Jahr nicht sehr kontinuierlich. Ich habe in den ersten Tagen gar nichts gemacht, dann ging es ein bisschen voran bis zur nächsten Pause. Und aus dieser habe ich mich dann wieder etwas gleichmäßiger herausgearbeitet.

 
Wie dem auch sei, ich habe mein Ziel erreicht, so viel zeigt das Bild ja auch schon. Dennoch hing ich lange Zeit hinterher. Weswegen ich auch dabei bleibe, dass das tief angesetzte Ziel richtig gewählt war.
Dass ich im Endeffekt dann doch noch mal einen guten Sprung gemacht habe, war nichts, das wirklich absehbar war. Dennoch bin ich um den Fortschritt natürlich froh.

 
Trotzdem lässt mich das für den Juli ein bisschen unsicher zurück. Oder allgemein für meinen Rhythmus, doch gerade in den Camps stiegen die Zahlen bei mir meist ein wenig an, wenn ich auch nicht darauf aus bin, mich extrem zu fordern. Das war dieses Mal nicht der Fall, aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe immerhin das Ziel erreicht und ein Fortschritt zum März war es ohnehin.

 
Wie lief das Camp bei euch?

 
Bis denne ☆

Meine gelesenen Schreibratgeber

Wer schreibt und veröffentlicht, sollte sein Handwerk beherrschen, so lautet wohl eine gängige Aussage.
Dem stimme ich absolut zu.
Doch wie erlernt man das Handwerk?
Meiner Ansicht nach, indem man sich mit der Theorie befasst, die man wiederum in die Praxis umsetzt. Dabei ist natürlich nicht jedes einzelne Werkzeug für jeden geeignet. Aber um für sich feststellen zu können, was zu einem passt, muss man es überhaupt erst einmal kennenlernen.

 
Manche beherrschen die Theorie einfach durch Lesen. Aber meiner Ansicht nach sind das die Wenigsten. Und ich denke, das ist es, was man als Talent bezeichnen kann. Die einen tragen das Handwerk quasi einfach in sich, andere müssen es sich Stück für Stück aneignen. Üben müssen sie alle, denn Talent allein verhilft nicht zu guten Büchern.

 
Um mir das Handwerk anzueignen – denn ich betrachte mich nicht als einen derjenigen, die großzügig mit Talent gesegnet sind -, habe ich zuerst online gelesen, bin aber darüber auch zu Schreibratgebern in gedruckter Form gekommen. Auch heute noch nutze ich das alles: Schreibforen, Blogs/Webseiten, Podcasts und natürlich den Austausch mit anderen Autoren auf Social-Media-Plattformen.

 
Im Laufe der Zeit haben sich bei mir ein paar wenige Bücher angesammelt, die ihr oben auf dem Bild sehen könnt. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass die oberen beiden sogar noch verpackt sind. Ich habe es einfach noch nicht geschafft, sie zu lesen, abgesehen von den Auszügen, die sich regelmäßig in der „Federwelt“ finden, wobei ich diese auch erst seit einem Jahr abonniert habe. Auch diese Zeitschrift könnte man dazu zählen, wobei es da um weit mehr als nur das Schreibhandwerk geht.

 
Die ersten beiden Ratgeber, die in meinem Regal standen, waren „Drei Seiten für ein Exposé“ und „Vier Seiten für ein Halleluja“ von Hans Peter Roentgen. Im ersten Anlauf 2014 bin ich damit überhaupt nicht warm geworden. Im Nachhinein glaube ich, dass ich damals einfach noch nicht weit genug dafür war. Als ich sie im letzten Jahr in die Hand genommen habe, konnte ich sie zügig lesen und habe das sehr gern gemacht. Noch immer finde ich beide sehr empfehlenswert. Anhand von Beispieltexten werden verschiedene Handwerkskniffe besprochen und am Ende jedes Themas gibt es eine Aufgabe, die man machen kann. Einmal eben allgemein auf das Romanschreiben bezogen, einmal hinsichtlich des Exposés, auch mit kleinen Ausflügen zum Thema Pitch und Klappentext.

