Meine Schreibutensilien Teil 3

 
Seit ich euch im Mai das letzte Mal etwas von meinen Arbeitsmaterialien beim Planen von Geschichten gezeigt habe, ist schon ein bisschen Zeit vergangen.
Und ich dachte mir, ich fasse heute mal zwei davon in diesem Beitrag zusammen.
 
 
 

 
Das eine ist meine Maus.
Wie auf dem Bild gut zu sehen ist, ist sie tatsächlich noch kabelgebunden.

 
Über Jahre hatte ich dieses Modell als Funkmaus, bis sie vor ungefähr zweieinhalb Jahren kaputtgegangen ist. Und da musste ich feststellen, dass sie nicht mehr produziert wird.
Nun bin ich jemand, der sehr an Dingen hängt. Wenn ich mit etwas gut zurechtkomme, mag ich mich nicht umstellen. Und so viel Zeit, wie ich am PC vebringe, gehört die Maus eindeutig dazu. Ich brauche „normal“ große PC-Mäuse (also in etwa die Größe, die auch schon um die Jahrtausendwende typisch war), nicht diese winzig kleinen. Ebenso komme ich mit flachen Mäusen nicht gut zurecht. Die alte Maus war perfekt in ihrer Form und ich habe mit dem Modell seit – ich glaube – 2011 gearbeitet. Da ich mit der Qualität zufrieden war, wollte ich bei einer Maus von Microsoft bleiben und habe mir dann wohl oder übel das einzige Funkmodell zugelegt, das in den Maßen in etwa ähnlich war. Leider ist die Funktionsweise nicht ansatzweise vergleichbar. Ein Problem, das häufig in Rezensionen erwähnt ist, hat auch mich stark genervt, weswegen ich die mehr oder weniger funktionsfähige Maus zur Seite gelegt habe. Stattdessen bin ich einen Schritt zurückgegangen, zu einer kabelgebundenen.
Denn in dieser Variante existiert das Modell, das ich so gern mag nach wie vor. Und obwohl ich zwei oder drei Monate mit der anderen Maus gearbeitet hatte, fühlte es sich so gut an, wieder zu der anderen Form zurückzukehren (weswegen mittlerweile auch noch ein Ersatzmodell der oben abgebildeten Maus im Schrank liegt, sollte diese hier ausfallen, habe ich wenigstens Zeit, mir etwas neues zu suchen).
 
 
 

 
Das andere ist ein Kugelschreiber.
Neben einem Bleistift schreibe ich vor allem damit. Und ich brauche da Stifte, die sich sehr weich schreiben lassen, die nicht über das Papier kratzen. Außerdem mag ich sehr feine Linien, schon deswegen, weil ich gelegentlich auch Kanji damit schreibe und je dicker die Linien, desto größer muss ich die Schriftzeichen schreiben, um sie später auch wiedererkennen zu können (mir fehlt noch zu sehr die Routine, als dass ich auf klar erkennbare einzelne Linien verzichten könnte).
Außerdem schmieren diese Stifte von BiC nicht (viele Kugelschreiber hinterlassen beim Aufsetzen erstmal einen dickeren Tintenpunkt).
Nachteilig ist die Kappe, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ebenfalls lassen sich diese Kugelschreiber leider nicht nachfüllen, aber ich finde, sie halten eine ganze Weile und so endlos viel schreibe ich dann damit glücklicherweise auch nicht (das meiste fließt ja doch über die Tastatur aus meinem Kopf). Also muss ich sie auch nicht so häufig ersetzen und damit Müll produzieren.

 
Habt ihr auch bevorzugte Mäuse?
Oder Kugelschreiber?
Oder nutzt ihr lieber einen Füller?

 
Bis denne ☆

Die Dreifelderwirtschaft des Schreibens

Heute setze ich mal wieder einen meiner alten Schreibmeer-Artikel hier hin. Ich habe dieses System vor vielen Jahren das erste Mal getestet, zwischendurch wieder aufgegriffen und auch derzeit nutze ich es. Wenn also der Artikel bereits etwas älter ist, so ist er für mich zugleich noch immer aktuell.

 
Fast jeder Autor steht irgendwann vor der Qual der Wahl, welches Projekt er denn in Angriff nehmen könnte. Manche haben eine neue Idee, die reizvoll, aber eigentlich noch nicht ausgereift genug ist. Dafür liegt eine ältere ja schon länger und müsste nur noch überarbeitet werden, das ist aber nicht so spannend. Andere fühlen sich heute zu diesem Projekt hingezogen, morgen aber zu jenem und finden bei keinem so richtig zu einem Ende.
Doch warum sollte man sich überhaupt entscheiden? Weil es hilft, kontinuierlich zu arbeiten. Das bedeutet dennoch nicht, sich wochen- oder monatelang mit nur einem Projekt zu beschäftigen und darum soll es heute gehen.

 
Ich werde mich dafür nur auf Romane beziehen, denke aber, dass sich die Grundidee auch auf andere Gattungen umlegen lässt. Und mir ist ebenfalls bewusst, dass sich das System nicht unbedingt sofort umsetzen lässt, sondern teilweise etwas Vorlaufzeit benötigt, aber wenn es erstmal eingerichtet ist, kann es gut funktionieren. Dazu sei gesagt, dass ich jemand bin, der ausführlich plottet und dementsprechend auch viel Zeit in diesen Arbeitsschritt investiert. Die Zeiträume schwanken natürlich individuell. Jeder muss für sich probieren, was genau funktioniert, aber dies kann eine Anregung sein, Abwechslung in den eigenen Alltag zu bringen und trotzdem Projekte zum Abschluss führen zu können.

 
Der Anfang ist noch schlicht.
Es reicht, mit einem Projekt zu starten und beispielsweise dessen Plot aufzubauen. Bei jemandem wie mir, lässt sich dafür locker dieselbe Zeit veranschlagen wie für das Schreiben des ersten Entwurfs. Andere benötigen hier weniger Zeit, aber gerade am Anfang ist das erstmal egal.

