Bands, die ich liebe – MUCC

 
Für diesen Beitrag habe ich mir eine Band ausgesucht, für die es endlich Zeit wird. Denn mit ihr bin ich in die japanische Musik überhaupt eingestiegen.

 
Es war entweder noch Ende 2005 oder vielleicht auch schon 2006, als mein Bruder immer wieder diese Band gehört hat. Wenn ich bei meinen Eltern war, hörte ich einzelne Lieder, manche im Laufe der Zeit mehrfach und so blieben sie bei mir hängen. Sie gefielen mir, ich suchte zu Haus online ein bisschen und fand heraus, dass MUCC (damals noch mit der Schreibweise ムック) sogar im Mai in Berlin spielen würden. Aber der Preis von damals gut 30,00 € erschien mir sehr hoch (üblicherweise zahlte ich sonst für Bands in diesem Club ungefähr 20,00 €). Ich ließ von dem Gedanken ab, doch drei Tage vor dem Konzert war da der Gedanke, wer weiß, wie schnell sie wieder nach Deutschland kommen würden. Also ab zum Reisebüro mit Theaterkasse, Ticket gekauft, rüber zum Elektromarkt, zwei Alben gekauft und das wars.

 
Es ging danach sehr schnell auch mit anderen Bands weiter, doch darauf möchte ich jetzt hier nicht eingehen, zu einem Teil von ihnen kommen ohnehin noch einzelne Beiträge.

 
Es war das erste Konzert, auf das ich allein gegangen bin, weil ich niemanden kannte, der solche Musik hört (mein Bruder zählt nicht, er geht nicht auf Konzerte), aber obwohl ich mir das total komisch vorgestellt hatte, hat es mich nicht gestört. Was nicht bedeutet, dass ich jemanden kennengelernt habe.
Das kam erst ein paar Monate später, nach weiteren Konzerten und witzigerweise im Zusammenhang mit dem Japanischkurs, den ich an der VHS belegt habe. Zwei Fans, die ich auf Konzerten ein paar Mal gesehen hatte, waren auch in dem Kurs und darüber ergab sich dann mehr Kontakt in die Szene, die es damals in Berlin gab (mittlerweile ist davon nicht mehr viel übrig, so mein Eindruck). Und zusätzlich eben auch über Onlinekontakte.

 
Mein Gedanke, wann MUCC wieder nach Deutschland kommen würden, war eindeutig naiv, zumindest zur damaligen Zeit, denn bereits im Frühjahr 2007, also nicht mal ein Jahr später, waren sie wieder in Europa. Ich war mittlerweile Stammgast im NeoTokyo (ein kleiner Shop für Manga, Anime, J-, wie auch K-Music; eigentlich war ich auch Stammkunde, aber nicht nur, wir gehörten damals quasi zum Inventar) und als ich meine Tickets für Saarbrücken und Berlin gekauft hatte (ja, das waren zwei Konzerte, denn ein Teil der Tour war eine sogenannte Coupling Tour, also MUCC und noch eine weitere Band – BALZAC – und ich wollte unbedingt eines der Onemans von MUCC mitmachen und daher fiel die Wahl zusätzlich auf Saarbrücken), gab es noch eine Frage vom Verkäufer hinten dran: Wegen der Coupling Tour ab dem Auftritt in Hamburg gäbe es weniger Platz im Bus und sie bräuchten noch jemanden für den Merchandise-Verkauf, ob ich denn Lust dazu hätte. Die Fahrt bekäme ich bezahlt, das Konzert könnte ich mir anschauen, weil in der Zeit wenig am Verkaufstisch los sei, ich bräuchte nur eine Unterkunft. Und da ich eine Freundin in Hamburg wohnen hatte, war ich dann ganz spontan dabei und konnte auf der Tour drei Konzerte sehen. Und die Unterstützung in Hamburg war natürlich etwas ganz besonderes. Auch wenn ich dadurch keinen Kontakt zur Band hatte oder so, darauf kam es gar nicht an. Der Sänger war zwar zwei Mal in der Nähe, einmal während der Rest der Band noch beim Soundcheck auf der Bühne stand, saß er mit Laptop nur ein paar wenige Meter entfernt (während ich vorbereitend Poster rollte, damit es beim Verkauf schneller ginge, hinterher haben wir sie dann alle wieder entrollt, damit sie sich besser transportieren lassen), später kam er dann an den Tisch und wollte für ein paar japanische Münzen eine CD mitnehmen (was dann ein sehr günstiger Kauf für ihn gewesen wäre ^^).
Die Konzerte auf der Tour waren natürlich alle spitze, aber jedes für sich eine eigene kleine Erfahrung. Beispielsweise erhielten besagte Freundin und ich am Abend vor dem Konzert in Saarbrücken einen Anruf, weil die Band was essen gehen wollte. Die Besitzer des NeoTokyo haben auch ein Label hier in Deutschland, das eben diese Tour ausgerichtet hat und daher war der Verkäufer aus dem hiesigen NeoTokyo begleitend bei der Tour dabei, was zu dem Anruf geführt hat.
Ebenso ist das Konzert in Saarbrücken für mich insofern immer besonders, weil sie dort einen Song live aufgenommen und als B-Seite auf eine Single gepackt haben. Was gibt es schöneres, als einen dauerhaften Eindruck eines Live-Erlebnisses, bei dem man dabei war?