 
Auf dem Stapel liegt noch ein weiteres Buch von Hans Peter Roentgen, „Spannung – Der Unterleib der Literatur“. Es ist nach demselben Prinzip gestaltet. Anders als die ersten beiden Bücher ist dieses im Selbstverlag erschienen und ich vermute hier einige Auffälligkeiten in der Gestaltung. Querverweise zum Anhang sind farblich anders gestaltet, selbst wenn sie eine Überschrift darstellen, was ich sehr ungünstig finde. Der Buchsatz stimmt an manchen Stellen nicht, denn mitten auf der Seite endet der Text, das Kapitel jedoch nicht. Das tut dem Inhalt aber erstmal keinen Abbruch.
An diesem Punkt hat mich eher gestört, dass vieles, das ich bereits aus den anderen beiden Büchern kannte, erneut aufgegriffen wurde und ich mich gefragt habe, wozu das erneut in einem Buch erwähnt werden musste. Das Buch hätte eindeutig dünner sein können. Inwiefern das etwas an dem Preis geändert hätte, habe ich nie nachgeprüft. Dennoch hatte ich mir mehr versprochen, einfach aufgrund des Umfangs. Aus diesem Grund wird vermutlich auch kein weiteres Buch des Autors mehr bei mir einziehen, was nicht bedeutet, dass ich seine Schreibtipps nicht mag, ganz im Gegenteil.

 
Die anderen von mir gelesenen Bücher sind englischsprachig, denn da ist das Angebot weit größer.

 
„How not to write a novel“ von Sandra Newman und Howard Mittelmark war nicht mein Fall. Ich denke, es liegt dabei ein bisschen an der Sprachbarriere. In jedem Abschnitt werden Beispiele herangezogen, es gibt ebenfalls einen Textausschnitt, der zeigt, wie man es nicht machen sollte. Leider gab es immer wieder Vokabeln, die mir nicht vertraut sind (obwohl ich bereits zuvor Romane auf englisch gelesen habe und mich daran nicht störe), weswegen ich teils den Witz nicht verstanden habe. Wer da bewanderter ist als ich, sollte das Buch dennoch gern mal austesten, ich habe bereits auch begeisterte Stimmen dazu gehört. Andere waren danach verunsichert, weil in dem Buch so viele Möglichkeiten aufgeführt sind, die man nicht machen sollte, dass sie sich fragen, wie sie überhaupt noch schreiben sollen. An diesem Punkt kann ich nur sagen, nehmt das Ganze nicht zu ernst. Es geht vor allem darum, sich bewusst zu sein, was man als Autor tut und vielleicht auch gezielt „Fehler“ zu machen. Dann werden sie zum Stilmittel. Aber auch hier muss man eben erst einmal wissen, was sogenannte Schreibregeln sind, um sie dann sinnvoll brechen zu können.

 
Die beiden Thesauri von Angela Ackerman und Becca Puglisi habe ich nur teils gelesen. „The emotional thesaurus“ habe ich eigentlich nur durchgeblättert, „The negative trait thesaurus“ enthielt mehr interessante Aspekte, die ich lesen konnte. Der erste besteht eigentlich nur aus Aufzählungen von Emotionen.
Der zweite enthält eine Liste negativer Charaktereigenschaften, verdichtet sie aber im Anschluss auch noch, was ich als interessanten Aspekt betrachtet und deswegen auch gelesen habe.
Ansonsten eignen sich diese Bücher eher dafür, um sie zur Hand zu nehmen, wenn man seine Charaktere entwickelt und schauen möchte, was im Rahmen der Figuren zur abwechslungsreichen Gestaltung funktionieren kann, ohne dass es erzwungen wirkt. Sich einfach nur hier oder da eine Eigenschaft herauszupicken, ist damit allerdings nicht gemeint.