 
Wie geht es weiter?
Anstatt sich jetzt nur auf die Rohfassung zu konzentrieren, kommt ein weiteres Projekt hinzu. Dadurch kommt auch keine Langeweile auf, die für Manche ein einzelnes Projekt mit sich bringt. Bei mir sah das so aus, dass ich anfangs morgens eine Geschichte geplottet habe. Danach stand eine Pause an, in der ich den Kopf frei von Buchideen gemacht habe, bevor ich mich an den ersten Entwurf des Projekts aus dem ersten Schritt gesetzt habe. Nach nur wenigen Wochen gehörte das so zu meinem Alltag, dass ich das Dokument des Plotprojektes geschlossen und sofort die Rohfassung des Schreibprojektes geöffnet habe. Ich brauchte keine Pause mehr, mein Kopf war in der Lage, sofort umzuschalten. Das empfiehlt sich jedoch nicht unbedingt, wenn man in längeren Etappen arbeitet, das war bei mir zu der Zeit aber nicht der Fall. Wer nicht nur Zeit in kurze Einheiten investiert, sollte unbedingt zwischen den Projekten pausieren, sich bewegen und am besten aus dem Fenster schauen, um den Augen Entlastung zu bieten.

 
Und dann?
Genau so kann auch das Überarbeiten integriert werden: als dritter Schritt. Selbstverständlich muss man nicht alle Projekte nacheinander abarbeiten. Je nach Zeit im Alltag erledigt man das eine vielleicht morgens vor dem Job oder der Uni, das andere in der Mittagspause (die aber eigentlich zum Abschalten da ist) und das letzte am Abend. Auch hier muss jeder seinen individuell passenden Weg finden. Ausprobieren hilft ungemein.

 
Auf diese Weise lassen sich bis zu vier Buchprojekte unterbringen. Vier? Möglicherweise. Denn es empfiehlt sich für Viele durchaus, ein Projekt nach dem Schreiben des ersten Entwurfs eine Weile ruhen zu lassen. Für wen das nicht funktioniert, der setzt eben sofort mit der Überarbeitung an. Es kommt kein Projekt mehr zu kurz, sie finden ein Ende und wenn man die Arbeitszeiten dokumentiert, wird man nicht nur in den Projekten Fortschritte sehen.

 
Nun ist mir bewusst, dass nicht jedem kurze Arbeitseinheiten an den Projekten liegen oder nicht jeder die Zeit aufbringen kann, an drei Buchprojekten täglich zu arbeiten, weil eben nur fünfzehn oder dreißig Minuten zur Verfügung stehen. Alternativ kann ich mir vorstellen, dass es auch funktioniert, am ersten Tag am neuen Plot zu arbeiten, am zweiten an der Rohfassung und an Tag 3 die Überarbeitung in Angriff zu nehmen. Auch hier gilt wieder, seine Umstände zu analysieren und auszuprobieren. Für mich funktioniert das System sehr gut, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es vor einiger Zeit wieder einkürzen musste und nur bis zu zwei parallelen Stufen gekommen bin. Ich zweifele nicht daran, dass ich auch die dritte meistere, sobald meine Umstände es zulassen. Versucht es und gebt euch ein bisschen Zeit, das System greifen zu lassen.

 
Wie arbeitet ihr?
An mehreren Projekten gleichzeitig oder immer nur an einem?
Wollt ihr das System mal ausprobieren?

 
Bis denne ☆

Rückblick 2019

 
Und damit liegt tatsächlich ein volles weiteres Jahr hinter uns. Hinter mir.
Und wenn ich darauf zurückschaue, dann war es geprägt von Höhen und Tiefen, immer hin und her, nie im Stillstand. Zumindest nicht emotional.
Aber ich denke, ich fange erstmal mit ein paar Zahlen an.

 

Bücher

Bücher: 15
weitere Geschichten: 10
Zeitschriftenartikel: 1
Seiten: 5.436 (Bücher) | ungefähr 11.500 (inklusive der weiteren Geschichten)
Anzahl Lesetage: 92 (nur Bücher)
Durchschnittliche Buchseitenzahl/Tag (bezogen aufs Jahr): 14,89
Durchschnittliche Buchseitenzahl/Tag (bezogen auf die Lesetage): 59,10
Vom SuB gelesen: 13
Neu gekauft/geschenkt: 2
 
 
 

 
Das waren noch mal eindeutig weniger Lesetage als 2018 und ebenfalls weit weniger Buchseiten.
Das liegt daran, dass ich alte Projekte von mir gelesen habe, zwei sogar mehr als einmal. Dazu habe ich aber nur eingeschränkt Aufzeichnungen, weswegen ich sie nur in der Gesamtseitenzahl berücksichtigen kann, aber nicht in die restliche Statistik mit reinnehmen wollte. Als grobe Grundlage für die Seitenzahl habe ich mit dem Normseitengrundschnitt von 250 Wörtern pro Seite gerechnet (Normseite = maximal 1.800 Zeichen, durchschnittlich 1.500 veranschlagt; durchschnittlich hat ein deutsches Wort sechs Zeichen inklusive Leerzeichen = 250 Wörter).

 
Die Anzahl an Büchern war trotzdem gering, das hat sich ja auch bereits in meinen Leserückblicken gezeigt. Andererseits habe ich insgesamt nicht wirklich weniger gelesen als im Jahr zuvor, weswegen mir die Zahlen für die Bücher recht egal sind. Zumal ich auch so einige Bücher noch mal gelesen habe (insgesamt 6 der 15 Bücher, selbst wenn 4 davon in einer anderen Sprache waren).
 
 
 

 
Hier sind die Bücher, die ich gelesen habe, auch wieder bildlich festgehalten, wie schon im letzten Jahr (und auch zuvor, da hatte ich den Blog nur noch nicht). Der E-Book-Reader ist dieses Mal gar nicht dabei. Ich habe ihn zwar für zwei Wälzer durchaus genutzt, da ich sie aber auch als Print besitze, liegen natürlich diese Exemplare dort.
 
 
 

 
Die Neuzugänge hielten sich dieses Jahr sehr in Grenzen. Ich habe ja bereits 2018 versucht, wenige Bücher zu kaufen, weil mein SuB noch genügend Bücher umfasst, aber 2019 sind tatsächlich nur drei Bücher eingezogen, wovon zwei bei ihrer Ankündigung sofort klar waren („Blutgesang“ und „Neon Birds“).

 
Auch wenn die Statistik ernüchternd aussieht, habe ich für 2020 keine Pläne, außer zu lesen, wenn mir danach ist. Die Lesezeit ist nämlich 2019 tatsächlich mehr gewesen als 2018. Wenn ich mich hingesetzt habe, dann meist gleich für zwei Stunden statt auch mal nur für ein paar wenige Minuten. Und ich mag mich nicht durch vorgegebene Pläne einengen oder unter Druck setzen.

 

Schreibtätigkeit

Statistisch fällt es mir dieses Mal etwas schwer. Einerseits betrachte ich meine Spaßprojekte als in ihrer Wichtigkeit gleichwertig zu den Projekten, die ich irgendwann mal veröffentlichen würde. Andererseits rede ich nicht viel über meine Spaßprojekte.

