Wenn mich das Chaos lähmt

 
Kennt ihr das?
Die Hände stecken gerade im Abwaschwasser (alternativ in der Blumenerde/dem Knet- oder Brotteig oder ihr steht unter der Dusche). „Ich muss Mehl nachkaufen.“ (Oder was auch immer euch fehlt.) Aufschreiben könnt ihr gerade nicht. Im gefühlt selben Moment überlegt ihr, was ihr eurer Freundin nächste Woche nun eigentlich als Geschenk bereitet. Und ihr müsst ja euren Freund noch zurückrufen, bloß nicht vergessen. Welches Thema soll als nächstes auf den Blog? Und welches Buch soll das nächste werden, sobald ihr das aktuelle doch mal beendet habt, obwohl ihr derzeit eigentlich gar nicht wirklich dazu greift. Nicht, weil es nicht gut ist, sondern einfach, weil … ja, weil eigentlich warum? Oh, und dann war da ja auch noch die Schreibroutine, die ihr endlich mal in Angriff nehmen wolltet. Wo lässt sie sich denn nun am besten eingliedern?

 
Mein Leben sieht ständig so aus. Ununterbrochen.
Früher war ich in der Lage, das alles zu differenzieren. Ich brauchte mir nichts aufzuschreiben und habe trotzdem so gut wie nichts vergessen. Wenn das doch mal vorgekommen ist, dann ist es mir wieder eingefallen, bevor es zu spät war.
Heute komme ich dank des Wassers (nein, Blumenerde ist es bei mir ganz sicher nicht) gar nicht erst bis zum Aufschreiben. Und wenn ich doch die Möglichkeit hätte, ist selbst der Gedanke schon weg, bevor ich einen Stift oder das Smartphone in der Hand halte. Eigentlich bräuchte ich eine permanente Aufzeichnung meiner Gedanken.

 
Stattdessen überfluten mich diese Gedanken unkontrolliert und ich tue exakt eines: Nichts. Ich sitze da, verfalle in eine Starre und kriege nichts auf die Reihe.
Okay, es reicht für die üblichen Notwendigkeiten. Katze versorgen, Katze bespaßen, Wohnung soweit okay halten, einkaufen. So die wirklich unumgänglichen Dinge. Und ein paar selbst auferlegte Verpflichtungen. Ohne diese läge der Blog hier vermutlich bereits brach. Sie sorgen für ein bisschen Regelmäßigkeit. Das ist gut. Und ich will das gar nicht für alle anderen Dinge. Aber ein bisschen mehr Struktur in meinem Kopf wäre toll. Übersicht im Chaos.

 
Nichts gegen Chaos, ich bin selbst chaotisch.
Glaubt ihr nicht?
Ja, ich weiß, ich liebe Struktur, aber glaubt mir, ich trage beides in mir. Ich brauche beides. Nur Ordnung und Struktur funktioniert für mich genauso wenig wie nur Chaos.
Aber genau in letzterem hänge ich irgendwie fest, eben vor allem im Kopf. Da, wo es keine Wiederholungen gibt (wie oft habe ich tolle Formulierungen im Kopf für Blogbeiträge, für Artikel, für SoMe-Posts, aber sobald ich mich hinsetzen kann, ist alles weg, manchmal selbst, wenn ich sofort beim Denken loslegen will, sobald ein Stift oder die Tastatur ins Spiel kommt, ist Ruhe).

 
Und dann sitze ich wieder da. Und aktualisiere mal ein paar Seiten. Immerhin lenkt das von dem riesigen Wirrwarr ab, weil ich mich auf das Gelesene fokussiere. Das ist wie eine andere Art Ruhe. Allerdings drängt sie den Rest nur in den Hintergrund. Ein Teil fällt ganz weg (das merke ich spätestens, wenn ein Zeitlimit verbunden war „ach ja, backen, oh, ich habe kein Mehl mehr“), anderes drängt sich mir irgendwann von selbst wieder auf, bevorzugt natürlich dann, wenn es gerade wieder nicht passt.

