Bücher, die mich glücklich machen – Teil 3

 
Heute geht es endlich wieder in dieser Reihe weiter.
Und wie ihr sehen könnt, habe ich nicht nur ein Buch im Gepäck.
Vorsorglich weise ich mal auf mögliche Spoiler hin. Ich gehe zwar nicht zu tief ins Detail, aber auch oberflächliche Äußerungen können Spoiler sein. Wer diesbezüglich empfindlich ist, sollte diesen Beitrag nicht lesen.

 
Diese Ausgabe von „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell ist schon einige Jährchen alt. Sie stammt aus dem Jahr 1989, wobei das Buch, das diesen drei Bänden zugrunde liegt (und eigentlich auch nur eines ist), bereits einen Copyright-Vermerk von 1936 trägt. Es ist damit auch das älteste Werk, das es unter meine Favoriten geschafft hat.

 
Schon als Kind habe ich ein Faible für den Zeitraum um den Amerikanischen Bürgerkrieg entwickelt, vermutlich ganz banal bei den Kleidern der damaligen Zeit angefangen. Ich bin zwar geschichtlich bis heute keine Leuchte auf dem Gebiet (es ist Geschichte und ich hatte nie Lehrer, die dieses Fach spannend verkauft haben), interessiere mich dennoch entfernt für den Zeitraum.

 
„Vom Winde verweht“ zu lesen, ist nicht leicht. Und lernte ich dieses Buch erst heute kennen, ich läse es nicht. Auktorialer Infodump ohne Ende, seitenlange Umgebungsbeschreibungen, also alles, was ich überhaupt nicht mag. Ich habe auch damals lange gebraucht und den ersten, vielleicht sogar den zweiten Versuch abgebrochen. Den Film kannte ich zu diesem Zeitpunkt und er war vermutlich auch ausschlaggebend, dass ich es irgendwann geschafft habe, das Buch komplett zu lesen. Das alles war in meiner Jugend, in welchem Alter genau, das weiß ich nicht mehr.

 
Bis heute habe ich das Buch mindestens fünf Mal gelesen, wahrscheinlich sogar noch etwas häufiger (das sieht man auch, die Bücher sind sehr abgegriffen). Ich kann die langen Passagen mittlerweile quasi überlesen, ohne dass sie mich stören. Ich muss in diesem Buch nichts Neues entdecken (und tue es manchmal trotzdem noch), ich mag es einfach. Nein, ich liebe es.

 
Ich liebe die Protagonistin, auch wenn sie ein wahres Biest sein kann und oft genug ist. Berechnend, verlogen und sehr egoistisch.
Aber sie setzt sich ebenfalls durch, geht ihren Weg, in einer Zeit, in der Frauen unauffällig zu sein haben. Sie müssen riesige Haushalte führen und den Herrn des Hauses dennoch verwöhnen und glauben lassen, dies sei sein Verdienst, ohne dass nach außen zu erkennen ist, dass sie überhaupt einen Finger krümmen. Sie müssen während des Krieges alles genauso erhalten und unverändert großzügig allen gegenüber sein wie zuvor, trotz eingeschränkter Möglichkeiten.
Im Anschluss, als eine der Besiegten ist Scarlett so getrieben davon nie wieder arm zu sein. Es ist einfach eine Nachwirkung ihrer Erfahrungen aus dem Krieg. Und deswegen arbeitet sie. Als Frau. Und sie lässt sich vom Gerede um sie herum nicht beeindrucken, sie geht ihren Weg. Auch weiterhin nicht immer ehrlich, aber sie ist durch Angst getrieben. Und diese Seite an ihr liebe ich. Sie lässt sich nicht von ihrer Umwelt in ihrem Weg beirren. Sie glaubt nicht an ein „das kannst du nicht“ oder „das darfst du nicht“. Sie macht einfach.

 
Dass sie moralisch trotzdem keine gute Figur ist, macht sie vielleicht auch gerade interessant. Sie ist eben nicht die perfekte Frau, die man selbst sein möchte, nicht das Abziehbild, mit dem sich möglichst viele andere Frauen identifizieren möchten. Sie ist eine graue Figur, weder schwarz noch weiß. Sie tut so viele Dinge, die verwerflich sind, aber sie hat eine Vergangenheit, die sie geprägt hat.

 
Nur ihre Liebe zu Ashley Wilkes ist wohl wirklich verwerflich.

 
Und hier kommt irgendwie der Bogen zum zweiten Buch ins Spiel.
Gleichzeitig auch das, was im Original immer durchschimmert und doch nie völlig an die Oberfläche treibt, vor allem nicht für Scarlett selbst, nämlich Rhett Butler.

