Sensitivity Reading

 
Der Begriff Sensitivity Reading sorgt seit einiger Zeit für Aufregung in der Autorenszene.
Und ich verstehe nicht, wieso.

 

Doch was ist das überhaupt?

Sensitivity Reading ist im Grunde ein möglicher Schritt im Lektoratsvorgang, bei dem eine Geschichte auf bestimmte sensible Themen von Menschen, die sich damit auskennen (in der Regel sind es sogenannte Own-Voices, also Menschen, die auf Basis ihrer eigenen Erfahrungen reden), geprüft wird. Hierbei geht es darum, vorurteilbehaftete oder fehlerhafte Darstellungen, die sich in den Köpfen eingenistet haben, zu vermeiden. Noch mehr Infos dazu findet ihr auf der Seite Sensitivity Reading.

 

Warum ist das so wichtig?

Wie schon erwähnt, es gibt eine Menge klischeebehafteter Vorstellungen oder sogar welche, die nicht der Realität entsprechen, die immer wieder in Büchern auftauchen und damit nur noch mehr Vorurteile und Klischees erschaffen. Die ein Bild erschaffen, dass etwas nur so und so sein kann, aber nicht anders. Obwohl die Realität weit vielfältiger ist.
Und auf genau solche Umstände weisen Sensitivity Reader hin.

 
Wie bei einem Lektorat geht es nicht darum, die schreibende Person zu bevormunden, sondern sie darauf hinzuweisen, was in ihrer Geschichte problematisch ist. Welche Hinweise sie annimmt, liegt ebenfalls in ihrer Entscheidung.

 

Aber gibt es denn überhaupt den einen richtigen Weg?

Über diese Frage habe ich selbst sehr lange nachgedacht.
Nein, es gibt nicht diese eine korrekte Darstellung.
Viel eher gibt es aber Szenarien, die für Betroffene verletzend sind und dennoch in Büchern auftauchen, die deswegen durchaus generell vermieden werden sollten. Während es für andere durchaus eine Vielfalt an Möglichkeiten gibt. Hier wird es vom Sensitivity Reader und ihren_seinen eigenen Erfahrungen abhängen, was si_er empfiehlt. Und wie viel Austausch mit anderen Betroffenen si_er hat.
Beispielsweise habe ich in einem anderen Beitrag über mich erwähnt, dass ich weder ein klassisches Outing hatte noch dass ich bisher Anfeindungen ertragen musste. Dennoch existieren diese natürlich wie auch je nach persönlichem Umfeld die Angst vor dem Outing. Was nun zur Geschichte passt, muss letztlich die schreibende Person entscheiden. Aber allein durch Hinweise von Sensitivity Readern, kann sie Anregungen bekommen, wohin sich alles entwickeln kann, nach Möglichkeit ohne den gesamten Plot zu sprengen (ich glaube, das passiert auch nur, wenn die Geschichte bislang weitab der Realität erdacht ist).

 
Die Möglichkeit mit Sensitivity Readern zusammenzuarbeiten, bietet einfach Raum zur Entwicklung, nicht nur der Geschichte, sondern auch für die schreibende Person selbst. Und wäre sie nicht an bestimmten sensiblen Themen interessiert, würde sie vermutlich nicht über sie schreiben.

 
Habt ihr schon Erfahrungen mit Sensitivity Reading gemacht?
Wie war sie für euch?
Oder ist das Konzept für euch neu?

 
Bis denne ☆

Leserückblick September

 
Für den September kann ich tatsächlich mal sagen, dass ich gelesen habe. Und zwar mehr als nur gefühlte drei Seiten. ^^

 
Insgesamt komme ich auf 758 gelesene Seiten. Das heißt, das könnten zwei, vielleicht sogar drei Bücher sein.
Tatsächlich habe ich allerdings nur „Weltasche“ von Marie Graßhoff beendet (wobei ich ja nicht sehr weit gewesen war) und „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl wieder zur Hand genommen habe.
Das zweite Buch hatte ich bereits im letzten Jahr begonnen, dann aber zur Seite gelegt, weil ich mich damit damals erstmal nicht weiter auseinander setzen konnte.

 
Zu „Weltasche“ brauche ich ja nichts mehr zu sagen. Das gesamte Kernstaub-Universum hat mich in den letzten sechs Monaten begleitet, ich habe immer wieder davon gesprochen.
Die Reihe ist nicht so einfach zu lesen, aber ich liebe die Bücher.
Aber ich habe festgestellt (und ich glaube, das war bei „Kernstaub“ auch schon so), dass ich viele Details vergessen hatte, langweilig war es definitiv nicht. Dafür ist die Reihe aber auch zu komplex. Es verbergen sich zu viele Ebenen in dieser Geschichte, in jeder Figur, in jeder Welt, einfach in allem.

 
Bei dem anderen Buch fehlten mir am Monatsende noch 75 Seiten ich bin sehr zwiegespalten. Da ich keine Rezensionen schreibe, möchte ich hier gar nicht ausführlicher werden. Ich glaube, dass es für jeden sinnvoll wäre, sich das Buch einmal anzuschauen, hauptsächlich, um ein bisschen auf sich selbst zu schauen. Aber die Szenarien, die dort dargestellt werden, funktionieren aus meiner Sicht oftmals nicht besonders im Alltag, außerdem sind sie mir zu eingschränkt, zu eindimensional und daher in eher weniger Fällen wirklich umsetzbar. Aber einfach nur, um sich selbst besser kennenzulernen, sich selbst besser einschätzen zu können und vielleicht auch mal ein bisschen anders zu agieren, ist es eindeutig gut, das Buch in die Hand zu nehmen.
Außerdem habe ich mich schon dabei ertappt, wie ich für eine meiner Figuren darüber nachgedacht habe, wann denn Schatten- und Sonnenkind zutage treten. Also auch für Autoren kann es helfen. ^^

 
Das wars dann auch schon wieder.

