Bücher, die mich glücklich machen – Teil 5

 
Ich kann kaum glauben, dass ich hiermit diese wunderschöne Reihe bereits beenden soll.
Im Juni habe ich euch das erste Mal auf die Reise zu Büchern, die mir viel bedeuten, mitgenommen. Und heute zeige ich euch die letzten beiden Bücher, die zu einer Reihe gehören.

 
Ich habe von „Kernstaub“ schon vor einigen Jahren das erste Mal in Social Media gehört, doch richtig darauf aufmerksam wurde ich erst, als das Buch unter dem Dach des Drachenmond Verlags 2016 neu aufgelegt wurde. Ich habe es als E-Book gekauft und im Sommer gelesen. Und ich war gefangen. Gefangen in einer so unglaublich komplexen Welt, in der eine Frage die nächste jagte, doch ich nie Zweifel an der Realität dieser Welt hatte.

 
Marie Graßhoff schafft es mit einer ganz besonderen Sprache, diese Geschichte zu erzählen, die jedes Mal, wenn ich glaubte, endlich den Durchblick zu haben, doch wieder neue Facetten mit sich brachte und alles über den Haufen warf.
Ich mag eigentlich keine ausschweifenden Beschreibungen, bei denen ich den Faden verliere, worum es überhaupt geht. Doch in diese Geschichte passt die Sprache perfekt. Auch wenn es immer wieder vorkam, dass ich ungeduldig war, so lag es nicht an der Sprache, sondern an meiner Neugierde, aufzudecken, wie alles zusammenhängt. Und das hat Marie in „Weltasche“ noch mal auf die Spitze getrieben. Mit dem Wissen, dass noch weitere vier Bücher folgen, frage ich mich einerseits, wie sie das toppen will und bin andererseits überzeugt, dass sie es tun wird. Ich versuche also, mich auf alles einzustellen und bin sicher, dass ich nicht im Ansatz erahnen kann, was noch kommen wird.

 
Eine Genreeinordnung ist für diese Geschichte geradlinig gar nicht möglich. Denn sie bietet dystopische Elemente, in einem Science-Fiction-Setting, kombiniert mit Fantasy-Einflüssen.
Die Figuren sind weder schwarz noch weiß. Sie haben alle ihre dunklen Seiten, ihre Aufgaben und ihre eigenen Bedürfnisse. Sie sind lebendig und bunt. In einer tristen, grauen Welt.

 
Worum es geht, kann ich nicht zusammenfassen, nicht, ohne auch nur ein bisschen zu spoilern und das will ich nicht.
Diese Geschichte ist keine leichte Kost, die sich gemütlich an einem Nachmittag weglesen lässt. Weder im Umfang der Bücher („Kernstaub“ hat 980, „Weltasche“ hat 756 Seiten) noch in der Tiefe der Geschichte. Sie ist eindeutig philosophisch angehaucht und wirft Fragen auf, die mich immer wieder einholen. Ich habe auch „Weltasche“ im Herbst 2016 gelesen (ebenfalls als E-Book) und denke bis heute an die Geschichte zurück.

 
Ich weiß, dass Marie derzeit am nächsten Teil arbeitet, der ebenfalls „Weltasche“ heißen wird. Gefolgt von drei Bänden mit dem Titel „Nebelecho“. Wenn das nächste Buch rauskommt, werde ich die ersten beiden erneut lesen, doch bis dahin zwinge ich meine Konzentration auf andere Bücher (obwohl ich so gern in dieses Universum zurückkehren möchte).

 
Marie hat 2016 zusätzlich eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, das Ziel gut erreicht und ein paar aufregende Tage für die Produktion eines Trailers verbracht. Ziel ist es, mit diesem Trailer eine Produktionsfirma zur Umsetzung der Geschichte als Serie zu finden. Den Trailer könnt ihr euch hier ansehen. Die Szenen entstammen nur „Kernstaub“ und ihr Zusammenhang ist nicht so gut zu sehen, wenn man die Geschichte nicht bereits kennt, ich liebe ihn dennoch und sitze jedes Mal mit Gänsehaut hier (die EneC-Szene ♥). Eben weil ich die Geschichte kenne.

 
Darüber hinaus ist diese Geschichte – dieses Universum – für mich besonders.
Ich habe beide Bücher mit kleiner Unterbrechung gelesen (als ich „Kernstaub“ beendet hatte, war „Weltasche“ noch nicht veröffentlicht, kam aber eine Woche später raus). Und die ganze Zeit verspürte ich so etwas wie ein Ziehen in mir. Das Gefühl, ebenfalls etwas zu kreieren, das für mich besonders ist. Das ist eigentlich jede Geschichte, aber hier fühlte es sich anders an. Es war ein Drang, dem ich nachgeben musste. Und während ich die letzten beiden Tage an „Weltasche“ las, war da dieses neue Projekt in mir, das alles andere aus meinem Kopf verdrängte. Mittlerweile wartet es nur noch darauf, geschrieben zu werden.
Ich glaube, dieser Teil trägt zu der Besonderheit des „Kernstaub“-Universums für mich bei, allerdings war ich gefesselt und gefangen, noch bevor sich meine eigene Idee aufbaute. Sie ist für mich das i-Tüpfelchen.

 
Seit ich diese beiden Wälzer gelesen habe, kann ich keine Taschenuhren und keine Quallen sehen, ohne an „Kernstaub“ zu denken.

 
Übrigens sind mittlerweile auch beide Printausgaben bei mir eingezogen.
Eigentlich hatte ich „Kernstaub“ ursprünglich meinem Papa geschenkt, der keinen E-Book-Reader besitzt. Doch ihm ist das Buch zu schwer und deswegen durfte es in mein Regal einziehen (und dieses Jahr mit nach Leipzig zur Messe, um von Marie signiert zu werden). „Weltasche“ habe ich letztes Jahr beim Verlag bestellt und obwohl das knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung war, konnte ich sogar ein signiertes Exemplar erhalten.
Doch das ist längst nicht alles.
Die Innengestaltung der Bücher ist wunderschön. Zeichnungen von Elementen, die in der Geschichte vorkommen, zieren jede Buchdoppelseite.
Das Konzept der Bücher ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Sei es die Titelgebung der einzelnen Bände, aber auch die Kapiteltitel und -anfänge, die aufmerksamen Lesern am Ende eine kleine Weisheit mitgeben.
In dieser großen Geschichte steckt so unglaublich viel Herzblut, so endlose Detailarbeit, die mich immer wieder bis aufs Tiefste berühren.

 
Kennt ihr die Geschichte?
Wie oft habt ihr sie schon gelesen?
Was gefällt euch besonders gut?

 
Bis denne ☆

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.