 
In Bezug auf die „offiziellen“ Projekte gibt es quasi nichts zu sagen.
Ich habe zu Jahresbeginn erst an einer Aktion mit anderen Autor_innen teilgenommen, dafür aber auch ein anderes Projekt verwendet, weil die „offiziellen“ Projekte dafür noch nicht ausreichend waren. Diese Aktion verlor sich dann aber recht bald. Mein einziges „offizielles“ Projekt aus dem letzten Jahr – „Notenrufen“ – habe ich genau zwei Mal zur Hand genommen, einmal zur Aufbereitung des Plots für Feedback (da der Plot sehr ausführlich ist, lasse ich den Inhalt bereits vor dem Schreiben gegenprüfen, weil sich da im Groben nichts mehr ändert, wenn ich schreibe) und danach, um mir das Feedback vorzunehmen. Daraus ist dann aber nichts geworden, außer dass ich es eben für mich griffbereit gesichert habe.

 
Bei meinen Spaßprojekten sieht es anders aus.
Die erste Jahreshälfte war ohnehin mau.
Einerseits war der Jahresbeginn von vielen Enttäuschungen geprägt, ich musste ein Gruppenprojekt, das mir sehr am Herzen lag, aus gesundheitlichen Gründen verlassen und wie danach damit verfahren wurde, war weniger angenehm zu sehen. Hinzu kamen noch weitere Aspekte, auch diese eben erwähnte Aktion war einer davon und auch das hat beeinflusst, dass ich nicht wirklich viel Motivation hatte. Mal ganz von der Depression zu schweigen, in der ich ja bis April oder so steckte.
Im Juni war ich weg und bereits der Mai war durch Vorbereitungen geprägt, der Juni galt für mich ohnehin als komplett freier Monat.
Doch die zweite Jahreshälfte änderte alles.
Ich habe im Juli das erste meiner Spaßprojekte angefangen, eigentlich durch Zufall, doch konnte mich ihm nicht entziehen. Meine Statistiken schossen durch die Decke, in Höhen, die ich seit Jahren nicht erlebt hatte. Im Oktober habe ich noch ein weiteres Spaßprojekt hinzugenommen (das sind alles keine neuen Projekte). Nur diese beiden Projekte von Juli bis zum Jahresende haben zu 300 Stunden Arbeitszeit geführt. Das ist sicher keine riesige Menge für Autor_innen, die Schreiben als ihren Beruf ansehen, es professionell betreiben, aber genau darauf liegt mein Fokus ja gar nicht. Als Vergleich, 2018 lagen meine Gesamtzeiten für Projekte bei 58 Stunden, 2017 bei 111 Stunden, 2016 bei 205 Stunden, 2015 bei 110 Stunden und 2014 bei 327 Stunden. Ja, 2014 war es noch mehr, allerdings über das gesamte Jahr verteilt.
Genau das ist es. Das letzte Mal zuvor wenigstens 2.000 Minuten in einem Monat hatte ich im Mai 2014 erreicht. 2019 bin ich im Juli unerwartet mit 3.519 Minuten – das sind fast 60 Stunden – gestartet. Es war extrem überwältigend. Und hat sich auch nicht so extrem gehalten, wobei der August noch heftiger war. Aber danach hat es sich reguliert. Abhängig davon, ob ich mehr gelesen habe, aber auch aufgrund der dunkleren Jahreszeit. Nichtsdestotrotz ist das so ein Unterschied, den ich noch immer zu begreifen versuche (und vermutlich deswegen auch gerade so viel dazu schreibe xDD). Außerdem habe ich tatsächlich seit Anfang Juli nicht einen Tag pausiert. Nicht an jedem habe ich viel Zeit investiert, manchmal waren es nur wenige Minuten, aber es gibt seit mittlerweile einem halben Jahr nicht einen Tag Pause, etwas das für mich 2015/2016 Alltag war.

 
Außerdem ist da ja noch der Autorenblog, den ich regelmäßig und ohne Pause befüllt habe.
Hierfür habe ich auch die Wörter und Zeiten gezählt und das waren auch noch mal fast 80 Stunden mit 51.128 Wörtern.

 

Japanisch

Da ich letztes Jahr bereits recht frühzeitig versucht hatte, eine Routine aufzubauen, greife ich das Thema mal auf.
Was das Schreiben der Kanji betrifft, war ich recht schnell wieder raus.
Die Nutzung der App betreibe ich aber tatsächlich nach wie vor. Es gab wenige Tage, an denen ich es nicht getan habe, meistens ist es mir einfach durchgerutscht. Für gewöhnlich mache ich das gleich am Vormittag und wenn ich es da mal vergesse, kommt es vor, dass ich es später auch nicht mehr beachte. Insgesamt waren es 349 Tage, an denen ich die App genutzt habe und das ist eindeutig positiv.

 

Allgemein

Wie ich oben schon sagte, war 2019 ein sehr emotionales Jahr. Ich habe Entscheidungen getroffen und umgesetzt, die so wichtig für mich und meine Gesundheit waren, habe gekämpft, das durchzuziehen und am Leben zu bleiben (im übertragenen Sinne, nicht wortwörtlich). Ich habe zwei wundervolle Konzerte besucht, die mir so unglaublich viel Kraft gegeben haben und noch immer geben. Ja, ich zehre auch jetzt noch davon, obwohl alles bereits über ein halbes Jahr zurückliegt.
2019 war tough, wirklich tough. Eine meiner Entscheidungen hat so viele Dinge nach sich gezogen, die ich bis heute bewältigen muss, was auch in Zukunft weiterhin der Fall sein wird.
Allerdings waren auch die Jahre zuvor tough. Das letzte Jahr, das ich zuvor als gut bezeichnen würde, ist 2013. Alle danach waren reiner Kampf. So auch 2019. Und trotzdem war 2019 ein gutes Jahr.
Denn egal wie sehr ich meine „offiziellen“ Projekte liegen gelassen habe, weil ich das Gefühl hatte, es tun zu müssen, egal wie anstrengend all die Kämpfe waren, 2019 hat so viel Positives mit sich gebracht. So viel Selbsterkenntnis, so viel Wissen über mich selbst. Ich bin immer mehr zu mir geworden (und habe noch einen weiten Weg vor mir, aber die Richtung stimmt). Ich habe mich viel mehr auf das fokussiert, das ich brauche, das ich liebe. Und habe so viel Liebe zurückbekommen und gespürt. Ich habe alte Freundschaften wieder aufleben lassen und mich neu bzw. mehr in eine Band verliebt, bei der ich glaubte, dass es gar nicht noch mehr geht.