 
Wie war euer Lesemonat?
Habt ihr euch mit dem aufkommenden Herbstwetter schon ein paar lange Lesetage gönnen können?
Oder seid ihr jedem letzten Rest Wärme nachgejagt, bevor es in die dunkle Jahreszeit geht?

 
Bis denne ☆

Fragen an mich

 
Ich habe vor ein paar Wochen auf Twitter und FB mal einen Versuch gestartet. Und zwar habe ich euch gebeten, mir Fragen zu stellen.
Allerdings habe ich es bewusst als Versuch bezeichnet, weil ich nicht mit vielen Reaktionen gerechnet habe. Immerhin bin ich selbst absolut unkreativ, wenn es darum geht, anderen Fragen zu stellen.
Die Ausbeute war auch gering, die ersten Fragen hier sind die, die ihr gestellt habt. Für alles weitere habe ich aus verschiedenen Fragen, die ich über die Jahre gesehen und gesammelt habe, rausgesucht.

 
Mein Ziel war gewesen, euch das zu beantworten, was euch interessiert. Aber ich wollte die gestellten Fragen auch nicht einfach sein lassen, sonst hätte ich das hier fallen lassen. Deswegen habe ich für den Rest selbst Fragen zusammengesucht und hoffe, dass euch die Antworten nicht langweilen. ^^

 
Und bevor ich anfange: Danke an diejenigen, die mir Fragen gestellt haben. ♥

 
01. Wenn du ein Tier sein könntest, welches wärst du und was würdest du tun?
Ich denke über diese Frage nach, seit ich sie gesehen habe und das sind mittlerweile dreieinhalb Wochen.
Nach wie vor habe ich keine eindeutige Antwort.
Einerseits habe ich eine große Nähe zu Katzentieren und wäre es eines davon, dann wohl ein Gepard, mein Lieblingstier.
Gleichzeitig mag ich die Vorstellung vom Fliegen, was jegliche Vogeltiere in den Fokus rückt.
Was ich tun würde? Da ich Tiere nicht gern vermenschliche wohl das, was für sie typisch ist. Leben. Jagen. Fressen. Schlafen. Überleben. Sofern möglich.

 
02. Schreibst Du aktuell an einem Projekt und wenn ja, worum geht es da grob?
Nicht im herkömmlichen Sinn.
Ja, es gibt da ein Projekt, an dem ich arbeite, aber das ist sehr alt und ich mache das nur für mich.
Ich bin momentan an einem Punkt, an dem ich nach Lösungen für Probleme beim Schreiben suchen muss und gleichzeitig davon ausgelaugt bin und deswegen alles erstmal ruhen lasse und viel weiter zurückgehe und einfach nur „nach Haus komme“. Das stimmt nicht ganz, weil ich meine anderen Projekte auch sehr liebe, aber dieses hier habe ich jahrelang nicht angeschaut und daher rührt dieses Gefühl.

 
03. Wenn dein Leben ein Buch wäre, was wäre der erste Satz?
Einfach ist für andere.

 
04. Welche Vorurteile haben andere Menschen häufig, wenn sie dich das erste Mal sehen bzw. das erste Mal mit dir reden?
Ich weiß es nicht sicher. Aber ich denke, die meisten halten mich für desinteressiert, distanziert und eventuell auch überheblich.
Zum einen bin ich anfangs oft recht ruhig. Und ich beherrsche Smalltalk nicht. Wenn man mir also einen recht durchschnittlichen Satz gibt, weiß ich meist nicht, wie ich ihn aufgreifen soll. Ich bin da auch nicht schlagfertig. Also schweige ich bisweilen sogar nur. Und daher kann ein desinteressierter Eindruck schnell entstehen. Obwohl ich eigentlich nur überfordert bin. Und die meisten meiner Interessen decken sich nicht mit denen anderer und genau dort befinden sich die Aufhänger, über die man mit mir ins Gespräch kommt.

 
05. Was ist für dich das Wichtigste im Leben? Das können Familie, Freunde, Werte, aber auch materielle Güter sein.
Musik. Nichts kann mich so schützen, verletzen, halten und fallen lassen, aufmuntern und traurig machen, ruhig werden oder aufgebracht sein lassen wie Musik es tut. Sie kann alles mit mir machen, egal in welche Richtung. Sie ist mein Leben. Sie ist meine Grundnahrung (neben der, die physisch nötig ist). Ohne sie könnte ich nicht leben.
Das Schreiben folgt etwas danach. Es ist so wichtig geworden (gar nicht mal das reine Schreiben an sich, sondern meine Geschichten und die Projektarbeit an sich). Ich hätte nie gedacht, dass ich mal jemand sein würde, der es braucht, Geschichten aufzuschreiben, der sich ständig damit befasst, um besser zu werden, der sich kräftig kritisieren lässt, um daraus etwas zu lernen.
Internet und PC. Ich gebe ganz offen zu, dass ich beides brauche. Ich verbringe den Großteil meines Tages dort. Ich lebe vor meinem PC, wenn ich zu Haus bin. Ich kommuniziere zu großen Teilen mit anderen Menschen (ich habe bei Weitem nicht nur in Deutschland lebende Kontakte), ich lerne darüber sehr viel, ich verfolge meine Musikszene (die aus Japan kommt), alles. Was am PC nicht über das Internet läuft (Musik hören, der reine Schreibprozess), kommt dann noch dazu.

 
06. Welches ist dein favorisiertes Instrument?
Drums.
Zumindest sind sie es, worauf ich oft den Fokus lege. Nicht allein, aber doch verstärkt.
Ich mag vor allem den basslastigen Sound, also Bassdrum (ja, vor allem, wenns mehr als eine ist) und Toms.

