Autorenname, Klappentext und Erwartungen

 
Ich möchte vorweg sagen, dass ich mit diesem Beitrag niemanden kritisieren möchte, weder die Autorin noch die Leser. Und ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch stellvertretend für viele andere steht, es ist nur einfach gerade mein Beispiel. Ich war überrascht und habe mir Fragen gestellt, die ich hier teilen möchte.

 
Nachdem ich „Nachtblumen“ von Carina Bartsch beendet hatte, habe ich auf Amazon in die Rezensionen geschaut. Das mache ich manchmal und war einfach neugierig auf die Meinung anderer Leser.
Dabei aber so viele negative Kritiken zu finden, die sich einfach nur auf einem unerwarteten Inhalt aufbauten, hat mich überrascht.

 
Die Autorin hat im Vorfeld zwei weitere Bücher veröffentlicht, die anscheinend aufeinander aufbauen. Ich kenne sie nicht, habe aber den Eindruck, dass es sich dabei um eine lockere Liebesgeschichte handelt.
„Nachtblumen“ wartet nicht so direkt mit dem Thema auf. Und dies scheinen die enttäuschten Leser nicht erwartet zu haben.

 
Als ich das gelesen habe, eben auch mehrfach, war mein erster Gedanke, ob diejenigen den Klappentext nicht gelesen hätten. Dieser war für mich der Grund, das Buch zu kaufen (während mich die ersten beiden Bücher nicht ansprechen). Und für mich war daraus auch sofort erkennbar, dass es sich hierbei zumindest nicht um ein seichtes Buch handelt. Eine Protagonistin, die am liebsten unter dem Bett schläft, eine weitere Figur, die die Kälte liebt, für mich hinterließ das gleich ein Gefühl von schwerwiegenden Problemen.

 
Doch zugleich wurde mir eben bewusst, dass die Leser die vorigen Bücher sehr gemocht hatten. In Erwartung des nächsten Buches, das sich mit einer ähnlichen Thematik befasst, das genauso toll wird, saßen sie vermutlich da und haben auf den Erscheinungstermin gewartet. Und wurden eben doch mit etwas anderem konfrontiert.

 
Und das hat mich zu dem Gedanken geführt, ob Autoren tatsächlich mit jedem Abweichen von einem Genre sofort zu einem Pseudonym greifen sollten. Was nach sich ziehen kann, dass die bisherige Fangemeinde fehlt, die für den Verkaufsstart nicht nebensächlich ist.

 
Mir persönlich ist es egal, ob ein Autor schon in verschiedenen anderen Genres geschrieben hat. Ich lese für jedes Buch den Klappentext, vielleicht auch die Leseprobe, um zu entscheiden, ob mich die Geschichte interessieren könnte. Aber das muss nicht für jeden anderen Leser gelten.

 
Wie macht man es als Autor dann aber richtig? Trotzdem bei dem einen Namen bleiben und höchstens bei sehr großem Abweichen auf ein Pseudonym ausweichen?
Die Kritik ignorieren und stattdessen weitermachen, denn der Klappentext zeigt durchaus, dass sich dieses Buch vom vorigen unterscheidet?

 
Wie geht ihr mit Büchern um?
Lest ihr jeden Klappentext und entscheidet je nach Buch?
Oder lest ihr jedes Buch von bestimmten Autoren, egal worum es darin geht?

 
Bis denne ☆

2 Gedanken zu „Autorenname, Klappentext und Erwartungen

  • 2018.08.28 um 16:58
    Permalink

    Ich lese jedes Buch erst nach Klappentext. Aber da ist SEHR wählerisch bin bei Büchern und meine Abbruchrate bei 80% liegt, sehe ich schon zu, dass wenn mir ein Autor gefällt, ich auch noch andere Bücher von demjenigen lese, denn zumindestens der Schreibstil sollte ähnlich sein und um den geht es mir meistens.
    Ich denke, wer erst „Chick lit“ und dann Krimi schreiben will, der sollte auf ein Pseudonym zurück greifen (so wie Annika Bühnemann), aber wenn es nur leichte Abweichungen sind, haöte ich das für übertrieben. Ich habe nachtblumen nicht gelesen, aber ich glaube dir, wenn du sagtst, dass der Klappentext bereits Hinweise liefert. Aber klar, wenn sich jemand fest als leicht zu lesen Autorin mit seichten Themen etabliert und dann pötzlich was schwermütiges raushaut, stößt das welche vor den Kopf. So lange das aber im Klappentext und an Cover deutlich wird, würde ich einfach so weiter machen.

    Antwort
    • 2018.08.31 um 15:30
      Permalink

      Ja, ich bin im Grunde ähnlich. Bei Autoren, von denen ich schon Bücher mochte, warte ich auch aufs Nächste, aber wenn das Thema laut Klappentext eindeutig nicht meines ist, lasse ich dennoch die Finger davon. Oder lese, aber immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ich da gerade ein gewisses Risiko eingehe. Meine Erwartungshaltung ist recht niedrig.

      Wirklich riesig ist der Unterschied hier wiederum nicht. Du hast eine Figur, die unter dem Bett schläft. Eine andere, die die Kälte liebt. Das steht unter anderem im Klappentext. Wer unter dem Bett schläft, der hat irgendein tieferliegendes Problem. Der muss etwas verarbeiten, das nicht einfach nur leichte Kost ist.
      Im Endeffekt wird trotzdem einiges an Liebesgeschichte geboten, der Rahmen scheint einfach nur weniger leicht zu sein. Deswegen fänd ich hierbei ein Pseudonym gar nicht notwendig, aber die Frage kam mir trotzdem.

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.