 
Und deswegen kann ich dieses Jahr in zwei Worten zusammenfassen, die nicht zwingend zueinander gehören, es aber auch tun:
Intensiv und Gazette.

 
Wie war 2019 für euch?
Könnt ihr positiv darauf zurückblicken?
Oder ward ihr froh, dass es geendet ist und 2020 beginnt?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Dezember

 
Das Jahr 2019 ist vorbei, aber ein letzter Leserückblick fehlt natürlich noch.

 
Im Großen und Ganzen war es im Dezember ähnlich wie im Monat zuvor. Weswegen ich ihn für 2019 auch einen ganz guten Lesemonat ansehe.
 
 
 

 
Ich hatte natürlich noch „Eclipse“ von Stephenie Meyer zu beenden und wie sollte es anders sein, im Anschluss folgte dann auch „Breaking Dawn“.
Die beiden Bücher haben den Großteil der Lesezeit eingenommen, doch damit habe ich das „Twilight“-Universum noch nicht verlassen.
Bis hierhin war es ja keine neue Geschichte für mich gewesen, sondern nur das Wiedererleben einer mir bekannten, wenn eben durch Englisch auch in einer anderen Sprache.

 
Abschließend habe ich noch „The short second life of Bree Tanner“ gelesen, eine Novelle, die in der „Twilight“-Box mit enthalten gewesen war.
Hierbei wird über knapp 200 Seiten die Geschichte einer ganz anderen Figur beleuchtet, aus deren Sicht, also abseits von Bella. Die Figur Bree nimmt in der eigentlichen Geschichte kaum Raum ein, wobei sie in den Filmen ein wenig mehr fokussiert wird als in den Büchern, was aber mit den unterschiedlichen Herangehensweisen von Film und Buch zu erklären ist (sie wird im Film ab und zu so gezeigt, was in den Büchern, die bis dahin ausschließlich aus Bellas Sicht erzählt sind, gar nicht möglich ist).
Es war interessant, diese Seite zu sehen, die anderen Eindrücke, Hintergründe, die in der Hauptgeschichte nie so zu Tage treten etc. Aber es hat auch Fragen bei mir aufgeworfen, die für mich nicht ganz logisch erklärt sind. Angeblich ist diese Novelle entstanden, als „Eclipse“ in der Überarbeitungsphase war und aus meiner Sicht passen ein paar Gedanken und Aussagen in „Breaking Dawn“ nicht ganz. Das hätte auf die Handlungsabfolge keine Auswirkungen gehabt, aber ein paar Gespräche sind aus meiner Sicht dadurch fehlerhaft. Das tut der eigentlichen Geschichte zum Glück nichts.

 
Ja, und das war es dann auch für den Dezember gewesen.

 
Was habt ihr im Dezember gelesen?
Greift ihr eher zu weihnachtlichen Geschichten?
Oder ist euch das völlig egal?

 
Bis denne ☆

Happy New Year

 
Ich hoffe, wenn ihr das hier lest, seid ihr alle gut im neuen Jahr angekommen und wünsche euch viel Inspiration, Kreativität, Durchhaltevermögen, Spaß, Freude, Kraft und vor allem – denn das ist das wichtigste – Gesundheit.

 
明けましておめでとうございます

 
Bis denne ☆

Bands, die ich liebe – The Kelly Family

 
Der letzte Beitrag, der in diesem Jahr hier online geht.
Und eine letzte Band für dieses Jahr.

 
Völlig aus der Reihe, denn keine japanische Band. Nichts, das ich derzeit noch oft höre.
Und trotzdem macht diese Band einen so wichtigen Teil in meinem Leben aus, das sie immer zu mir gehören wird.

 
Ich war 13, als ich den Kellys verfallen bin. „An Angel“ stand in den Startlöchern, war aber noch nicht veröffentlicht. Die Single zog natürlich nur kurze Zeit später bei mir ein, Wochen darauf dann auch das Album „Over The Hump“. Und Stück für auch die älteren Sachen. CD um CD, Videokassette um Videokassette. Nicht alles sofort, aber gerade durch meine Jugendweihe im darauffolgenden Jahr und den damit verbundenen Geldgeschenken, hatte ich die Möglichkeit meine Sammlung zu vergrößern.
 
 
 

Meine CD-Sammlung (oben Singles, unten Alben)

 
 
 

Und die Videokassetten

 
Ebenso startete ich am 19.03.1995 mit meinem ersten Konzert (der Kellys, aber auch überhaupt) in der Deutschlandhalle in Berlin. Wobei das nur fast stimmt. Ich habe wohl im Alter von 1 Jahr die Kellys auch mal auf der Straße spielen sehen, aber daran kann ich mich natürlich nicht erinnern.

 
Es gab damals ständig etwas Neues. Jede Woche waren die Kellys in irgendwelchen Zeitschriften drin. Bravo, Popcorn, aber auch die ganzen „Frauen“-Magazine, die meine Generation gar nicht zur Zielgruppe hatten. Auf Viva ging es hoch und runter, Fernsehsendung hier und da, irgendwo gab es ständig etwas von den Kellys.
 
 
 

Ein paar Photobooks. Die kleinen sind Postkartensets.

 
Bereits im Mai habe ich sie wieder gesehen, erst in der Wuhlheide und am Tag darauf spielten sie ein kostenloses Konzert auf dem Schlossplatz.
Weitere Konzerte waren dann noch im Sommer, da war ich in Rostock im Stadthafen, im Dezember erneut in Rostock. Dort spielten sie an einem Tag zwei Konzerte, die ich auch beide mitgenommen habe. Im darauffolgenden Sommer dann erneut in Rostock, dieses Mal im Ostsee-Stadion, was eine ziemlich große Nummer war. Ich war damals 15, ab morgens um 6:00 Uhr vor dem Einlass (und da waren schon eine ganze Menge Fans da) und den ganzen Tag im August davor gewartet. Es resultierte in einem Sonnenstich oder ähnlichem, der sich aber immerhin bis nach dem Konzert Zeit gelassen hat.
 
 
 

Ein kleiner Teil meines Zimmers Ende 1996. Das sah an allen Wänden und teils auch an der Zimmerdecke so aus.
 
 
 

Ich am 03.08.1996 im Ostsee-Stadion in Rostock vor dem Konzert.