 
07. Schläfst du mit deinen Jalousien oben oder runter?
Bei mir sind es Gardinen, aber sie sind komplett dicht zugezogen und festgesteckt. Da sie nicht blickdickt sind, habe ich sogar zwei übereinander hängen. Ich bin sehr lichtempfindlich (weswegen ich bei Tageslicht immer mit Sonnenbrille zu sehen bin, auch in Räumen, in die Tageslicht dringt), weswegen ich das brauche.

 
08. Was ist die größte Sache, die du nicht abkannst?
Lügen/Unehrlichkeit. Ignoranz. Ungerechtigkeit.

 
09. Zählst du manchmal deine Schritte beim Gehen?
Kommt durchaus vor, vor allem bei Treppenstufen. Ist eine tolle Möglichkeit, um das Zählen in anderen Sprachen zu üben. xDD

 
10. Was ist dein allerliebster Film?
Mad Love – Volle Leidenschaft (mit Drew Barrymore und Chris O’Donnell)
Völlig unterschätzt, eigentlich komplett untergegangen, aber ich liebe ihn.

 
11. Welche Filme kannst du immer wieder schauen und liebst sie trotzdem?
Siehe vorige Frage.
Außerdem Romeo & Julia sowie Moulin Rouge, beide von Baz Luhrmann.

 
12. Wer war die letzte Person, die du geküsst hast / die dich geküsst hat?
Meine Ex-Freundin. Was dann gute zehn Jahre zurückliegt.

 
13. Findest du Weihnachten stressig?
Stressig? Ich weiß es nicht.
Ich kann Weihnachten nicht leiden.
Für mich ist es mit plötzlichem „Friede, Freude, Eierkuchen“ ab dem 24. verbunden, das nach dem 26. wieder endet. Denn es ist ja in der Zeit Weihnachten. Den Rest des Jahres kann man streiten, aber doch bitte nicht in dieser Zeit.
Also ja, irgendwie ist es dadurch stressig, gleichzeitig bin ich mittlerweile an dem Punkt, an dem ich denke, macht was ihr wollt, wenn ihr mich nervt, bai.

 
14. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Schwarz!
Gefolgt von violett.
Und smaragdgrün.

 
15. Welches Parfüm benutzt du?
Je nachdem, wozu ich Lust habe.
Im Alltag ohnehin meist nur ein Deo, wenn mir aber nach Parfüm ist, ist es meist Tomo von Annayake (und wers kennt, weiß, dass das in der Herrenabteilung steht). Sehr selten ist es Laura von Laura Biagiotti.
Ich mag keine sehr süßen Düfte. Und auch keine sonderlich blumigen.
Wenn es in die typisch weibliche Richtung gehen soll, sollten die Düfte noch immer irgendwie frisch/fruchtig riechen, damit sie mir gefallen. Wenn ich nicht eben eh Herrendüfte bevorzuge.

 
16. Welches war dein liebstes Schulfach?
Musik!
Es gab nichts besseres auf der Schule.
War sogar einer meiner beiden Leistungskurse in den Abijahren.

 
17. Auf wie vielen Konzerten bist du schon gewesen?
Wenn ich nur die Konzerte japanischer Bands zähle, sind es 47.
Die anderen sind 46.
Wobei ich Events, auf denen mehrere Bands gespielt haben, für jede Band einzeln zähle, außer bei manchen Vorbands, abhängig davon, ob ich die Band vorher kannte und sie mich interessiert hat oder nicht (ich habe beispielsweise 2007 vor Dir en grey eine Band gesehen, deren Name mir schon wieder nicht einfällt, obwohl ich ihn erst vorhin gesehen habe, wenn ich mich nicht mal mehr an den Namen erinnere, kann ich auch das Zählen lassen; Silverchair waren dagegen Vorband von Bush, aber für mich der wichtigere Grund, dorthin zu gehen, obwohl ich Bush auch sehr mochte, also zähle ich auch beide).

 
18. Wen hast du am häufigsten live gesehen?
Das habe ich gerade nur von den japanischen Bands zur Hand, weil sie die letzten über zehn Jahre fast vollständig allein darstellen.
ガゼット (Gazette) (6 x)
ムック (MUCC) (4 x)
D’espairsRay (4 x)
Dir en grey (4 x)
Plastic Tree (4 x)

 
19. Schläfst du bei laufendem Fernseher?
Nein, aber bei laufendem Radio. Ganz leise, aber ich brauche etwas, absolute Stille geht für mich nicht. Wenn am frühen Morgen der Straßenverkehr einsetzt, verstehe ich das Radio nicht mal mehr, aber bis dahin und am Sonntag brauche ich das.

 
20. Schreibst du Tagebuch?
Ja.
Einerseits habe ich einen Blog, der nicht öffentlich einsehbar ist, der seit zwölfeinhalb Jahren mein Tagebuch ist.
Zusätzlich habe ich als Kind mit einem klassischen Tagebuch angefangen, teils mit einem Eintrag im Jahr. Bis zum letzten Jahr habe ich dort an die fünfzehn Jahre nicht geschrieben. Ich schreibe nicht gern per Hand und ich denke, das hat sich dadurch irgendwann verloren. Mittlerweile schreibe ich seit einem Jahr überwiegend täglich kurz etwas rein und wenn es nur ein einzelnes Wort ist. Wenn es mal eine ganze Seite wird, ist es schon sehr viel.

 
Und das wars dann erstmal.

 
Mögt ihr solche Fragebögen?
Oder findet ihr das überflüssig?
Findet ihr sie gemischt besser oder lieber nur auf ein Thema bezogen?

 
Bis denne ☆

Warum Triggerwarnungen wichtig sind

 
Triggerwarnungen sind Zensur.
Das ist die Aussage schlechthin, die von Gegnern erfolgt.

 
Dabei ist das überhaupt nicht der Fall.