 
Wie geht ihr damit um?
Oder seid ihr vor solchen Attacken sicher?
Verratet ihr mir euer Geheimrezept?

 
Bis denne ☆

Bands, die ich liebe

 
Im November habe ich erwähnt, dass mir die Idee für ein neues Beitragsformat gekommen ist, in dem es um Musik geht.
Selbstverständlich hat mich dieser Gedanke nicht in Ruhe gelassen und deswegen schreibe ich heute erneut darüber. Und ja, ich muss das als selbstverständlich bezeichnen, denn für mich gibt es nichts Wichtigeres als Musik. Das war schon immer so. Oder zumindest seit ich die Möglichkeit habe, selbst zu entscheiden, welche Musik ich hören möchte (es war mein 10. oder 11. Geburtstag, an dem ich so ein tolles Gerät zum Abspielen bekommen habe, ein Doppelkassettenrekorder mit Radiofunktion).

 
Ab Februar wird es vermutlich monatlich einen Beitrag zu diesem Thema geben.
Auf dem Plan stehen verschiedene Bands, die ich unglaublich gern mag. Nein, eigentlich liebe ich jede von ihnen auf die eine oder andere Weise. Manche begleiten mich schon bis zu zwanzig Jahren oder darüber hinaus, andere sind noch sehr neu dabei.
Und gerade bei „meinen Japanern“, wie ich sie gern bezeichne, haben die CDs (und manchmal auch noch ein bisschen anderer Kram) auf dem einen oder anderen Umweg zu mir gefunden und wer weiß, vielleicht erzähle ich auch ein bisschen davon.

 
Ob dieses Format wirklich jeden Monat hier zu finden sein wird, weiß ich selbst nicht ganz sicher. Grundsätzlich habe ich es vor, aber wenn mal etwas dazwischen kommen sollte und dadurch ein Monat ausfällt, dann schränke ich mich damit auch nicht ein.
 
 

 
Das obere Foto zeigt meine Schätze aus Japan, wobei nur der Großteil CDs sind.
Auf dem unteren Bild befinden sich dagegen viele meiner restlichen CDs, die ich mittlerweile kaum noch höre.

 
Ich bin im Mai 2006 der japanischen Musik verfallen, vornehmlich dem, das als Visual Kei bezeichnet wird, wobei sich das nicht zwingend musikalisch eingrenzen lässt. Dennoch höre ich eigentlich nur Rockbands. Die Art von Rock variiert dabei durchaus, teilweise lausche ich sanften Balladen, doch am meisten zieht es mich zu eher dunklen, harten Sounds (was unter anderem bedeutet, dass ich nicht wirklich Metal höre, wobei es einige Einflüsse aus diesem Genre dennoch gibt).
Seitdem höre ich fast ausschließlich Musik aus Japan. Ab und zu habe ich mal Tage oder kurze Phasen, wo es mich zu „meinen alten Bands“ zurückzieht, aber so sehr ich sie liebe, sie reichen nicht an das heran, was ich bei „meinen Japanern“ finde.
Auch zuvor war ich bei Rock-Bands unterwegs, nur eben aus dem englischsprachigen Raum. Dass ich direkt vor dem „Wechsel“ System Of A Down gehört habe, hat vermutlich auch geholfen, im Anschluss den Einstieg zu finden. Aber das war sicher nicht der Grund. Zumal ich auch bei den Japanern gleich recht vielfältig eingetaucht bin, was unter anderem damit zusammenhing, dass 2006 noch wirklich viele Bands in Berlin gespielt haben und ich mich jedes Mal sofort auf YouTube rumgetrieben habe, um festzustellen, ob ich mir ein Ticket kaufen möchte oder nicht.

 
So viel jetzt also erstmal dazu. Alles Weitere folgt dann bei den jeweiligen Bands.