 
Abschließend kommt hier mein absoluter Favorit „Writing for emotional impact“ von Karl Iglesias. Ein Buch, das sich eigentlich an Drehbuchautoren wendet, doch von dem auch Romanautoren sehr profitieren können.
Anhand von Filmbeispielen wird aufgezeigt, wie wichtig die Emotionen der Charaktere sind, um den Leser (im Buch ist damit die Produktion gemeint, bei der der Autor sein Drehbuch einreicht, aber beim Roman ist das erst der Verlag und später – oder beim Selbstverlag auch gleich – der Leser) in den Bann der Geschichte zu ziehen.
Wer sich an englischsprachige Bücher herantraut (auch hier fiel mir das Lesen nicht total leicht, ich habe ebenfalls nicht alle Filmbeispiele verstanden, aber da es zu jedem Abschnitt mehrere gab, war zumindest immer eines aufgeführt, anhand dessen ich die jeweilige Technik verstanden habe), sollte sich unbedingt dieses Buch anschauen.

 
Mehr Ratgeber in Buchform habe ich bislang nicht gelesen (nein, das stimmt nicht ganz, da kommt gleich noch eine Ergänzung) und im Augenblick habe ich auch keine weiteren Anschaffungen geplant. Die beiden Bücher von Diana Hillebrand möchte ich aber natürlich noch lesen, sonst hätte ich sie mir nicht gekauft. Die Auszüge aus der „Federwelt“ sind jedenfalls vielversprechend. Dennoch kann ich die Bücher bislang nicht einschätzen und nenne deswegen als Empfehlung auf dem deutschsprachigen Markt eindeutig Hans Peter Roentgen, zumindest die beiden im Verlag erschienen Bücher (inhaltlich war ja auch „Spannung“ gut, für mich war es nur zu viel Wiederholung, wer also lieber damit einsteigen möchte, ist ebenfalls gut bedient).

 
Und wer sich fragt, warum ich Stephen Kings „Das Leben und das Schreiben“ nicht aufgeführt habe, dann liegt es daran, dass ich sein Buch nur geliehen hatte und nicht sehr warm damit geworden bin.
Ich bin kein Leser von King-Büchern, was in erster Linie am Genre liegt. Dennoch war ich vor ein paar Jahren neugierig auf das Buch. Es ist ja kein reiner Ratgeber, was ich schade finde, denn die Auszüge aus gerade seiner Kindheit waren mir teils viel zu detailliert und ich dachte nur, das will ich nicht wissen (too much information).
Sein Werdegang war interessant und der Vergleich mit einem Handwerkkoffer gefiel mir. Soweit erschien mir das Buch eine ganze Weile gut, bis King sich selbst widersprach (er sagte vorher, dass es egal sei, ob man Plotter oder Pantser ist). Er schreibt im Buch, dass nur bei denjenigen, die ohne zu planen ein Buch schreiben, eine organische Geschichte entstehen könne. Alles andere würde immer konstruiert klingen. Und an dem Punkt hatte das alles seinen Reiz und seine Glaubwürdigkeit verloren.
Ich sage nicht, dass er keine guten Bücher schreibt (ich kann das nicht beurteilen, auch wenn ich sehr konträre Aussagen gehört habe). Aber diese Einseitigkeit hat mir seinen Ratgeber absolut nicht sympathisch gemacht. Ich halte mich deswegen einfach an andere, jeder muss seine Favoriten für sich finden.

 
Habt ihr denn schon Ratgeber gelesen?
Welche waren es und wie haben sie euch gefallen?

 
Bis denne ☆

Mein Camp-NaNo-April-Fortschritt

Seit mittlerweile fast drei Wochen läuft das Camp NaNo für diesen April und so langsam erreiche ich mein durchschnittliches Soll.