 
Denn niemand verbietet Autoren, über etwas zu schreiben. Und Triggerwarnungen tun das auch nicht. Sie helfen aufgrund ihres Vorhandenseins lediglich Menschen, sich zu entscheiden, ob sie sich bestimmten Themen in Geschichten aussetzen möchten oder nicht. Gehen diese Inhalte sicher aus dem Klappentext hervor, ist die Angabe von Triggerwarnungen nicht zwingend nötig, kann aber unterstütztend eingesetzt werden.

 

Wozu brauchen manche Menschen denn überhaupt Triggerwarnungen?

Menschen sind unterschiedlich. Das ist die wichtigste gedankliche Grundvoraussetzung, wie ich finde. Denn nur weil di_er eine gut und sicher im Leben steht, entweder keine negativen Erfahrungen machen musste oder aber sehr gut mit ihnen umgehen kann, bedeutet das nicht, dass das auf di_en andere_n zutrifft. Und um rücksichtsvoll miteinander umzugehen, sollte hier immer gelten, dass diejenigen, denen es gut geht, auf die anderen Menschen aufpassen sollten. Was in diesem Fall nichts anderes bedeutet, als Betroffenen die Möglichkeit zu geben, im Vorfeld zu sortieren, ob sie sich dem/n behandelten Thema/en gewachsen fühlen oder nicht. Das tut niemandem weh, kann aber Betroffenen helfen, nicht getriggert zu werden.

 

Welche Trigger gibt es?

Unzählige.
Im Grunde kann alles ein Trigger sein.
„Aber dann kann ich doch gar keine Triggerwarnung drauf setzen.“

 
Doch, denn:

 

Vor welchen Triggern sollte gewarnt werden?

Auch hierfür gibt es keine pauschale Antwort.
Aber es gibt eine Liste auf Alpakawolken mit den gängigsten Triggern.
Natürlich gibt es endlose weitere, da spreche ich aus eigener Erfahrung. Aber ich verstehe eben auch, dass es schwierig wird, je weniger Menschen von denselben Triggern betroffen sind, je alltäglicher die Trigger sind (und jetzt kommt mir bitte keiner mit „Tod“ ist alltäglich, ja, natürlich sterben täglich Menschen, aber das ist kein Grund dafür).
Weitere Themen können immer auch gelistet werden, diese Liste dient nur zur Orientierung über die bekanntesten und häufigsten Trigger.
Und es ist natürlich auch ein bisschen vom Genre abhängig, welche Triggerwarnungen sinnvoll sind. In Krimis ist das Thema Tod sicher nicht so überraschend wie in einem Liebesroman.

 

Wo sollten Triggerwarnungen in Bücher positioniert sein?

Manche Autor_innen setzen sie vorn ins Buch, damit sie nicht übersehen werden können.
Andere platzieren vorn nur einen Hinweis, wo im Buch (für gewöhnlich hinten) die Triggerwarnungen stehen. Damit können diejenigen, die keinerlei Triggerwarnungen brauchen und lesen wollen völlig unbedarft in die Geschichte einsteigen, diejenigen, die sich absichern wollen, finden die Triggerwarnungen dann an der entsprechenden Stelle.

 

Aber wird die Geschichte damit dann nicht gespoilert?

Nein, denn Triggerwarnungen sind allgemein. Wenn ihr euch die verlinkte Liste anschaut, seht ihr, dass dort lediglich Themen stehen, keine expliziten Darstellungen. Wie das jeweilige Thema umgesetzt ist, wird also überhaupt nicht verraten. Wenn der Plottwist daraus besteht, dass die schockierende Wirkung nur aufgrund der Unvorhersehbarkeit eines solchen Themas besteht, dann sollte der schreibende Mensch vielleicht noch an seinen handwerklichen Fähigkeiten feilen, damit die Geschichte auch noch spannend ist, obwohl das Thema erwähnt wird.

 
Ich denke übrigens, dass das nicht nur für Bücher gilt, sondern für den allgemeinen Umgang miteinander. Wenn ihr etwas in den sozialen Medien postet, verseht doch bitte eure Posts mit Triggerwarnungen bzw. gewöhnt es euch an. Ich weiß, dass das manchmal noch etwas überflüssig erscheinen kann, so geht es mir zumindest auf Twitter, dennoch finde ich die Entwicklung wichtig.

 

Warum ich das auf Twitter teilweise überflüssig finde?

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist.
Aber wenn gepostete Bilder mit Triggerwarnungen (bzw. Content Notes) versehen sind, bringen sie mir gar nichts. Bevor mein Hirn den Inhalt des Textes erfasst hat, hat es das Bild schon gesehen. Hierfür fehlt bei Twitter meiner Ansicht nach eine Spoilerfunktion, die man für jeden einzelnen Beitrag aktivieren kann, um eben die Bilder in den Spoiler zu packen.
Vielleicht ist das bei anderen Menschen anders, für mich gilt aber genau das.
Dennoch ist das eine Sache, die in Zukunft angepasst werden könnte (ich erinnere mich an Zeiten vor ungefähr fünf Jahren, als Twitter alle Bilder erstmal versteckt hatte und man sie anklicken musste, die generelle technische Möglichkeit für das Verstecken ist also gegeben, die selektive Option müsste aber natürlich angeboten werden). Und ja, ich weiß, jeder kann einstellen, dass sensible Inhalte nicht angezeigt werden. Aber ums mal sehr klar zu sagen, diese Funktion ist absolut lächerlich. Da werden simple Portraitbilder von Menschen versteckt, auf denen absolut nichts sensibles gezeigt wird. Und es fehlt immer noch die Option der Person, die postet, zu entscheiden, das Bild sicher zu verstecken, sondern jede betroffene Person muss hoffen, dass der maschinelle Filter von Twitter jegliche mit für diese Person behafteten Triggern auch wirklich aussortiert und damit versteckt. Und nein, soweit sind die Algorithmen einfach nicht, sie sind nun mal keine Menschen.
Dass Twitter technisch da noch hinterherhinkt, macht aber den grundsätzlichen Sinn von Triggerwarnungen auf Twitter nicht überflüssig. Nur die momentane Umsetzung ist schwierig.