 
Das zweite Buch, das erst viel viel später geschrieben wurde (1991), ist eine nahtlose Fortsetzung. Es gibt auch hierzu eine Filmreihe, die ich ebenfalls vor dem Buch kannte und gern mochte. Mein Interesse hat sich aber nach Lesen des Buches etwas verflüchtigt. Inhaltlich entfernt sich die vierteilige Filmreihe etwas vom Buch. Das ist erstmal nicht unbedingt falsch und gewisse Grundzüge bleiben auch erhalten. Aber vor allem Scarletts Naivität, die sie bezüglich der Männer und ihres Verführungsgeschicks an den Tag legt, verliert sich in den Filmen sehr frühzeitig. Sie ist plötzlich gereift und dies verändert ihr ganzes Wesen. Die Konflikte, die aus diesem Charakterzug entstanden sind, können nicht mehr greifen und genau das schwächt die Filmreihe.
Das Buch hält daran fest und das macht es interessanter. Scarlett reift durchaus, denn sie wird älter, aber sie verliert diese Naivität nie ganz und lange Zeit sogar nur sehr gering.

 
Deswegen liebe ich auch diesen Teil der Geschichte. Ich finde es toll, dass es hier kein Ende nach dem Original gab und das Buch, das einfach nur „Scarlett“ als Titel trägt von Alexandra Ripley gut fortgeführt wurde.

 
Dazu eine kurze Bemerkung. Es gibt noch ein Buch namens „Rhett“ von Donald McCaig, das 2007 erschienen ist, das die Geschichte aus Rhett Butlers Sicht beleuchtet. Ich habe auch dieses gelesen und war sehr enttäuscht. Vor allem hinsichtlich der meisten Ereignisse nach dem Ende von „Vom Winde verweht“. Es werden Inhalte thematisiert, die auch in „Scarlett“ erwähnt werden, vor allem Details zu seiner Familie, und sie weichen von den Darstellungen in „Scarlett“ ab. Natürlich kann niemand wissen, wie Margaret Mitchell die Geschichte fortgeführt hätte. Aber für mich als Leser, der eben die Fortsetzung aus Scarletts Sicht bereits kannte, waren diese Details einfach falsch und damit das Lesevergnügen hinfällig. Das meiste davon weiß ich auch nicht mehr detailliert, nur diese eine Szene bezüglich Rhetts Schwester ist als fehlerhaft in meiner Erinnerung gespeichert. Sehr schade, denn ich hatte mich durchaus auf seine Sicht gefreut.

 
Ich bin sicher, dass ich „Vom Winde verweht“ und „Scarlett“ noch so einige Male lesen werde. Scarlett selbst wird für mich immer eine meiner liebsten Protagonistinnen bleiben, selbst wenn sie viele Seiten hat, die ich nicht gutheiße.

 
Kennt ihr das Original?
Und vielleicht auch eine oder sogar beide Fortsetzungen?
Wie hat euch die Geschichte gefallen?

 
Bis denne ☆

Autorenname, Klappentext und Erwartungen

 
Ich möchte vorweg sagen, dass ich mit diesem Beitrag niemanden kritisieren möchte, weder die Autorin noch die Leser. Und ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch stellvertretend für viele andere steht, es ist nur einfach gerade mein Beispiel. Ich war überrascht und habe mir Fragen gestellt, die ich hier teilen möchte.

 
Nachdem ich „Nachtblumen“ von Carina Bartsch beendet hatte, habe ich auf Amazon in die Rezensionen geschaut. Das mache ich manchmal und war einfach neugierig auf die Meinung anderer Leser.
Dabei aber so viele negative Kritiken zu finden, die sich einfach nur auf einem unerwarteten Inhalt aufbauten, hat mich überrascht.

 
Die Autorin hat im Vorfeld zwei weitere Bücher veröffentlicht, die anscheinend aufeinander aufbauen. Ich kenne sie nicht, habe aber den Eindruck, dass es sich dabei um eine lockere Liebesgeschichte handelt.
„Nachtblumen“ wartet nicht so direkt mit dem Thema auf. Und dies scheinen die enttäuschten Leser nicht erwartet zu haben.