 
Welche Bedeutung hat Musik in eurem Leben?
Hört ihr eher Musik aus den Charts oder seid ihr auch ein Exot?
Verbindet ihr Musik mit dem Schreiben?

 
Bis denne ☆

Rückblick 2018

 
Das neue Jahr ist zwar mit dem heutigen Tag bereits elf Tage alt, aber da bekanntermaßen der erste Freitag im Monat dem Leserückblick auf den Vormonat gehört, musste der Jahresrückblick warten. Außerdem musste ich erstmal meine ganzen Zahlen auswerten.

 

Bücher

Bücher: 21
Zeitschriften: 6
weitere Geschichten: 13
Seiten: 10.859
Anzahl Lesetage: 139
Durchschnittliche Seitenzahl/Tag (bezogen aufs Jahr): 29,75
Durchschnittliche Seitenzahl/Tag (bezogen auf die Lesetage): 78,12
Vom SuB gelesen: 17
Neu gekauft/geschenkt: 11

 
Hier zeigt sich, dass ich eigentlich gar nicht so oft gelesen habe, immerhin waren das 226 Tage ohne zu lesen. Trotzdem habe ich mehr Seiten als 2017 gelesen.

 
Warum habe ich die Statistik oben so aufgesplittet?
Wie ich im Rückblick auf den Dezember schon erwähnt hatte, habe ich mehrere alte Projekte gelesen, da sind viele sehr kurze Geschichten dabeigewesen. Aber sie sind keine Bücher, sie sind nicht veröffentlicht und deswegen habe ich sie getrennt aufgeführt. Ebenso habe ich die Leseprobe vom Oktober dort mit aufgeführt, da sie mit 37 Buchseiten Länge eben kein Buch ist, aber trotzdem in meiner Statistik steht.

Die gelesenen Bücher könnt ihr hier noch mal sehen, der E-Book-Reader steht stellvertretend für alles, das ich als E-Book gelesen habe.

 

Meine Neuzugänge habe ich sehr begrenzt halten können, so wie ich es für dieses Jahr geplant hatte. Deswegen habe ich seit April auch keinen Beitrag mehr zu gekauften Büchern geschrieben. Die beiden dort erwähnten Bücher sind auf dem folgenden Bild zu sehen („Die Götter von Asgard“ und „Das Kind in dir muss Heimat finden“). Danach habe ich mir noch „Killerfrauen“ gekauft und auf der Buch Berlin sind „Das Leuchten am Rande des Abgrunds“ und „Sieben Raben“ bei mir eingezogen. Die anderen Bücher, von denen die fünf in der Mitte eigentlich ohnehin eine Reihe sind, waren Geschenke.

 
Für 2019 habe ich mir nichts vorgenommen, das hatte ich für 2018 auch schon nicht getan. Ich lese, wenn ich Lust dazu habe und wenn ich dabei mehr lese als im Vorjahr ist das schön, aber ich mag mich beim Lesen nicht herausfordern.

 

Autor

Hier mag ich keine Statisik aufführen, denn sie ist nicht sehr ansehnlich. Das hat sich für mich bereits im Laufe des Jahres schon gefühlt gezeigt (ohne auf die Zahlen zu schauen) und ich habe das schon vor längerer Zeit akzeptiert.
Ich kann dennoch nicht sagen, dass es mir völlig egal ist. Es ist nur Akzeptanz, mehr nicht, denn ich weiß, dass die Gründe dafür nicht in den Projekten liegen, nicht darin, dass ich keine Lust auf sie habe, sondern einfach darin, dass mein Kopf zu voll mit anderen Dingen ist, die sich nicht von heute auf morgen klären lassen und leider Priorität haben müssen.

 
Alles in allem haben unter anderem diese Dinge dazu geführt, dass ich den Zugang zu einem Projekt verloren habe, weil ich immer wieder rausgerissen war. Damit habe ich vor einer Situation gestanden, die ich auch noch nicht kannte. Das Projekt liegt jetzt auf Eis und vielleicht greife ich es irgendwann doch wieder auf. Erstmal muss ich überhaupt wieder den Zugang zur Kreativität finden.