 
In den ersten Tagen des Monats habe ich gar nichts gemacht, dann war ich ein bisschen dabei, nur um danach eine weitere Woche nichts in meinen Count einzutragen.
Das liegt daran, dass ich viel zu tun hatte und es mir dementsprechend schwer fiel, mich überhaupt ranzusetzen. Kein Wunder, nachdem ich im März auch schon nicht sehr viel gemacht hatte.

 
Immerhin bin ich jetzt seit ein paar Tagen wieder dabei. Und ich habe ja extra ein ziemlich niedriges Ziel gewählt. Wenn ich so weitermache wie jetzt, werde ich das auf jeden Fall übertreffen, aber ob dem wirklich so sein wird, weiß ich nicht. Und so wie ich das vom letzten Camp in Erinnerung habe, kann das Ziel auf der offiziellen Seite nur noch bis morgen geändert werden.
Normalerweise bin ich zum jetzigen Zeitpunkt schon weiter gewesen und habe dann auch das Ziel angepasst. Dieses Mal werde ich wohl davon absehen. Ob ich noch wirklich über mein Ziel hinaus schieße oder nicht, ich habe keine Ahnung.

 

Warum ist mir das eigentlich alles so egal?

Das ist es eigentlich nicht mal, es hat aber vermutlich den Anschein.
Aber ich habe gemerkt, dass ich mich mit dem täglichen Zwang etwas zu tun, derzeit zu sehr unter Druck setze, was irgendwann darin resultiert, dass ich tage- oder wochenlang gar nichts mache. Ich arbeite deswegen eher daran, mich soweit stabiler zu fühlen, um darauf aufbauend auch wieder täglich an meinen Projekten zu arbeiten. Wenn das läuft, kommt der Rest von ganz allein. Und ich kann es eigentlich gar nicht erwarten, dass es wieder so ist.

 

Und was war sonst so los?

Zum einen war da der Artikel fürs Schreibmeer, der morgen von mir erscheinen wird. Der hat es nämlich auch gerade auf den letzten Drücker ins Lektorat geschafft und selbst mit der Überarbeitung war ich dann spät dran.
Hinzu kamen ein Arzttermin durch die halbe Stadt und ein anschließendes Treffen mit der lieben Mika.
Außerdem ein Tierarzttag, da es mal wieder Narkose zur Zahnsteinentfernung hieß (es gab nie Probleme damit, bis die Nieren nicht mehr ganz okay waren und seitdem kein stückiges Futter mehr geht, es muss alles ganz fein sein und dadurch fehlt das „Zähneputzen“). An diesen Tagen habe ich keine Ruhe, selbst wenn ich gar nicht die ganze Zeit beim Tierarzt sitze.
Abschließend dann auch noch das Kirschblütenfest in den Berliner „Gärten der Welt“ und die wunderschönen japanischen Kirschbäume, von denen das obige Foto auch stammt. ♥ Es war ein wundervoll warmer Tag mit einer lieben Freundin und schönen Eindrücken, obwohl es ziemlich voll war, was nicht so meins ist.

 
Das alles hat ausgereicht, um mich eine ganze Woche auszubremsen, doch zumindest teilweise war es das auch einfach wert (der Tierarztbesuch ja eher nicht, auch wenn er unglaublich wichtig war, denn unbehandelt, belastet das die Nieren noch viel mehr, nur falls sich jemand fragt, warum ich bei der Krankheit eine Narkose riskiere, leider ist das absolut nötig).
Jetzt wird es hoffentlich wieder etwas ruhiger.

 
Wie kommt ihr voran, sofern ihr denn teilnehmt?
Und wenn nicht am Camp, wie läuft es sonst mit euren Projekten?