 
Leider war es das auch schon mit meinen Konzerterfahrungen (es ist also bereits über zwölf Jahre her). MUCC waren zwar noch zwei Mal in Berlin, aber beide Male konnte ich aus finanziellen Gründen nicht gehen (beim zweiten Mal wars fest einkalkuliert, aber dann kam die Nierenerkrankung meiner Katze dazwischen und die Untersuchungen waren einfach wichtiger). Ich hoffe, sie kommen mal wieder her und ich kann dann dabei sein.

 
Was die CDs etc. betrifft, habe ich tatsächlich gar nichts selbst in Japan bestellt.
Die ersten beiden Alben (『朽木の灯』 (kuchiki no tou, das sehr dunkle, zweite von unten, links) und 『鵬翼』 (houyoku, das helle darüber)) habe ich, wie oben erwähnt, im Elektromarkt gekauft. Die Single 『最終列車』 (saishuu ressha, rechts neben den beiden Alben) müsste ich auf dem ersten Konzert mitgenommen haben, glaube ich. Alles weitere habe ich im NeoTokyo erstanden. Was auf dem Bild nicht zu sehen ist, sind noch ein paar digitale Käufe über iTunes.
Außerdem habe ich mir 2007 auf der Tour noch Shirts geholt.

 

Vorderseite

 

Rückseite

 
Es gab nach 2007 ein paar Jahre, wo ich ein bisschen Abstand genommen habe, weil mir die Releases nicht so gut gefallen haben.
So richtig zurück waren MUCC für mich erst 2015 mit ihrem Minialbum 『T.R.E.N.D.Y. -Paradise from 1997-』. Stilistisch ging alles wieder mehr in die Richtung, mit der ich die Band kennengelernt habe. Auch ihr neuestes Album 『壊れたピアノとリビングデッド』 (kowareta piano to living dead) gefällt mir sehr gut.
Mittlerweile gibt es die Band seit 22 Jahren, sie zählen also eindeutig zu den erfahrenen Musikern (im Vergleich zu manch anderen Bands, über die ich schon geschrieben habe).

 
Hier kommen jetzt wie immer noch ein paar Videos:

 
「最終列車」 (saishuu ressha) (die oben erwähnte Single und einer der Songs, die mich zur Band gebracht haben)
「雨のオーケストラ」 (ame no orchestra) (der andere Song, der nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden wollte)
「リブラ」 (libra) (ich mag das PV total gern und den Song ohnehin, die Melodie im Refrain ist einfach so wundervoll)
「B.L.U.E -Tell me KAFKA-」 (vom Minialbum 『T.R.E.N.D.Y. -Paradise from 1997-』) (auch hier ist es die Melodie und überhaupt, wie es in den Refrain reingeht, was ich so mag, das Video ist eine Live-Aufnahme)
「モノクロの景色」 (monochrome no keshiki) (auch einer der Songs, die mich von Anfang an begleiten und schon immer zu meinen Favoriten gezählt haben)

 
Da MUCC nicht ganz so unbekannt sind, kennt ihr sie?
Habt ihr sie vielleicht auch schon mal live gesehen oder was ist eure Geschichte zur Band?
Wenn die Band neu für euch ist, wie gefällt sie euch?

 
Bis denne ☆

2 Gedanken zu „Bands, die ich liebe – MUCC

  • 2019.06.29 um 7:29
    Permalink

    Oooh MUCC! Die zählen definitiv zu meinen japanischen Favoriten. Ich habe zwei ihrer Alben (SHION und Gokusai). Auf einem Konzert von ihnen war ich leider noch nie (ich gehe ohnehin selten auf Konzerte). Toll, dass du die Band auch magst. ❤️

    Antwort
    • 2019.07.04 um 19:48
      Permalink

      Gokusai war richtig toll. In die Shion habe ich damals reingehört, aber ich glaube, mir haben fünf Songs gefallen, der Rest nicht wirklich. Das hat damals die Zeit eingeläutet, wo ich mich ein bisschen von ihnen entfernt habe.

      Wenn sie irgendwann wieder nach Deutschland kommen, versuch mal, das zu schaffen. So ein Konzert ist immer wieder eine so unglaubliche Erfahrung. Natürlich nur wenn es geht. ^^

      Antwort

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