 
Also ja, es braucht unbedingt Triggerwarnungen. Aber sie zensieren nicht, denn sie verbieten keinen Inhalt. Sie helfen nur für den sensiblen Umgang. Um Menschen zu schützen. Und das sollte es jedem Menschen wert sein, ob es nun um die eigenen Geschichten geht, bei der die Leserschaft nicht getriggert wird oder um Freunde und Follower.

 
Nutzt ihr Triggerwarnungen schon?
Seid ihr selbst von Triggern betroffen?
Wenn ihr schon Bücher veröffentlicht habt, wo positioniert ihr die Triggerwarnungen?

 
Bis denne ☆

Planungshilfsmittel: Skizzen/Zeichnungen

 
Ich weiß ja nicht, wie ihr so aufgestellt seid, aber mein geistiges Vorstellungsvermögen ist immer ein bisschen mau. Obwohl ich teilweise ein visueller Mensch bin.
Genau genommen heißt das, dass ich mir vieles bildlich nicht gut vorstellen kann. Ich muss mich sehr konzentrieren, um ein detailreiches Bild zu erschaffen, ansonsten sehe ich maximal einen Schatten oder Schemen.

 
Dies ist ein Grund, warum ich für den Planungsprozess sehr gern Skizzen und Zeichnungen verwende, wenn es beispielsweise um Wohnräume, Arbeitsplätze etc. geht.
Ein weiterer – und der ursprüngliche Auslöser, so etwas zu nutzen – liegt in der Zusammenarbeit mit anderen Autoren (die ich damals hatte). Solche Skizzen haben dafür gesorgt, dass wir tatsächlich dieselbe Vorstellung von den Räumlichkeiten hatten, denn rein aus den Beschreibungen, mit denen wir begonnen hatten, waren sie anders – wie es eben üblich ist, dass Leser nicht genau dasselbe Bild vor Augen haben wie der Autor (was ich mit den Skizzen auch nicht zu erreichen versuche, das dient einfach nur mir selbst).

 
Je nachdem, was ich benötige, suche ich mir einfach aus den aktuellen Angeboten auf dem Wohnungsmarkt etwas heraus. Welche Wohnung dem zugrunde liegt, weiß später eh niemand, aber mir bietet das teils ein bisschen die Orientierung, auch hinsichtlich des finanziellen Rahmens meiner Figur, andererseits ist es einfacher als mir das immer selbst auszudenken (vor allem völlig ohne Architekturkenntnisse).
Dennoch greife ich durchaus auch selbst zu Bleistift und Lineal. Gerade für Gebäude oder Gelände, die größer sind, ist es oft schwierig, etwas Passendes online zu finden. In solchen Fällen lasse ich meiner Fantasie freien Lauf. Das nur aus dem Kopf abrufen zu wollen, funktioniert für mich aber auch dann nicht. Ich kann nicht besonders gut schätzen und brauche die Darstellung visualisiert, um abschätzen zu können, ob alles logisch passt. Denn ohne Logik fühle ich mich nicht wohl.

 
Nun bin ich Plotter, allerdings kann dieses Hilfsmittel allen Autoren helfen, die ihre Gebäude visualisieren wollen oder müssen. Wer erstmal drauflos schreibt, erledigt den Planungsprozess ja ohnehin in der Überarbeitungsphase und da können Skizzen und Zeichnungen eben auch zum Einsatz kommen.
Idealerweise arbeite ich an ihnen, wenn ich sie entweder tatsächlich brauche oder aber wenn ich an anderer Stelle nicht weiterkomme oder einen Tag mit nicht ganz so viel Konzentration habe. Ein bisschen die fertigen Pläne ausmessen, funktioniert auch dann.

 
Wer von euch greift auch zu Skizzen und Zeichnungen?
Zeichnet ihr selbst oder sucht ihr euch Vorlagen?
Oder habt ihr das noch gar nicht ausprobiert? Werdet ihr?

 
Bis denne ☆

Warum ein detaillierter Plot nicht Langeweile bedeutet

 
Mein heutiger Beitrag ist letztes Jahr im September im Schreibmeer erschienen. Da mir das Thema sehr am Herzen liegt (und ich finde, aus dieser Sicht gibt es kaum Schilderungen), kommt er heute hier online.

 
Wann immer ich mich unter Autoren umschaue, sind sie sich ähnlich und zugleich verschieden. Sie alle lieben das Schreiben, sie stecken Herzblut und Arbeit in ihre Projekte und doch tun sie das auf unterschiedliche Weise.
Der eine plant seine Geschichte grob, der Nächste überhaupt nicht und wieder ein anderer weiß alles, noch bevor er das erste Wort zu Papier bringt.

 
Zur letzten Gruppe zähle ich. Und nach meinen bisherigen Erfahrungen ist diese Gruppe sehr überschaubar. Weil das für mich zu Anfang überhaupt nicht nachvollziehbar gewesen ist, habe ich natürlich immer wieder nachgefragt, warum andere detailliertes Plotten nicht mögen. Und die am meisten vertretene Antwort hat gelautet, dass es langweilig sei. Die Autoren bräuchten die Überraschung und ein eng gestrickter Plot lasse dafür keine Möglichkeiten und enge sie ein.

 
Gegen genau dieses Vorurteil setze ich mich seitdem zur Wehr.
Allerdings glaube ich, dass es vor allem davon abhängt, wie man die Arbeitsschritte betrachtet. Ich nehme an, dass für die “plotlosen“ Autoren der Schreibprozess den Kreativitätsprozess darstellt.
Für mich ist das anders.

 
Wenn ich schreibe, ändere ich meinen Plot nicht mehr. Ich will das gar nicht. Und ich will auf gar keinen Fall auffällig überrascht werden. Das würde bedeuten, dass meine gesamte restliche Geschichte „den Bach runtergehen“ könnte, dass ich am Ende der Rohfassung gewissermaßen von vorn beginnen muss, weil sich zu viele Logikfehler eingeschlichen haben und meine Geschichte gar nicht mehr funktioniert.