 
Im nächsten Jahr, nach über drei Jahren, habe ich mich von der Band distanziert. Einerseits entdeckte ich andere Bands, andererseits gefielen mir manche Seiten an den Kellys nicht wirklich. Auf mich machte es den Eindruck, als stiege ihnen der Erfolg zu Kopf. Vielleicht war dem nie so, ich will gar nicht sagen, dass mein Eindruck korrekt war. Aber ich fühlte mich nicht so richtig wohl und habe jahrelang nicht wirklich etwas mit ihnen zu tun gehabt. Hinzu kam, dass ich überall nur der Kelly-Fan war. Nicht nur in der Schule (da war ich das Image überraschenderweise sogar recht schnell los), sondern vor allem im Umkreis der Familie. Und ich wollte das nicht sein. Ich war nicht nur der Kelly-Fan, ich war so vieles mehr.

 
Ende 2001 habe ich für ein bisschen Weihnachtsmusik bei meinen Schwiegereltern auch zu ein paar Kelly-Songs gegriffen, was recht viel Nostalgie bei mir ausgelöst hat. Mittlerweile gab es ja bereits das Internet (auch bei mir zu Haus und nicht nur in der Schule oder bei Freunden) und somit suchte ich ein bisschen, was die Kellys mittlerweile so machen. Als erstes stolperte ich darüber, dass sie nicht mehr zu neunt auf der Bühne standen.
Ich besorgte mir die verpassten Releases (eBay war dafür sehr hilfreich) und habe dann im April 2002 wieder ein Konzert gesehen, in der Columbiahalle in Berlin. Im Sommer kamen dann noch ein paar Stadtfeste in verschiedenen Städten im Land Brandenburg dazu, außerdem Ende 2002 noch ein Konzert in Hamburg (das gleichzeitig ein Wiedersehen mit verschiedenen Freunden war, sonst wäre ich vermutlich nicht nach Hamburg gefahren).
Das – so glaube ich – letzte Album vor ihrem damals tatsächlichen Ende (oder der sehr langen Pause) hat mir auch nicht mehr wirklich gefallen (tut es auch jetzt noch nicht, ich habe vorhin noch mal in die Hörproben online reingehört). Bis auf ein Song (den ich nachher mit reinpacke) hat die Musik nicht meinen Geschmack getroffen. Was mir heute aufgefallen ist, dass das Album sehr den Weg gezeigt hat, den die einzelnen Geschwister in den folgenden Jahren gegangen sind (worüber ich nicht viel weiß, nur was ich so ein bisschen im Nachhinein mitbekommen habe). Sie haben vieles Neues ausprobiert, was auch gut ist. Nur eben nichts für mich war.

 
Seit sie vor zwei Jahren wieder zurückgekehrt sind – erneut in anderer Besetzung -, habe ich sie noch nicht viel gehört. Ich habe mir die Neuaufnahmen alter Songs vor ungefähr zwei Jahren digital gekauft, weil das alles vertraute Songs waren, aber ich glaube, ich habe das Album einmal gehört, öfter nicht. Das neue Album, eine Art Tribute an ihr erstes großes vor 25 Jahren ist ja erst seit zwei Monaten auf dem Markt. Ich weiß noch nicht, ob ich es kaufen werde, eben auch, weil ich die Kellys insgesamt sehr wenig höre.

 
Warum sind sie dann eigentlich so wichtig für mich?

 
Einerseits, weil sie eben meine Jugend begleitet haben. Von 13,5 bis ungefähr 17 Jahren habe ich überwiegend sie gehört. Neben Radio und Viva, wo natürlich noch so einiges anderes lief. Aber den Rest habe ich so mitgenommen, die Musik der Kellys habe ich gesammelt, Konzerte besucht etc.
Hinzu kommt, dass sie das Image der perfekten Familie hatten. Und die Fans irgendwie auch. Sicher nicht alle, aber die Freunde, die ich damals hatte, waren meine Familie. Vor einiger Zeit hatte ich ja geschrieben, dass ich mich in meiner Familie des Öfteren wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt habe und die Kelly Family war meine Zuflucht. Ich habe in der Musik und auch bei den Fans mein Zuhause gehabt. Dort habe ich mich geliebt und beschützt gefühlt. Und ich glaube, das macht einen wichtigen Teil aus, warum diese Band bis heute so tief in meinem Herzen sitzt.

 
Es gab dieses Jahr eine Situation, bei der ich exakt dieses Gefühl meiner Jugend hatte. Jeder andere in meiner Familie geht vor. Zumindest ist es dieses Gefühl, das mir durch Handlungen und Worte immer wieder vermittelt wird.
Und was ist passiert? Ich habe meinen Player mit der Kelly Family gefüttert und das gehört. Es war das, was ich in dem Moment brauchte. Als ich es realisiert habe, habe ich gelacht. Und zugleich geweint.

 
Natürlich hat diese Band mir auch Schmerz beigebracht. Nicht sie selbst, sondern die Reaktionen auf sie.
Es gab in meiner Jugend, in meiner Altersklasse eigentlich nur zwei Extreme: Man hat die Kellys geliebt oder sie gehasst. Alles dazwischen war eher selten. Und wer dem neutral gegenüber stand, hat sich wohlweislich von denen, die sie gehasst haben, ferngehalten, wenn sie Sprüche gerissen haben.
Ich bin wie ich bin, man hat mir damals sehr leicht meine Liebe zu der Band ansehen können. Ich hatte lange Haare (die hatte ich bis kurz vorm Abi überwiegend, außer als Kind und dann in der 6. Klasse, als ich sie habe schulterlang schneiden lassen, doch danach sind sie gewachsen, ohne über viele Jahre eine Schere zu sehen), habe lange, weite Röcke getragen, teils mit Shirt, teils mit Bluse. Und es hagelte nur Sprüche. Kelly war der Name, mit dem ich teils angesprochen wurde. Und zwar abwertend. Ich habe damals teils ähnlich zurückgeantwortet, doch ich denke, auch wenn ich es nach außen nicht gezeigt habe, wenn ich es nicht mal bewusst gemerkt habe, dass das verletzt (auch weil ich in meiner Klasse allein mit dieser Vorliebe war), hat das trotzdem viel mit mir gemacht.
Aber dadurch bin ich auch nur noch mehr zur Musik gekrochen, kaum dass ich zu Haus war.

 
Mit meinen Freunden – die meisten haben leider in anderen Stadtbezirken gewohnt – war es dagegen so anders. Wir haben so viel zusammen gesungen, gespielt und dadurch Spaß gehabt. Ich habe das auch viel allein zu Haus gemacht (ich habe bereits mit 10 gelernt, Noten zu lesen und Gitarre zu spielen, nicht dass ich je über das Akkordspielen hinausgekommen bin, aber für die Kelly-Songs hat das ja völlig ausgereicht). Ich habe mit 16 mit Freunden zusammen Songs im selben Stil geschrieben. Es gab hier in der Nähe regelmäßig sogenannte Kelly-Partys, wo deren Musik gespielt wurde, aber Fans auch deren Songs gespielt haben, aufgetreten sind. Auch ich mit einigen Freunden.