 
Als ich das gelesen habe, eben auch mehrfach, war mein erster Gedanke, ob diejenigen den Klappentext nicht gelesen hätten. Dieser war für mich der Grund, das Buch zu kaufen (während mich die ersten beiden Bücher nicht ansprechen). Und für mich war daraus auch sofort erkennbar, dass es sich hierbei zumindest nicht um ein seichtes Buch handelt. Eine Protagonistin, die am liebsten unter dem Bett schläft, eine weitere Figur, die die Kälte liebt, für mich hinterließ das gleich ein Gefühl von schwerwiegenden Problemen.

 
Doch zugleich wurde mir eben bewusst, dass die Leser die vorigen Bücher sehr gemocht hatten. In Erwartung des nächsten Buches, das sich mit einer ähnlichen Thematik befasst, das genauso toll wird, saßen sie vermutlich da und haben auf den Erscheinungstermin gewartet. Und wurden eben doch mit etwas anderem konfrontiert.

 
Und das hat mich zu dem Gedanken geführt, ob Autoren tatsächlich mit jedem Abweichen von einem Genre sofort zu einem Pseudonym greifen sollten. Was nach sich ziehen kann, dass die bisherige Fangemeinde fehlt, die für den Verkaufsstart nicht nebensächlich ist.

 
Mir persönlich ist es egal, ob ein Autor schon in verschiedenen anderen Genres geschrieben hat. Ich lese für jedes Buch den Klappentext, vielleicht auch die Leseprobe, um zu entscheiden, ob mich die Geschichte interessieren könnte. Aber das muss nicht für jeden anderen Leser gelten.

 
Wie macht man es als Autor dann aber richtig? Trotzdem bei dem einen Namen bleiben und höchstens bei sehr großem Abweichen auf ein Pseudonym ausweichen?
Die Kritik ignorieren und stattdessen weitermachen, denn der Klappentext zeigt durchaus, dass sich dieses Buch vom vorigen unterscheidet?

 
Wie geht ihr mit Büchern um?
Lest ihr jeden Klappentext und entscheidet je nach Buch?
Oder lest ihr jedes Buch von bestimmten Autoren, egal worum es darin geht?

 
Bis denne ☆

Wie ich mit nur einem Notizbuch auskomme

 
Wann immer ich Autoren nach Notizbüchern frage, besitzen die meisten von ihnen unzählige. Sie lieben sie und können nicht auf sie verzichten.
Für jedes Projekt gibt es ein neues, alles schön ordentlich und übersichtlich.

 
Das habe ich auch versucht, sogar recht lange.
Aber immer wieder hatte ich kein Notizbuch dabei, wenn ich es brauchte und schleppte daraufhin wochenlang sinnlos mehrere durch die Gegend.
Meine häufigsten Fragen an mich selbst waren wohl: Welches Notizbuch stecke ich am besten ein? An welchem Projekt werde ich unterwegs wohl arbeiten? Warum habe ich gerade dieses eine nicht eingesteckt, das ich jetzt brauche?

 
Mich hat dieses System überhaupt nicht zufriedengestellt.
Einerseits schreibe ich kein ganzes Buch für ein Projekt voll, da ich nur handschriftlich notiere, wenn ich unterwegs plotte oder teilweise zu Beginn eines Projektes die ersten Ideen auf Papier banne, was für gewöhnlich auf zwei Blanko-A4-Seiten passt. Die Bücher haben sich gestapelt, wurden nie voll und meist lagen sie nur zu Haus rum.

 
Bis ich mein für mich funktionierendes System gefunden habe, das weit über meine Schreibprojekte hinausreicht.

 
Zu allererst: ich liebe Hardcover-Ringbücher.
Warum? Weil ich überall in sie schreiben kann. Ich brauche keine Unterlage, denn diese bringt das Hardcover mit sich. Ich bekomme in der Bahn keinen Sitzplatz, will aber die Idee sofort festhalten? Aufschlagen, auf einem Unterarm positionieren und schreiben. Früher habe ich das auch für das reine Schreiben erprobt, heutzutage bin ich einfach zu faul fürs Abtippen im Anschluss und mache das eigentlich nur zu Haus.
Außerdem lassen sich Ringbücher einfacher blättern, ich kann in ihnen besser schreiben. Bevorzugt umfassen sie aber nicht mehr als 80 Seiten oder wie der Standard auch aussieht (also nicht diese dicken mit weit über 100 Seiten, die nutze ich notfalls auch, aber nicht so gern, sie sind schwerer und auf dem Tisch schreibt es sich am Rand ungünstig, weil der Abstand zwischen Block und Unterlage so groß ist und die Hand nicht gut aufliegen kann).