 
Genau deswegen plotte ich.
Und zwar extra detailliert.
Um das zu umgehen.

 
Ich trenne den Kreativitätsprozess vom Schreiben, vom reinen Tippen.
Meine Kreativität hat ausgiebigen Freilauf in der Planungsphase. Da mache ich genau das, was andere Autoren während des Schreibens tun: Ich fahre ohne Karte los, schmettere den Wagen gegen die Wand, lege den Rückwärtsgang ein und probiere eine neue Seitenstraße. Ab und zu fahre ich auch einfach querfeldein.
Das alles findet in meinem Kopf statt, manchmal als Notizen auf Papier (meist digital) und wird möglicherweise wieder rausgeworfen, wenn eine spätere Idee diesen Teil nicht mehr funktionieren lässt. Das geht so lange hin und her, bis die Geschichte innerhalb meiner Prämisse und meines Gerüsts (7-Punkte-Stuktur) schlüssig ist und mir gefällt.

 
Mein Planungsprozess zieht sich deswegen über einen langen Zeitraum und das Plotdokument umfasst mehrere tausend Wörter (mein letzter fertiger Plot ist beispielsweise 27.500 Wörter lang).
Damit habe ich eine Grundlage in der Hand, mit der ich mich beruhigt an den PC setzen kann und nur noch zu tippen brauche. Nichts stört. Keine Ungereimtheiten darüber, was ich als Nächstes schreiben könnte. Keine Unruhe, ob das am Ende auch aufgehen wird, ob die Handlungsfäden wirklich zusammenpassen oder die Figuren mir nicht zwischendurch noch einen Strich durch die Rechnung machen. Ich weiß, ich komme an mein Ziel. Ich muss nur dem Plan folgen.

 
Und für mich ist das genauso spannend, wie das Erzählen von Geschichten am Lagerfeuer. Diese kennt der Erzähler auch bereits. Fände er sie langweilig, würde er sie vermutlich nicht erzählen. So wie ich meine Geschichte kenne, bevor ich sie schreibe. Und mich dennoch gerne hinsetze und tippe. Die Wahl des Wortes – also des Elements, mit dem ich Spannung verstärke oder nicht – liegt bei mir. Und da ich weiß, dass ich das, im Gegensatz zum Erzählen vor Publikum, nicht sofort perfekt zu machen brauche (denn das funktioniert nie im ersten Anlauf, aber mein Fokus liegt trotzdem stärker auf den Worten als auf der Handlung), fällt das Schreiben umso leichter. Ich kann mich hinsetzen, mein Plotdokument öffnen und schreiben. Solange ich Zeit habe oder möchte. Speichern. Dokument schließen. Morgen dasselbe. Ohne über Inhalte nachdenken zu müssen. Aber mit voller Konzentration auf den Text. Und teilweise erlebe ich die Geschichte dabei sogar, als kennte ich sie noch gar nicht. Da sind außerdem die kleinen Details, die sich durchaus neu ergeben, nicht inbegriffen. Sie haben nur keine Auswirkung auf den Plot im Allgemeinen, sie werfen ihn nicht um, hinterlassen aber trotzdem ein Gefühl der Überraschung und vermeiden Langeweile.

 
Und deswegen liebe ich es zu plotten. Viel und ausführlich, bis die Geschichte rund ist und geschrieben werden kann.

 
Zu welchem Typ zählt ihr?
Plant ihr überhaupt?
Welche Plotstruktur/en mögt ihr am liebsten?

 
Bis denne ☆

Mein Tracking 2019

 
Letztes Jahr im Juli habe ich darüber geschrieben, wie ich meinen Fortschritt tracke.
Und seitdem hat sich ein bisschen was geändert, weswegen ich heute erneut darüber spreche.

 
Die Listen auf Papier sind mit diesem Jahr verschwunden.
Sie sind praktisch, aber ich war die Zettelwirtschaft leid. Und da ich für dieses Jahr wieder einen Kalender haben wollte, habe ich beschlossen, das Tracking darin zu intergrieren. Also anstelle täglich die Zahlen in die Liste zu schreiben, kommen sie nun in den Kalender.
Das ist ein klein wenig täglicher Mehraufwand, weil ich ja jeden Tag die einzelnen Kategorien eintragen muss, aber das fällt an den Tagen eben auch nicht auf.

 

 
Meine täglichen Eintragungen sehen grob so aus (und ja, ich habe die Eintragungen selbst unkenntlich gemacht, aber das Prinzip sollte trotzdem zu erkennen sein). Im Grunde setzt sich das aus zwei Projekten zusammen, ein Punkt ist für Japanisch, einer fürs Lesen und dann noch einer für alles Weitere. Pro Punkt gibt es eine Zeile und dahinter steht dann eben wie auch schon auf den Zetteln, wie lange ich daran gesessen habe, gegebenenfalls, wie viele Wörter ich geschrieben habe oder zusätzliche Notizen (für diese hat mir auf den Zetteln immer der Platz gefehlt).

 
Ebenfalls hat sich meine Excel-Datei verändert.

 
Im letzten Jahr hatte ich bereits eine Tabelle in den Monatsübersichten, die quasi sechs Projekte umfasste. Davon waren vier tatsächliche Autorenprojekte, eines das Lesen und das letzte blieb für alles Weitere. Und gerade für die Jahresauswertung hat mich das extrem genervt, weil ich in der letzten Spalte für fast jeden Tag eienn Kommentar stehen hatte und sie ständig alle durchgehen musste, um sie den einzelnen Unterpunkten (Schreibmeer, Japanisch etc.) zuordenen zu können. Deswegen sind bereits die Monatsübersichten und damit natürlich auch die zusammenfassende Jahresübersicht gewachsen.
Es gibt jetzt maximal drei Autorenprojekte, den Blog, Japanisch (wiederum in drei Spalten für verschiedene Lernansätze), das Lesen, allgemeiner Autorenkram sowie auch noch eine Spalte für Verschiedenes. Gerade in den letzten beiden steht dann manchmal in einem Monat gar nichts drin, in anderen ab und zu was. Dadurch wird die Auswertung aber viel einfacher.