 
Das alles verlor sich nicht nur, weil mein Interesse an der Band abflaute, es ließ irgendwie alles gleichzeitig nach. Die Kelly-Partys fanden nicht mehr statt. Der Kontakt zu einigen der Freunde schlief ein (und damals blieb ja nur das Telefon, Briefe oder persönliche Treffen, die ganzen anderen Kommunikationswege, die wir heute haben, gab es für uns damals noch nicht). Und mein Bild der Band veränderte sich.

 
Mittlerweile ist die Musik für mich immer sehr emotional. Eben wegen all der Dinge, die ich damit verbinde. Meine Jugend an sich, die Zeit des Heranwachsens, des Wandels, in dem ein Mensch in dem Alter ja ohnehin steckt (hormonverseucht ohne Ende). Die Zuflucht von den anderen Dingen, die es damals schon gab und ich doch kein bisschen bewusst erkannt habe. Und eben einfach die Nostalgie der Dinge, die über 20 Jahre zurückliegen. Ich kann keine Dokumentation über sie sehen, vor allem nicht, wenn es um diese Jahre Mitte der 90er geht, ohne mit Gänsehaut und Tränen hier zu sitzen.

 
Um mal ein paar wenige Songs einzuwerfen … Die bekannten Titel kennen vermutlich die meisten.
Eventuell zählt „I can’t help myself“ dazu. Eigentlich ja, meines Wissens ist das eine der meist verkauften Singles von ihnen überhaupt. Trotzdem glaube ich oft, dass „An Angel“ den meisten noch mehr ein Begriff ist.
 
 
 

 
I can’t help myself
 
 
 

 
I wanna be loved

 
Ich habe mich hier für die Album-Version entschieden, weil diese länger ist als die, die auf der Single ist.
Für mich ist dieser Song sehr persönlich, auch wenn ich nicht weiß, ob Maite für sich dasselbe gesehen hat, als sie ihn geschrieben hat, wie ich für mich.
 
 
 

 
Flip a coin

 
Dies ist der oben erwähnte Song des damals letzten Albums, der mir wirklich gut gefallen hat. Er stellt auch eine Veränderung dar, denn er verlässt das klassische Schema, das ich bis dahin von den Kellys kannte. Und die Thematik ist dazu sehr tief, sehr drückend. Die Ton- und Videospur sind leider nicht perfekt identisch, aber bei einem weiteren Video fehlten die letzten zwei Sekunden und in denen steckt noch Text, deswegen gibt es hier lieber etwas geringere Qualität beim Hinschauen. Dies ist vermutlich der Song, den ich heutzutage noch am häufigsten höre.
 
 
 

 
Calling Heaven

 
Als das Album „Almost Heaven“ 1996 rauskam, lief es bei mir hoch und runter. Innerhalb einer Woche hatte ich die Akkorde für alle Titel rausgehört und notiert, spielte das Album nicht nur im CD-Player hoch und runter, sondern auch für mich allein auf der Gitarre. „Calling Heaven“ stach dabei immer auf seine eigene Weise für mich heraus, auch wenn ich bis heute nicht sagen kann, wieso. Er zählt auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

 
Und dann habe ich abschließend noch zwei ältere Songs von einem Konzert, die auch auf dem gleichnamigen Live-Album festgehalten worden sind: „Street Life“. Aufgezeichnet im Dezember 1992 auf dem Berliner Alexanderplatz.
 
 
 

 
„Crazy“ berührt vom Text her schon immer mein Herz.

Why am I so, so, so crazy
I think that I’m just an artist

Es sind genau diese Zeilen, die mir aus der Seele sprechen, die Barby dort auf der Bühne auch zeigt.
 
 
 

 
Eine ebenfalls sehr tiefe Bedeutung hat für mich „Break free“.
Was damals nicht bekannt war, aber ich vermute, dass es bereits vorhanden war, ist Barbys psychische Erkrankung. Ich habe keine Ahnung, was genau das ist, ich habe verschiedene Sachen online von Fans gelesen, aber nie etwas offiziell bestätigtes. Allein dass sie bereits 1992 diesen Song gesungen hat, lässt mich das vermuten. Der Erfolg der 90er hat jeden in dieser Familie sehr getroffen, sie haben alle Auszeiten auf die eine oder andere Weise gebraucht, um sich davon zu erholen. Doch ich glaube, Barby hat das alles am schwersten getroffen. Sie kann bis heute nicht auftreten, auch wenn sie gern singt und auch zum neuesten Album diesen Song hier neu aufgenommen hat. Es soll ihr viel besser gehen als früher (dies sind Aussagen ihrer Geschwister), aber eben nicht dafür ausreichend, vollständig mitzumischen. Und wie könnte mich das, in meiner eigenen Situation, nicht berühren.

 
Und das war es dann auch zu einem sehr wichtigen Teil aus meinem Leben, selbst wenn er mehr der Vergangenheit als der Gegenwart angehört. Ganz weg vom Hier und Jetzt wird er wohl nie sein, denn dafür sind zu viele aktuelle Dinge immer noch damit verknüpft.

 
Zu welcher Fraktion gehört ihr? Nicht mögen, egal oder lieben?
Ward ihr in den 90ern auch dabei oder seid es vielleicht jetzt?
Oder sind euch die Kellys (so gut wie) kein Begriff?

 
Bis denne ☆

Depression, keine Buch Berlin und Statusupdate

 
Eigentlich stand in meinem Plan für heute der Bericht zur diesjährigen Buch Berlin. Eigentlich. Denn ich bin Ende November nicht auf der Messe gewesen. Obwohl ich bereits ein Ticket hatte.
Grund ist, dass die Depression wieder hallo gesagt hat. Das war ja letztes Jahr bereits ab Anfang Oktober so. Dieses Jahr hat sie sich zumindest bis Mitte November Zeit gelassen.

 
Nach dem Sommer, nach der Tour im Juni (ja, das ist eine ganze Weile her, aber für mich fühlt es sich nicht so lange an) hatte ich gehofft, diesem monatelangen Tief zu entgehen. Ich habe mich mit allem, das ich aus der Tour mitgenommen hatte, sehr gut durch den Sommer und Herbst gebracht. Ich war kein positiver Mensch, das bin ich noch nie gewesen. Da war kein „jetzt wird alles besser“ in meinem Kopf. Aber ich hatte etwas, von dem ich gezehrt habe. Wo ich mir Energie geholt habe. Und im Grunde glaube ich auch nicht, dass das aufgebraucht ist. Es umgibt mich nicht mehr so sehr wie die ersten Monate nach der Tour, aber es ist noch immer da.