 
Dennoch betrachte ich meine Autorentätigkeit über die Romane noch hinaus und zumindest dort war sie nicht ganz so frustrierend.
Ich habe für das Schreibmeer 2018 neun Artikel geschrieben, damit bin ich durchaus zufrieden.
Und auch wenn diese Tätigkeit dann zum Jahreswechsel ein jähes Ende gefunden hat, weil das Projekt nicht mehr weitergeführt wird, habe ich in diesem Jahr viele Erfahrungen sammeln können.

 
Nachdem ich nicht weiß, wie sich die oben erwähnten Dinge entwickeln, lasse ich auch hinsichtlich meiner eigenen Projekte 2019 völlig auf mich zukommen. Ich kann die Finger ohnehin nicht vom Schreiben lassen.

 
Wie lief das Jahr für euch?
Seid ihr zufrieden mit eurem Lesestatus?
Habt ihr eure Ziele erreicht oder setzt ihr euch gar keine?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Dezember

 
Für mich war von Anfang an klar, dass ich das Lesepensum vom November nicht toppen könnte.
Aber wenn ich auf das Foto schaue, sieht es schon sehr trist aus.

 
Doch eigentlich stimmt das nicht.

 
Ich habe zwar eindeutig weniger gelesen als im November, doch zeigt das Bild nicht alles.

 
Pünktlich zum Monatsbeginn lag die neue „Federwelt“ im Briefkasten und mit ihr habe ich gestartet, bevor ich zu Stella Delaneys „Das Leuchten am Rande des Abgrunds“ gegriffen habe. Nachdem ich von „Staub & Regenbogensplitter“ restlos begeistert war, konnte ich es kaum erwarten, den Kurzroman zu lesen. So richtig bin ich darin nicht aufgegangen, obwohl ich für mich noch nicht so wirklich klären konnte, wieso. Denn das Buch enthält einige stilistische Elemente, die ich sehr gern mag.

 
Einen restlichen Teil des Monats – eigentlich nur ungefähr eine Woche – habe ich in alten Projekten von mir und einer früheren Freundin gelesen. Das war ungeplant, aber da sich das über mehrere Tage und so einige Stunden gezogen hat, habe ich mich dafür entschieden, das für diesen Monat anzurechnen. Ich habe nicht nur ein bisschen gestöbert, sondern alles, was wir in einem von uns erschaffenen Geschichtenuniversum geschrieben haben, vollständig gelesen.

 
Das hat mir den Monat zumindest ein bisschen gerettet. Darüber hinaus hatte ich irgendwie nicht so wirklich Lust, wobei ich glaube, dass es daran liegt, dass ich mich bis heute nicht völlig von der „Twilight“-Saga lösen konnte.

 
Mit den alten Projekten zusammen komme ich zwar nur auf 390 gelesene Seiten, allerdings sind das klein beschriebene Word-Seiten, bei denen ich pro Seite im Schnitt 4,2 Minuten gelesen habe. Auch für die Seiten der „Federwelt“ brauche ich länger als für Romanseiten, weswegen die Seitenzahl hierbei kein Maßstab ist (ich liebe Statistiken und gehe das trotzdem ständig durch, ich berechne sogar für jedes gelesene Werk, egal, ob Zeitschrift oder Roman, die durchschnittliche Lesezeit pro Seite; für 2018 sind das übrigens nur auf die Romane bezogen 1,17 Minuten pro Seite im Schnitt).
An Lesezeit komme ich auf etwa ein Drittel des Novembers und mehr als im September und Oktober. Obwohl es nur elf Lesetage überhaupt waren.

 
Welche Bücher/Zeitschriften/Geschichten habt ihr im Dezember gelesen?
Seid ihr zufrieden oder hättet ihr gern mehr gelesen?
Führt ihr darüber auch akribisch Statistik?

 
Bis denne ☆