 
Und das war es dann im Grunde auch schon wieder. Das Prinzip hat sich nicht wirklich geändert. Ich schreibe täglich auf, werte im Folgemonat aus und übertrage dabei in die Tabelle und habe dort meine Übersicht. Nur die Unterteilung und die Form des Notierens haben sich ein bisschen verändert, aber für mich eindeutig zum Positiven.

 
Passt ihr euer Tracking auch gelegentlich an?
Oder macht ihr das gar nicht erst?
Welche Methode verwendet ihr?

 
Bis denne ☆

Wenn die Zweifel kommen

 
Zweifel kennt wohl jeder Autor. Oder eigentlich jeder Mensch, aber ich beschränke mich hier gerade mal auf Autoren.

 
Ich habe in letzter Zeit diverse meiner eigenen „Werke“ gelesen, alles Rohfassungen. Und nachdem ich im letzten Monat ein bisschen Kritik auf eine etwas bearbeitete Szene aus einem davon bekommen hatte, sind mir bestimmte Aspekte darin in allen Geschichten aufgefallen.
Das ist vermutlich erstmal nicht wirklich schlimm.
Was für mich das Problem ist und damit Zweifel, wie ich sie eigentlich nicht kenne, ausgelöst hat, ist, dass ich nicht weiß, wie ich das jemals anpassen soll.
Ja, ja, das kennt ja auch jeder Autor. Vielleicht.

 
Ich bin einzelne Szenen in Gedanken durchgegangen. Wie könnte ich hier auf etwas anderes umlenken (als Beispiel: ich neige dazu sehr viel über die Augen zu machen, sei es das Sehen selbst, aber auch das Zeigen von Reaktionen, alles läuft über die Augen und Blicke)? Was könnte ich alternativ da verwenden, vor allem, weil es eine andere Figur ist und nicht jede gleich reagieren sollte?
Und ich habe festgestellt, ich habe keine Ahnung. Für mich fühlt es sich in etwa so an, als versuchte ich damit etwas, das komplett außerhalb meiner Möglichkeiten liegt. Denn mir ist eines klar geworden: Was die bewusste Ebene betrifft, nehme ich genau das wahr und mehr nicht. Nach meiner momentanen Einschätzung komme ich aber nicht über das hinaus, was ich kenne, weil ich mir den Rest nicht mal vorstellen kann. Ich muss ja nicht alles davon selbst so erleben, aber ich sollte mir das zumindest vorstellen können. Und daran scheitere ich.

 
Und das, allein das, hat dazu geführt, dass ich mich frage, wie ich je Geschichten schreiben soll, die das erfüllen, was in eine Geschichte gehört (und nein, ich rede dabei nicht mal von Normen, aber alle Kritikpunkte, die mir in dem Zusammenhang aufgezeigt wurden, kann ich gut nachvollziehen, ich stimme ihnen zu).

 
Es ist nicht so, dass ich deswegen ununterbrochen grübele, weil ich weiß, dass das nicht weiterhilft. Aber es zu ignorieren, wird auch nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.

 
Es heißt immer, man kann alles lernen. Aber ich sitze hier und habe keine Ahnung, wie ich das je lernen soll. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob ich ja erstmal eine Rohfassung schreibe, die überarbeitet wird. Es geht nicht darum, die perfekte erste Version zu schreiben, an so etwas glaube ich nicht. Ich sitze hier ja gerade vor Rohfassungen und denke nur, ja, gut, ich weiß trotzdem nicht, wie ich das so anpassen soll, damit es rund klingt. Dabei spreche ich auch noch nicht von Perfektion. Sondern einfach nur von gut.

 
Wie geht ihr mit solchen Zweifeln um?
Habt ihr Dinge erlernt, die ihr für unmöglich gehalten habt?
Wenn ja, wie habt ihr das geschafft?

 
Bis denne ☆

Meine Schreibutensilien Teil 2

 
Es ist eine ganze Weile her, seit ich schon einmal über einen Teil meiner Schreibutensilien gesprochen habe.
Heute entferne ich mich von der digitalen Welt und komme ganz schlicht auf einen Bleistift zu sprechen.

 
Eigentlich habe ich mir diesen gekauft, um Kanjischreiben zu üben.
Ich hatte eine Weile einen einfachen Holzstift, den ich mal in meiner Ausbildung fürs Stenolernen gekauft hatte, aber ich musste so häufig nachspitzen, dass ich dem Stift beim Verschwinden zuschauen konnte. Außerdem macht es auch keinen Spaß, ständig beim Schreiben abzusetzen, um schon wieder den Anspitzer in die Hand zu nehmen.

 
Wichtig für mich war, dass der Stift sich weich schreibt. Und das kann ich von diesem ganz sicher sagen.

 
Was mich als Autorin betrifft, nutze ich ihn nicht sehr oft. Ich arbeite überwiegend digital, doch gerade beim Notieren der ersten Ideen, habe ich oft nur ein weißes A4-Blatt vor mir und dann greife ich zum Bleistift. Wenn die Gedanken fließen, muss ich schnell schreiben können (ein Grund, warum ich üblicherweise die Tastatur nutze) und da muss der Stift mithalten.
Der Radierer, der am Ende integriert ist, funktioniert gut und ist ebenfalls weich, er ist nur leider irgendwann leer (jedenfalls beim Kanjischreiben mit ständigen Korrekturen).