 
Bis denne ☆

Camp NaNo April 2018

Nur noch neun Tage bis das erste Camp NaNo des Jahres beginnt.
Wie jedes Jahr öffnet die offizielle Seite ihre Pforten und lädt uns Autoren auf den riesigen Campingplatz mit all seinen Hütten ein. Egal ob diejenigen, die Wörter schreiben, um ein neues Manuskript zu Papier zu bringen oder aber eines zu vollenden, oder solche, die in der Plot- oder Überarbeitungsphase stecken, wir alle sind willkommen. Was ja der große Unterschied zum NaNoWriMo im November ist. Es gibt kein festes Wortziel und wir können eben auch Zeiten, Seiten oder sogar Zeilen zählen.

 
Ich bin in den letzten Jahren vor allem in den Camps vertreten, eben weil ich dort das Ziel frei wählen kann und nicht die Vorgabe von 50.000 Wörtern habe. Ich setze zwar immer Wörter an, egal, was ich mache (ich plotte derzeit ja nur) und rechne meine Zeiten dann um, einfach, weil ich es gewöhnt bin.
In all den Jahren wurde ich immer wieder gefragt, wie ich umrechne, deswegen erkläre ich hier mein System.

 
Ich kenne meine durchschnittliche Wörterzahl, die ich pro Stunde tippe. Sie schwankt natürlich nach oben und unten, weswegen es auch keine glatte Zahl ist, zumal sie sich gut durch 60 teilen lässt, so dass ich keine Kommazahlen erhalte, egal, wie viele Minuten ich arbeite. Bei mir sind es 2.340 Wörter. Diese nutze ich als Grundlage. Plotte ich nun eine halbe Stunde, trage ich mir dafür 1.170 Wörter ein. Plotten ist bei mir wie schreiben, ich arbeite konzentriert. Es gibt kein Ablenken zwischendurch, deswegen funktioniert diese Methode für mich. Ob sie etwas für andere ist, das muss natürlich jeder selbst ausprobieren.

 
Gefühlt war der November gerade erst und obwohl ich weiß, dass der April bevorsteht, überrascht es mich doch, dass schon wieder ein Schreibmonat vor der Tür steht. Zugleich bin ich gespannt, wie er werden wird. Meine Hütte auf der offiziellen Seite ist noch recht leer, auch da muss sich noch zeigen, wie viele wir werden und ob wir das Hüttenziel erreichen können oder nicht.

 
Ich starte übrigens ganz klein, mit der Mindestzahl auf der offiziellen Seite, nämlich mit 10.000 Wörtern. Das klingt bei meinem Stundenschnitt arg untertrieben, aber ich weiß, wie wenig ich im Februar und März gemacht habe, weswegen ich ganz bewusst tief ansetze. Bis zum 20.04. oder so (ganz exakt weiß ich das gerade nicht) kann man sein Ziel noch ändern und wenn ich merke, es läuft gut, setze ich es auch hoch.

 
Wer ist denn noch beim Camp dabei?

 
Bis denne☆

Wie ich derzeit meine Projekte plotte

Ich bin Plotter. Nicht nur ein bisschen, sondern ganz ausführlich, was einen langen Prozess bedeutet.
Und meine Beobachtung zeigt mir, dass jeder da ein bisschen anders vorgeht.

 
Über lange Zeit habe ich ausprobiert, Empfehlungen ausgetestet und scheine derzeit einen Weg gefunden zu haben, mit dem ich gut zurecht komme. Ich sage bewusst derzeit, denn ich habe keine Ahnung, ob sich das nicht mal wieder ändern wird.
Für die Darstellung werde ich mein voriges Projekt „Notenrufen“ heranziehen, denn mit meinem jetzigen bin ich noch nicht weit fortgeschritten. Bisher ähneln sich die Abläufe allerdings, aber wer weiß, was noch kommt.

 
Ausgelöst wurde „Notenrufen“ durch ein einziges Bild, das ich vor meinem inneren Auge gesehen habe. Dieses ließ ich auf mich wirken, es kamen ein paar weitere Bilder hinzu und Ideen entstanden. Ich sammele diese so lange, bis es genügend sind, um darauf basierend nach der 7-Punkte-Struktur von Dan Wells[1] einen groben Rahmen der Geschichte abzustecken.