 

Mein System:

Ich schreibe einfach alles in ein Buch.
Ja, das pure Chaos.
Ich habe ein Buch, in dem ich alles finde. Ich muss nur eines einpacken und habe alles dabei, egal, was mir gerade in den Kopf kommt.
Ob nun Plotideen, erste Strukturübersichten, Umbauideenskizzen für meine Wohnung, die Planung für diesen Blog, Mitschriften bei der Online Autorenmesse im letzten Jahr, auch mal eine handschriftliche Rohfassung für das Schreibmeer und so vieles mehr, all das findet sich in diesem einen Buch.

 
Ich beginne immer auf der rechten Seite mit dem Schreiben. Anschließend fülle ich die Rückseite mit demselben Thema. Ist so eine Seite noch nicht voll, aber ich möchte etwas für einen neuen Gedanken aufschreiben, beginne ich ein neues Blatt. So kann ich später schauen, was ich aufheben möchte und die entsprechenden Seiten raustrennen und dann wiederum zusammenhängend abheften oder anderweitig wegsortieren.

 
Im Buch ist also alles chaotisch durcheinander notiert, doch wenn ich die Blätter löse, lassen sie sich problemlos zueinander sortieren und daraus dann auch eine übersichtliche Ablage erschaffen.

 
Nach welchem System notiert ihr?
Habt ihr diese Variante schon einmal ausprobiert?
Oder fühlt ihr euch nur mit einer klaren Trennung wohl?

 
Bis denne ☆

Sommer, Sonne und Autoren

 
Es ist Sommer.
Das hat mittlerweile sicher jeder mitbekommen.

 
Für mich ist das die tollste Zeit des Jahres. Es ist warm, die Sonne scheint und damit erhöht sich bei mir alles ins Positivere.
Und während fast jeder der Hitze langsam überdrüssig ist, beschwere ich mich nicht. Das heißt nicht, dass sie für mich nicht anstrengend ist, aber ich weigere mich zu jammern, weil endlich Sommer ist.

 
Ich tue das in jeder anderen Jahreszeit. Ich mag keine Kälte und friere schnell. Ich brauche endlos viel Kleidung, gerade im Winter, Ewigkeiten, um mich an- und wieder auszuziehen.
Geht es im Sommer über die 25 Grad hinaus, vor allem ab 28 Grad, ist für mich die Welt in Ordnung.

 
Letztes Jahr sah es überwiegend so aus, dass es am ersten Tag wärmer wurde, die Luft aber noch zu kalt war (für mich). Der nächste Tag war toll, am darauffolgenden wurde es bereits wieder kalt (gern mit einsetzendem Regen ab dem Nachmittag). Immer hoch und runter. Kaum mal eine konstante warme Strecke am Stück.

 
Deswegen bezeichne ich dieses Jahr als Sommer, der endlich stattfindet. Weil das für mich letztes Jahr nichts mit Sommer zu tun hatte.

 
Mir ist trotzdem bewusst, dass es viel zu trocken ist. Dass es mittlerweile sehr lange heiß ist. Und dass es Menschen gibt, die darunter leiden. Wie ich im Winter. Oder generell bei ständig grauem Wetter. Bei tiefem Luftdruck oder allgemein bei Schwankungen. Bei schwülem Wetter.

 
Allerdings bleibe ich von gewissen Auswirkungen auch nicht verschont und dies wirkt sich wiederum auch auf meine Produktivität aus.
Ich wohne recht ungeschützt. Von Sonnenaufgang bis 13:00/14:00 Uhr habe ich die Sonne komplett auf meiner Wohnung zu stehen, deren Fenster nur zu einer Seite gehen.
Seit Tagen habe ich hier beim Aufstehen 32, manchmal sogar fast 33 Grad drin. Und an Tagen mit 37 Grad draußen kann ich vor 20:00/21:00 Uhr das Fenster nicht öffnen und sitze in der warmen Wohnung.

 
Dennoch bleibe ich dabei, dass ich darüber nicht schimpfe.
Denn es ist Sommer.

 
Nur bin ich eben auch wirklich träge, arbeite an Projekten höchstens das Nötige, wenn überhaupt. Auch wenn ich eine recht hohe Konzentration habe und gerade in der Anfangsphase, in der ich bereits viele Aussagen über einen Mangel daran bei anderen Autoren gelesen habe, hat mich dieser Zustand irgendwann auch erreicht.
Genau so sieht es derzeit bei mir also aus. Ich mache recht wenig, vor allem nur das, was zwingend gemacht werden muss und sitze so viel es geht still rum.
Ich sehe jetzt schon, dass meine Statistiken für diesen Monat nicht sehr hoch sein werden (die vom Juli habe ich mir noch gar nicht angeschaut, auch die könnten vielleicht etwas davon betroffen sein).