 
Seit ich diesen Stift für mich entdeckt habe, gibt es keinen anderen mehr. Mittlerweile habe ich auch schon einen nachgekauft, denn irgendwann hält der Mechanismus nicht mehr richtig und die Mine rutscht immer wieder rein. Aber für einen Gebrauchsgegenstand, der sich so gut handhaben lässt, ist das völlig in Ordnung.

 
Seid ihr bei Stiften auch pingelig und habt einen Favoriten?
Welcher ist es?
Schreibt ihr überhaupt per Hand?

 
Bis denne ☆

Ordnung und Übersicht ohne spezifische Schreibsoftware aufbauen

Mein heutiger Beitrag ist ein Artikel, den ich im November im Schreibmeer veröffentlicht habe. Da er noch sehr aktuell ist, habe ich ihn nicht verändert. Ich setze ihn bereits heute auf meinen Blog, da ich mich in einem anderen Beitrag Ende letzten Jahres auf ihn bezogen habe.

 

 
Notizen. Charakterbögen. Plotstruktur. Inspirationen. Figurenbilder. Völkerbögen. Wohnungsskizzen. Landkarten. Diese und so viele weitere Dateien sammeln sich im Laufe eines Projektes an. Je nach Herangehensweise und benötigtem Überblick sind es mehr oder weniger.
Es gibt diverse Schreibsoftware, die solche Hilfsmittel einbinden kann. In „Scrivener“ lassen sich beispielsweise Bilder hineinziehen. In „Papyrus“ gibt es eine Figurendatenbank.
Doch diese Programme kosten Geld. Und nicht jedes kann alles. Wer nur wegen einzelner Tools Interesse an dem einen oder anderen Programm hat, der ist vielleicht auch nicht bereit, dafür verhältnismäßig viel Geld zu investieren, weil er die anderen Funktionen nicht benötigt.

 
Ich verzichte bis heute darauf, denn ich habe für mich ein funktionierendes System entwickelt, indem ich ganz einfach die Struktur meines Rechners nutze.

 

Ordner

Es gibt einen Oberordner, in dem alles, was mit meinem Autorenkram zu tun hat, landet.
Darin befinden sich die ersten Unterordner (einer für das Schreibmeer, Romanprojekt A, Romanprojekt B, ein Ordner für meinen Blog etc.). Im Laufe der Jahre ist diese Ebene angewachsen. Erst hat es nur einen Romanprojektordner gegeben, doch je mehr Geschichten es geworden sind, desto häufiger habe ich sie in einen gesonderten Autorenordner nur für die Romanprojekte verschoben, der sich jetzt auf der ersten Ebene im Oberordner befindet.

 
Oberordner → Autorenordner → diverse Romanprojektordner

 
Zusätzlich befindet sich im Oberordner einer für alles, was mit Artikeln zu tun hat, und darin wiederum einer für das Schreibmeer.

 
Oberordner → Artikel → Schreibmeer

 
Oft beginne ich dann in diesen Unterordnern zunächst einmal nur mit Dokumenten und erst, wenn es zu viele werden, lege ich neue Ordner an. So habe ich im Ordner „Schreibmeer“ die ersten Artikel direkt darin abgelegt, doch zum Jahreswechsel einen für 2017 und einen für 2018 erstellt und die Dokumente in ihre entsprechenden Ordner verschoben. Damit verliert sich die Übersicht aufgrund zu vieler Dateien nicht so sehr.

 
Oberordner → Artikel → Schreibmeer → 2018

 
Hinsichtlich der Ordner für meine Romanprojekte unterteile ich ebenso. Beispielsweise habe ich mehrere oder weniger viele Unterordner angelegt. Alles Weitere landet als Einzeldokument im Hauptordner des Projekts.

 
Ordner: Projekttitel
↳ Ordner: Figuren
↳ Ordner: Fotos
↳ Ordner: Unterkünfte (hier können allerdings auch Arbeits- oder andere Schauplätze beinhaltet sein)
↳ Ordner: Timelines (kurze Übersichtstabellen zu wichtigen Ereignissen in der Vergangenheit meiner Hauptfiguren)
↳ Ordner: Wesen (bei eigenen Fantasywelten)
↳ 7-Punkte-Struktur.xls
↳ Figurenübersicht.doc
↳ Ideen.doc
↳ Kalender.doc
↳ Plot.doc

 

Titel

Hinsichtlich der Titel von Dokumenten möchte ich auch noch einen Tipp in den Raum werfen. Dieser bezieht sich allerdings nur auf jene, die Daten beinhalten und wenn die Titelbezeichnung nicht vorgegeben ist.

 
Es ergibt Sinn, gerade wenn das Datum am Beginn steht, jenes rückwärts zu schreiben. Also mit dem Jahr oder dem Monat zu beginnen, denn der PC sortiert aufsteigend.

 
Beispiel (Abgabetermine werden im Titel vermerkt):

 
11.04. 7-Punkte-Struktur.doc
06.05. Kalender.doc

 
Der PC wird das Dokument „06.05. Kalender.doc“ vor das andere sortieren, da die „06“ niedriger als die „11“ ist. Werden die Dokumente aber zuerst mit dem Monat benannt und dann mit dem Tag, stimmt die Sortierung (bei sehr vielen Dokumenten bietet es sich an, zusätzlich noch einmal den Jahresordner nach Monaten zu unterteilen):

 
04.11 7-Punkte-Struktur.doc
05.06 Kalender.doc

 
Selbstverständlich kann es ein wenig verwirrend sein, Monat und Tag voneinander zu unterschieden, wenn es um Tagesangaben unterhalb der „13“ geht. Aber das ist eine Gewohnheitssache. Für einen schnellen Überblick im Ordner ist dieses System äußerst hilfreich.

 
Wie ordnet ihr eure Autorensachen?
Nutzt ihr spezifische Software und wenn ja, welche?
Oder habt ihr auch mit einem einfachen Schreibprogramm und der Ordnerstruktur ein eigenes System entwickelt?

 
Bis denne ☆