 
Vielleicht ist es die Summe der anderen Ereignisse in diesem Jahr, vielleicht auch nicht.
Und vielleicht hängt es auch mit den derzeitigen zusammen.

 
Ich will darauf jetzt gar nicht detailliert eingehen, das habe ich parallel schon immer so ein bisschen vor allem auf Instagram gemacht.
Meine Katze nimmt seit einem Jahr konstant ab. Wir (meine Tierärztin und ich) haben das auch die ganze Zeit beobachtet, kontrolliert, Theorien überprüft usw. Nun gab es ab Ende November diverse Tests, deren Ergebnisse alle mit einem „negativ“ aus dem Labor zurück kamen. Was insofern nicht hilft, dass weiterhin Anhaltspunkte fehlen. Nach Rücksprache der Ärztin mit dem Labor hat es nun doch noch einen Ansatz gegeben, den wir derzeit testen. Wieder Warten. Wieder Ungewissheit.
Ich kann tatsächlich besser mit negativen Diagnosen umgehen, aber habe etwas in der Hand als mit diesem Nichts, während ich zusehe, wie Shiyuu pro Monat 100 bis 150 g an Gewicht verliert und mittlerweile eindeutig untergewichtig ist.
Da war in den letzten Wochen viel Anspannung dabei, das könnte auch dazu beitragen, dass die Depression sich so richtig einnisten konnte.

 
Nun ist der Winter für mich eh schon schwerer, selbst wenn er sonnig ist (was ich derzeit auch nicht behaupten kann), deswegen gehe ich auch nicht davon aus, dass ich aus dem Loch nennenswert rauskomme, bevor es in den Frühling geht.

 
Depression heißt bei mir nicht zwingend, gar nichts zu tun und nur rumzusitzen.
Einerseits sorgt die Zwangsstörung dafür, dass ich viele Dinge trotzdem tue. Denn das muss ich ja. Weil das alles zwanghaft ist.
Als ich letztes Jahr erkannt hatte, dass es sich um eine Depression handelt (denn das hat eine ganze Weile gedauert), fand ich es spannend zu sehen, ob sie meine Zwänge außer Kraft setzen wird. Hat sie nicht.
Das ist vor vier Wochen tatsächlich passiert. Nicht vollständig, aber im kleinen Rahmen. Das hielt aber auch nur ein paar Tage. Und selbst in denen habe ich nicht dem kompletten Bild depressiver Menschen entsprochen.
Ich war – und das ist sehr sehr untypisch für mich – extrem zurückgezogen. Nicht nur, was den direkten Kontakt mit Menschen vor Ort betrifft. Sondern vor allem online. Ich habe tagelang nicht auf Nachrichten geantwortet, was ich normalerweise nie tue. Das war vermutlich auch das Auffälligste. Darüber hinaus habe ich Unmengen gelesen, an meinen Spaßprojekten und anderen Dingen gearbeitet. Meine täglichen Trackings lagen weit höher als an den meisten Tagen. Alles, was so nicht sehr klassisch Depression ist. Aber auch das hielt nur kurze Zeit, schon allein, weil es dann wieder zu viel Belastung war.

 
Ich bin also so halb wieder in dem Zustand von vor einem Jahr zurück.
Ganz weg war er ja nie gewesen, die Kreativität hat ja bis heute nicht so richtig angeklopft, außer bei meinen Spaßprojekten, die aber eben nur für mich sind. Ich habe das schon vor langer Zeit akzeptiert und für mich ist das immer noch besser als gar nichts zu tun. Ab und zu schweifen meine Gedanken zumindest zu begonnenen Projekten, aber richtig daran arbeite ich trotzdem nicht. Das wird vermutlich auch noch eine ganze Weile dauern.

 
Bis denne ☆

Litcamp Berlin 2019

 
Auch wenn das Litcamp bereits fast fünf Wochen zurückliegt (es hat am 09. und 10.11. stattgefunden), möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen.

 
Ich kenne Litcamps namentlich seit ungefähr zwei Jahren. Aber mir fehlte bislang die Möglichkeit an einem teilzunehmen, weil die Fahrten zu den anderen nie drin waren.
Als es dann hieß, dass eines für Berlin organisiert werden soll, war ich froh darüber.

 
Ich hatte nicht viel Ahnung davon, wie das funktioniert, obwohl ich vor allem das Prinzip der Teilgebenden, wie es in Berlin bezeichnet wurde, aus den anderen bereits erkannt hatte (ich war auch sonst nie bei einem Barcamp dabei gewesen).

 
Einige Zeit vor Stattfinden des Litcamps hatte ich den Plan gesehen. Samstag 9:00 Uhr Frühstück zum Kennenlernen. Oje, Socializing auf nüchternen Magen. Das war so ziemlich mein erster Gedanke gewesen. Mir liegt es überhaupt nicht auf andere Menschen zuzugehen. Aber ich wollte dennoch dabei sein. Ich bin für meine Verhältnisse super früh gestartet, habe mich durch das Labyrinth der „Schule für Erwachsene“ begeben (nein, es war sehr gut von den Organisatoren ausgeschildert und deswegen problemlos zu finden) und war sehr pünktlich dort. Wie schon so einige andere.

 
Als erstes bekam ich meinen Ausweis, den Hinweis, wo sich die Toiletten befinden und dann ging es auf in den großen Raum. Dort fand auch das Frühstück statt.
Ich setzte mich irgendwo hin, füllte den Ausweis aus und verbrachte die restliche Zeit für mich. Der Raum wurde nach und nach immer voller und ganz gegen Ende sprach mich eine Person, die sich neben mir niedergelassen hatte, an und es stellte sich heraus, dass sie wie ich im Wortkompass unterwegs ist.
 
 
 

 
Danach ging es mit der Vorstellungsrunde los, bei der erklärt wurde, wie so ein Litcamp aufgebaut ist und im Anschluss auch gleich noch die Sessionvorschläge eingereicht und koordiniert wurden, sodass es pünktlich um 11:00 Uhr mit den ersten Sessions losgehen konnte.

 
Für die Sessions standen drei Räume zur Verfügung, auf die die Sessions aufgeteilt wurden. Das führte dazu, dass der Plan zwei Mal nachkorrigiert wurde. Das war ein wenig verwirrend, aber aus meiner Sicht auch keine zu große Panne.