 
Diese Punkte baue ich im Anschluss aus. Im Fall von „Notenrufen“ habe ich dafür einerseits in einem Dokument für jeden Strukturpunkt eine neue Seite angelegt und andererseits alle zwischenzeitlich hinzugekommenen Ideen hinzugefügt. Nur wenig davon steht zu diesem Zeitpunkt fest, alles kann im Lauf des Plottens wieder umgeworfen werden.
Da ich in „Notenrufen“ drei Perspektivfiguren habe, von denen eine die Protagonistin ist, musste ich auch darauf beim Plotten achten. Ich habe bereits sehr frühzeitig festgelegt, welche Teile der Geschichte aus wessen Perspektive erzählt werden. Außerdem habe ich in meiner Strukturübersicht für jede der drei Perspektivfiguren 7-Punkte-Strukturen angelegt und noch einen zusätzlichen Nebenplot eingefügt.
Erschwerend kam hinzu, dass die drei Figuren zu Beginn nicht gemeinsam agieren, sich nicht einmal kennen. Um die Übersicht nicht zu verlieren, habe ich noch ein Dokument angelegt, in dem ich die zeitliche Abfolge für jeden von ihnen im Auge behalten konnte, bis sie aufeinander treffen. Dafür dient das Plotten bei mir nämlich: Logik. Diese muss bei mir stimmen, damit ich mich später entspannt ans Schreiben setzen kann. Mir fehlt es nicht, dort nicht mehr wirklich Neues zu entdecken (Kleinigkeiten gibt es auch weiterhin). Das lebe ich beim Plotten aus.

 
Nachdem ich also zum einen das Dokument hatte, in dem die Aufteilung nach Strukturpunkten vorlag, baute ich zusätzlich vor allem auf die dreispaltige Übersicht zum zeitlichen Ablauf. Beide habe ich parallel gefüllt, je nachdem wo in der Geschichte ich Details hinzugefügt habe. Daran arbeite ich auch sehr willkürlich, das folgt meist nicht der chronologischen Reihenfolge. Es hängt eher damit zusammen, wie viel ich wieder über meine Figuren dazugelernt habe und sich dadurch Details ergeben. Mit jedem weiteren wächst die Geschichte und auch mein Dokument, dem ich irgendwann die Strukturpunkte entziehen konnte, weil sie für die Übersicht nicht mehr nötig waren.

 
Insgesamt hatte ich zu diesem Zeitpunkt also vier Dokumente angelegt: die groben Ideen, die zeitliche Übersicht und das endgültige Plotdokument (das aus der Aufsplittung in die einzelnen Strukturpunkte entstanden ist) in Word und die Strukturtabelle in Excel, in der die verschiedenen Plotstränge hinterlegt waren.

 
Ganz abschließend habe ich mich noch für eine Szenenübersicht entschieden, die es bei mir zuvor nie gegeben hatte. Sie sollte mir helfen, zu schauen, wo ich in meinem doch sehr großen Plotdokument (es umfasst ungefähr 27.500 Wörter) Situationen habe, die zu träge oder auch zu rasant sind. Dafür habe ich mit dem Scene-Sequel-Modell gearbeitet. Hierbei hat mir vor allem auch gefallen, dass sich in jeder Szene Konflikte anbahnen, mal größere, mal kleinere, damit die Geschichte niemals langweilig wird.

 
Im Großen und Ganzen ist es das eigentlich, wobei natürlich noch viele Feinheiten mit reinspielen. Wie stehen die Figuren zueinander, was treibt sie an etc. Also eben auch vieles, das zur Charakterentwicklung gehört, das bei mir parallel und in Abhängigkeit mit der Handlungsentwicklung entsteht.

 
Wie plottet ihr?

 
Bis denne ☆

 
[1] Ich verlinke absichtlich das englischsprachige Video (dem vier weitere folgen), weil ich die Struktur erst damit so richtig verstanden habe.