Bands, die ich liebe – Silverchair

 
Schon wieder sind fünf Wochen vergangen, seit ich über Musik geschrieben habe. Eigentlich sollte dieser Beitrag bereits im August erscheinen, aber dann kam alles anders.
Dieses Mal habe ich wieder eine nicht-japanischsprachige Band im Gepäck.
Genau genommen ist diese außerhalb der japanischsprachigen Musik meine Lieblingsband.

 
Die Rede ist von der australischen Band Silverchair.

 
Nach der Kelly Family bin ich ab 1997 zu Rockbands gekommen und Silverchair waren von Anfang an dabei. Sie hatten zu der Zeit ihr zweites Album noch nicht allzu lange auf dem Markt, obwohl die Mitglieder der Band gerade mal ungefähr ein Jahr älter sind als ich. Und ich bin damals gerade mal in die dreijährige Abiturphase aufgebrochen (also Orientungsphase plus zwei Jahre Abi).
Damals wurden Silverchair vor allem als die neuen Nirvana bezeichnet. Ja, es gab Parallelen, aber für mich war das so gar kein Grund. Ich kannte Nirvana namentlich, hatte aber nie viel von ihnen gehört. Das ist später auch noch ein bisschen anders geworden, aber Fan war ich nie.

 
 
 

 
Noch im August 1997 habe ich Silverchair das erste Mal live gesehen, sie haben als Vorband von Bush im Tempodrom in Berlin gespielt. Ja, noch in dem schönen alten Zelt mit dem kleinen Biergarten davor.
Als Vorband war das Set nicht ganz so lange, ich glaube, es waren neun Songs, aber es war einfach toll. So sehr viel entspannter als die Konzerte bei den Kellys, erste Reihe, ohne Probleme. Bei Bush sind meine Freundin und ich später sogar hinter gegangen, um uns zum Diven hochheben zu lassen. Ging nicht weit, weils eine Lücke in der Menge gab, aber war unglaublich toll in dem Moment.

 
Ich habe Silverchair noch zwei weitere Male gesehen, 1999 im Columbia Fritz und 2003 in der Arena.

 
Die Alben waren jedes für sich ein neues Erlebnis. Wobei ich sagen muss, dass mir das letzte nicht mehr wirklich zugesagt hat. Während sie sehr roh, sehr wild begonnen haben, wurde mit jedem weiteren Album alles ausgefeilter, aber auch elektronischer. Und letzteres ist der Punkt, der mir nicht so richtig gefallen hat.
Dennoch bedeuten mir die ersten vier Album und auch die Singles sehr viel.

 
In den letzten Jahren habe ich Silverchair recht wenig gehört. Irgendwann vor einem Jahr oder so, habe ich mir dann mal wieder alle ihrer Songs vorgenommen und habe so viele Details wieder oder sogar neu entdeckt. Und sie haben mich noch immer genauso tief berührt wie über 20 Jahre zuvor.

 
Leider haben sie bereits vor Jahren eine Pause bekanntgegeben (die eigentlich eher einer Trennung entspricht).
Interessant ist ja, dass hier in Deutschland kaum einer Silverchair kennt, während sie in Australien extrem bekannt sind.

 
Ihre Musik ist so unterschiedlich, deswegen fällt es mir schwer zu sagen, was mir daran so gut gefällt. Wie so oft ist es einfach das passende Zusammenspiel aus allem möglichen. Unter anderem auch den Lyrics, zumindest teilweise. Das gilt sicher nicht für jeden Song. Gerade je mehr Erfahrung sie hatten, desto weniger eindeutig wurden die Texte. Und ich bin überhaupt nicht gut darin, so etwas zu verstehen, weswegen ich allgemein keinen wirklichen Draht zu Lyrik habe.

 
Am bekanntesten ist vermutlich „Ana’s Song (Open Fire)“, ein Song, der sich um Anorexie dreht. Ebenso haben Silverchair für den Soundtrack zu Godzilla, der 1998 veröffentlicht wurde, den Song „Untitled“ aufgenommen.

 
Zur damaligen Zeit, so völlig ohne Internet, habe ich sogar einmal über den Viva-Videotext eine Kontaktanzeige aufgegeben. Ich weiß nicht, wer von euch das noch kennt, dort gab es Seiten, auf denen man Gesuche aufgeben konnte, um Menschen mit gleichen Interessen zu finden. Es gab sogar einige Briefe, die ich darauf erhalten habe und vor allem ein Kontakt hat sich noch bis 2006 oder so gehalten, aber irgendwann dann leider trotzdem verloren.
 
 
 

 
Ein paar Schätzchen habe ich auch, wenn ich auch nie auf Konzerten irgendwas gekauft habe. Ich weiß gar nicht, inwiefern da überhaupt etwas angeboten wurde.

 
Und außerdem gibts wieder ein Foto von mir aus der Zeit. Es müsste noch aus 1997 sein. Das allererste Male mit Farbe im Haar. Blau von Directions, nur in den vorderen Strähnen (und ohne vorige Blondierung), die länger als das restliche Haar waren. Mehr durfte ich in dem Alter noch nicht (ich war ja noch nicht volljährig, und als erstgeborenes Kind musste ich mir all diese Dinge auch noch hart erkämpfen, aber das ist ein anderes Thema, in das ich hier jetzt lieber nicht abrutsche).
 
 
 

 
Nun gehts aber auf zur Beispielmusik.
 
 
 

 
Freak
 
 
 

 
Israel’s Son
Der erste Song auf ihrem ersten Album.
 
 
 

 
Miss You Love
Von ihrem dritten Album „Neon Ballroom“.
 
 
 

 
Across The Night
Der Opener ihres vierten Albums „Diorama“.
Der Weg durch diese ersten vier Songs zeigt ziemlich gut die grobe Entwicklung, die die Band zwischen 1996 und 2002 gemacht hat.
 
 
 

 
Tuna In The Brine, ebenfalls von „Diorama“, einer meiner absoluten Favoriten.
 
 
 

 
Nobody Came, von „Freak Show“. Ebenfalls einer meiner Favoriten. Ich mag die Steigerung so sehr, die sie erzeugen und dann doch alles wieder zusammenfallen lassen.
 
 
 

 
Silverchairs Auftritt beim Bizarre Festival 1997. Das war exakt drei Tage vor dem Konzert, das ich in Berlin erlebt habe. Also quasi das, was sie dort spielen.
 
 
 

 
Emotion Sickness von „Neon Ballroom“ zählt ebenfalls zu meinen Favoriten, einfach schon der Depressions-Thematik wegen. Dessen war ich mir damals nicht bewusst, doch der Song hat auch so einen Nerv bei mir getroffen. Diese Version hier ist um die sechs Minuten lang, live haben sie es sogar zehn Minuten lang gespielt. Auch davon gibt es einen Auftritt von 2003 von Rock am Ring.
 
 
 

 
Und dann ist hier noch No Association. Ein Song, mit dessen Lyrics ich mich sehr verbunden fühle (wenn es auch zwei, drei Zeilen gibt, die nicht zu mir passen) und den ich deswegen mit reingenommen habe.

 
Hat jemand von euch schon mal was von Silverchair gehört?
Wenn nicht, habt ihr euch die verlinkten Songs angehört?
Wie gefallen sie euch?

 
Bis denne ☆