 
Das Sessionangebot war vielfältig und manchmal hieß es zwischen zwei guten Ideen zu wählen. Ich habe mich dabei hauptsächlich auf die Themengebiete Mental Health und Queerness konzentriert und danach meine Sessions gewählt.
Die Sessions selbst waren sehr angenehm. Kein Lehrer-Schüler-Verhältnis mit einer Person, die referiert und andere hören einfach nur zu, sondern ein großes Miteinander. Dazu wurde auch immer von denen, die ihre Session angeboten hatten, aufgerufen. Nachfragen, Einwürfe, Vorschläge, zu allem waren sie bereit, wir sollten nur nicht damit zögern.

 
Nach den ersten beiden Sessions folgte die Mittagspause von einer Stunde, für die es über einen Caterer Suppe gab. Fragt mich nicht danach, durch meine Angst- wie auch Essstörung hatte ich mein eigenes Essen dabei und kann das Angebot nicht beurteilen. Alles angebotene Essen war vegan, darauf wurde von vornherein viel Wert gelegt.

 
Im Anschluss folgten zwei weitere Sessions von denen ich allerdings die erste ausgesetzt habe, weil mich keines der Themen sehr angesprochen hat und eine kleine ruhige Auszeit angenehm war. In meinem Alltag bin ich überwiegend zu Haus und auch nicht stark ausgelastet und dafür war dieser Tag sehr lang und die Pause willkommen. Die zweite Session drehte sich um die Nutzung der sozialen Medien. Die sind absolut nicht mein Steckenpferd und deswegen wollte ich daran teilnehmen. Es war sehr interessant. Ich habe festgestellt, dass ich einiges intuitiv so mache, wie es dort empfohlen wurde (beispielsweise in der Twitter-Beschreibung in Schlagworten anzugeben, was einen interessiert, als Anknüpfungspunkt für andere), aber eben auch Neues gelernt (seinen Autorennamen bereits frühzeitig als Hashtag nutzen, damit er bereits vergeben und damit quasi gebrandet ist).

 
Es folgte Zeit für Kuchen, von denen alle sehr begeistert waren, ich behaupte also mal, das war ein voller Erfolg.

 
Abschließend gab es eine weitere Session in jedem der drei Räume und danach versammelten wir uns alle für die Feedback-Runde im großen Raum.

 
Für mich endete das Litcamp danach, obwohl es noch weitere Möglichkeiten gab. Einerseits fanden nach dem Abendessen (das jeder außerhalb einnehmen konnte, wo er wollte, auch das wurde durch eine Liste während der Feedback-Runde organisiert, damit – wer wollte – gemeinsam essen gehen konnte) noch Lesungen in den Räumlichkeiten der SfE statt, andererseits gab es eine gemeinsame Schreib-Runde, immerhin war ja NaNo.
Ich habe mich auf den Heimweg gemacht, es war bereits 17:30 Uhr und ich seit achteinhalb Stunden dort, zuzüglich der Reise durch Berlin (Dank Arbeiten an den drei der vier Linien im Osten der Stadt, war das nicht ganz so simpel wie normal und brauchte noch etwas zusätzliche Zeit) war ich im Endeffekt auch elf Stunden unterwegs gewesen und für den Tag komplett fertig mit der Welt.

 
Am Sonntag gab es noch einen weiteren Tag, aber den habe ich zu Haus verbracht. Ich wusste, dem wäre ich nicht gewachsen.
Was ich allerdings online gesehen habe (der Hashtag #LitcampBER hilft weiter), gab es natürlich auch am Sonntag sehr interessante Sessions. Schaut unbedingt mal auf Twitter vorbei.

 
 

Fazit

Das Litcamp war toll. Spannend und ebenfalls aufregend.
Nachteilig war die Kälte in der Location. Das hat so ziemlich jeder angemerkt und das Orga-Team hat auch getan, was es konnte, um aus den Heizungen so viel Wärme wie möglich rauszuholen.
Was ich richtig toll fand, war der Code of Conduct und der Umgang aller Anwesenden untereinander. Jeder war rücksichtsvoll, hat darauf geachtet, bei allen nicht-binären und trans Menschen das richtige Pronomen zu verwenden und einfach inklusiv zu sein. Dieser eine Tag war eine wundervolle Bubble von der ich mir wünschte, dass sie in dieser Hinsicht Alltag würde.

 
Es soll für das nächste Jahr auch ein Litcamp geben und ich hoffe sehr, dass es sich umsetzen lässt.

 
Wart ihr schon mal bei einem Litcamp dabei?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Oder seid ihr neugierig, weil ihr bislang noch nicht die Gelegenheit hattet?

 
Bis denne ☆

Leserückblick November

 
Letztes Jahr war der November sehr leseintensiv.
Dieses Jahr war er es – auf dieses Jahr bezogen – vermutlich auch ein bisschen, aber nicht so ausschweifend.
 
 
 

 
Angefangen habe ich mit Mika Krügers „Sieben Raben“, das ja noch vom Oktober zu beenden war. Im Buch ist noch eine Kurzgeschichte enthalten, eine kleine nette Idee zu „Totenläufer“, das ich schon vor längerer Zeit gelesen hatte. Es hat mich gefreut, in das Universum zurückzukehren.

 
Anschließend habe ich zum „Uhrwerk der Unsterblichen“ von Alexander Kopainski gegriffen, das bereits seit Jahresbeginn hier stand und darauf gewartet hat, gelesen zu werden. Leider bin ich mit dem Buch überhaupt nicht warm geworden (obwohl mich die Leseprobe neugierig gemacht hatte) und ich habe es abgebrochen.

 
Danach habe ich endlich mit „New Moon“ von Stephenie Meyer weitergemacht. Ich hatte ja im Januar mit „Twilight“ begonnen und echt Probleme gehabt. Was definitiv nicht an der Geschichte selbst liegt, denn ich habe die „Biss“-Reihe letztes Jahr im November verschlungen. Und ich weiß, dass ich auch auf Englisch lesen kann, wenn ich damit auch ein bisschen langsamer bin als auf Deutsch. Ich weiß bis jetzt nicht, was der Grund war, aber „New Moon“ habe ich in fünf Tagen gelesen, es liegt also wirklich weder an der Geschichte noch an der Sprache. Deswegen habe ich im Anschluss dann gleich noch „Eclipse“ dran gehängt, das ich aber bis zum Monatsende nicht ganz geschafft habe.

 
Und das wars dann auch für den November.

 
Wie viel habt ihr im November gelesen?
Oder hattet ihr wegen des NaNo keine Zeit?
Konntet ihr Favoriten zu eurer Liste hinzufügen?

 
Bis denne ☆