 
Wer von euch mag das Wetter trotz der Einschränkungen?
Oder wer mag zumindest den Sommer an sich?
Wie verbringt ihr ihn?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Juli

 
Nachdem der Juni gerade einmal ein Buch beinhaltete, habe ich im Juli wieder ein bisschen mehr gelesen. Nicht sehr viel, aber mehr.

 
Den Anfang hat natürlich „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo gemacht, das ich endlich beendet habe. Im Grunde habe ich mich auch nur jeden Tag hingesetzt, damit ich das Buch endlich zur Seite legen kann, ohne es abzubrechen.
Ja, ich bin auch bis zum Ende nicht davon zu überzeugen gewesen. Was sehr schade ist.
Die Idee selbst ist gut, auch wenn es sehr lange gedauert hat, bis die Geschichte in Fahrt gekommen ist. Die Figuren waren sehr gut ausgearbeitet und greifbar und ich mochte sie durchaus gern. Ebenso liebe ich das Magiesystem der Grischa. Es gab für mich ein paar kleine Stirnrunzler für plötzliche Technikkenntnisse, die überraschend daherkamen (ein Panzer und diesen gleich bedienen, während vorher nur von Pferden die Rede ist, chemische Begebenheiten, während auch sonst die Andeutungen in der Richtung fehlten, das hatte etwas von modernen Einschlägen in einer Welt, die sonst keinerlei Eindruck davon vermittelt hat), aber diese hätten für mich dem Buch nicht geschadet.
Das große Problem ist für mich der Stil. Zu Beginn fiel das nicht auf. Doch irgendwann kamen ständig Rückblenden. Natürlich ist es wichtig die Vergangenheit einfließen zu lassen, wenn sie für die Geschichte wichtig ist. Aber es wird nicht umsonst von zu vielen Rückblenden abgeraten. Und sie dann sinnvoll zu platzieren. In dieser Geschichte tauchen sie ständig auf, unterbrechen jedes Mal die Spannung und haben dadurch für mich alles kaputt gemacht.
Mich interessiert inhaltlich, wie es weitergeht, gerade bei dem Ende. Aber ich werde nicht weiterlesen, denn ich erwarte dieselben Probleme und habe keine Lust darauf. Dann lasse ich mir das lieber erzählen oder lese ausführliche Rezensionen dazu. Damit kenne ich den Inhalt auch, muss mir aber das, wofür ich das Buch gern zur Seite gelegt hätte, nicht mehr antun.
Ich hatte mehrfach gelesen, dass es nach der Hälfte besser wird, aber so habe ich das nicht empfunden. Bis kurz vor Schluss blieb es störend und deswegen bin ich so froh, dass dieses Buch hinter mir liegt. Leider, denn ich hatte mich wirklich darauf gefreut.

 
Als nächstes stand die Federwelt auf der Liste, die Anfang Juni rauskam, gefolgt von „Was uns bleibt ist jetzt“ von Meg Wolitzer. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und dieses Buch habe ich in nur drei Tagen gelesen.
Die ersten beiden waren wundervoll, ich war komplett darin versunken und wollte immer nur wissen, wie es weitergeht. Leider hat das Ende sehr viel kaputt gemacht, ansonsten hätte dieses Buch ein Highlight werden können. Die Hintergründe der Protagonistin waren völlig konstruiert. Dass ihr Umfeld der Sache nicht vorher auf die Schliche gekommen ist und sich überhaupt die Geschichte so aufbauen ließ, war für mich im Nachhinein völlig unglaubwürdig. Erneut ist das leider schade, auch wenn mir zumindest das Lesen weit mehr Spaß gemacht hat.

 
Abschließend habe ich „Nachtblumen“ von Carina Bartsch begonnen, bin aber erst bei zwei Dritteln, weswegen dieses Buch im nächsten Monat noch einmal auftauchen wird.

 
Insgesamt bin ich damit auf über 1.000 Seiten gekommen, die eben trotz allem ein eindeutiger Fortschritt zum Vormonat sind. Oben habe ich noch gesagt, es war nicht viel mehr, was daran liegt, dass ich trotzdem nur auf 15 Tage komme, an denen ich gelesen habe. Daher hat sich das gar nicht nach so vielen Seiten angefühlt, die Zahl überrascht mich jetzt selbst.

 
Wie viel habt ihr im Juli gelesen?
Hattet ihr Highlights oder Flops dabei?
Was wollt ihr im August lesen?

 
Bis denne ☆