Das Phänomen „man“

 
Vor Jahren bin ich in einem Gespräch darauf hingewiesen worden, dass ich die ganze Zeit meine Meinung wiedergebe, doch dabei ununterbrochen verallgemeinern würde.
Seitdem geht mir diese Aussage nicht mehr aus dem Kopf. Und ich bin empfindlicher dafür geworden, dasselbe bei anderen Menschen wahrzunehmen.
Gerade in letzter Zeit häuft sich das, egal ob im privaten Umfeld oder online.

 
Die Aussagen auf dem Bild sind Vertreter dessen, was ich tagtäglich erlebe. Und dabei geht es immer um die Meinung des Sprechers. Sie trifft sicher auch auf andere Menschen zu, das will ich nicht absprechen. Dennoch eben nicht zwingend auf andere. Und woher kann ich wissen, was ein anderer Mensch denkt?

 
Seit man mir meine Redeweise unter die Nase gehalten hat, fällt es mir oft auch auf, wenn ich solche Formulierungen beginne und ich versuche sie zu vermeiden. Das gelingt mir sicher nicht immer.
Gleichzeitig mag ich es überhaupt nicht, wenn vermehrt in dieser Verallgemeinerungsform mir gegenüber gesprochen wird. Ich möchte noch immer meine eigene Meinung haben. Wenn ständig nur von „man“ statt von „ich“ gesprochen wird, trifft das meiner Meinung nach einfach nicht zu.

 
Um mal ein oder zwei Beispiele aufzugreifen, wer sagt, dass man morgens produktiver ist, wenn man früher aufsteht? Wissenschaftler? Nachdem mittlerweile (meines Wissens) erwiesen ist, dass es nicht nur Lärchen, sondern eben auch Eulen gibt? Jeder Mensch ist anders. Und ich bin ganz sicher nicht produktiv, wenn ich morgens früher aufstehe. Im Gegenteil. Ich habe Probleme morgens aktiv zu sein, vor allem körperlich. Ich kann dann teils schon am PC sitzen und etwas tun, aber wenn ich zu früh aufstehe, funktioniert auch das nicht. Weswegen bei mir auch der Tipp lieber etwas früher aufzustehen, um noch zu schreiben, nicht funktionieren würde. Ich bin eher der Mensch, der zum Tagesende noch ein Konzentrationshoch bekommen kann. Das ist okay. Und ich erwarte nicht, dass andere das können. Aber ich mag eben nicht über einen Kamm mit denen geschoren werden, die perfekt am frühen Morgen arbeiten können.

 
Ein weiteres Beispiel ist eigentlich ähnlich, denn auch hier geht es um die menschliche Individualität. „Wenn man spät abends nichts mehr isst, schläft man besser.“ Nun ja, wenn ich mich daran halte, gehe ich mit Hunger ins Bett und stehe mit Hunger wieder auf. Das ist alles ärztlich durchgetestet. Weil ich eine tolle Ärztin hatte, die nicht locker gelassen hat, bis sie Ursachen kannte. Mein Blutzuckerspiegel steigt nicht so hoch, wie es normalerweise der Fall sein sollte. Zu Beginn ja (der Testzeitraum betrug zwei Stunden), denn nach der ersten Stunde war alles im Normalbereich. Nach der zweiten Stunde hätte der Wert höher liegen sollen, doch er war unverändert und fällt entsprechend früher ab. Was bedeutet, ich muss häufiger essen. Das mache ich mittlerweile seit, ich glaube, 2004. Entsprechend kleine Portionen kann ich mittlerweile auch nur noch essen. Wie dem auch sei, ich kann nicht um 18:00 Uhr essen und um 22:00 oder 23:00 Uhr schlafen gehen (mal abgesehen davon, dass das nicht meine Zeiten sind, das dient nur zur Verdeutlichung).
Darüber hinaus ist jeder Körper anders. Was für die einen gut funktioniert (beispielsweise LowCarb) kann für den anderen nicht der passende Weg sein. Gerade bei der Ernährung sind Verallgemeinerungen sehr schwierig.

 
Wie seht ihr das, ist euch das auch schon aufgefallen?
Ertappt ihr euch selbst dabei zu verallgemeinern?
Wie geht ihr damit um? Bei anderen? Aber auch bei euch?

 
Bis denne ☆

Meine Schreibsoftware

 
Wo immer Autoren heutzutage aufeinandertreffen, kommt für gewöhnlich irgendwann die Frage nach der verwendeten Software auf. So ist es auch mir oft ergangen und meine Antwort ist recht simpel.

 
Ich arbeite mit Word von Microsoft.
Warum?
Einerseits vermutlich, weil ich mit diesem Textverarbeitungsprogramm aufgewachsen bin (wenn auch nicht im wahrsten Sinne des Wortes, meinen ersten PC hatte ich mit 18).
Andererseits aber einfach, weil ich gern damit arbeite. Und weil es nach wie vor die Standardsoftware im Verlagswesen ist.
Ich könnte natürlich alternativ kostenlose Varianten nutzen, doch so ähnlich sie sein mögen, sie sind nicht Word. Seit Word vor Ewigkeiten vom normalen Menü auf das Menüband gewechselt hat, bin ich zwar nicht mehr ganz so routiniert wie früher (denn ich selbst habe eine neuere Version erst seit knapp einem Jahr, bis dahin bin ich auf meinem alten Rechner immer noch bei meiner ziemlich alten Version von 2003 geblieben). Allerdings kenne ich zu den meisten Funktionen zumindest die Bezeichnung und finde über die Suchfunktion dann eben auch, was ich brauche.

 
Selbstverständlich könnte ich mir Autorenprogramme kaufen. Und da steht Papyrus bei mir auch noch immer auf der Liste. Ob ich dann tatsächlich darin schreiben werde oder nur die Überarbeitung darin angehe, das werde ich sehen, wenn ich das Programm besitze.

 
Als einziges Programm, das unter die Autorensoftware fällt, habe ich Scrivener ausprobiert, das ebenfalls sehr verbreitet ist. Bei mir hat es keinen Anklang gefunden. Es hatte für mich keinen Mehrwert, um dafür Geld auszugeben. Damals wäre als einzig interessantes Feature der geteilte Bildschirm spannend gewesen. Heute arbeite ich mit zwei Monitoren, nein, selbst das reizt nicht mehr. Was den Plotprozess betrifft, brauche ich keine Software, ich komme nach wie vor bestens mit den Windows-Ordnern zurecht. Ich habe meine ganz eigenen Strukturen und die reichen für mich völlig aus.

 
Womit schreibt ihr?
Welche Programme habt ihr ausprobiert?

 
Bis denne ☆

Leserückblick Mai

 
Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Aber immerhin habe ich ihn lesend verbracht.

 
Wie oben zu sehen ist, haben es vier Bücher in meine Hände geschafft.

 
„Harry Potter und der Halbblutprinz“ hatte ich auf den letzten Tag im April begonnen, das Buch fiel also fast vollständig in den Mai. Genauso wie „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Womit ich die Reihe dann auch beendet habe. Im Anschluss habe ich letzte Woche mit „Das Kind in dir muss Heimat finden“ begonnen, bin aber noch nicht sehr weit. Eigentlich lese ich Bücher ungern parallel, weil ich dann eines oft vernachlässige. Aber hierbei arbeite ich mit diesem Buch und deswegen lese ich manchmal nur fünf Seiten und sitze trotzdem eine Stunde, weil ich die Abschnitte für mich selbst umzusetzen versuche. Das ist dann aber keine wirkliche Lesezeit und deswegen habe ich vorgestern noch mit „Das Lied der Krähen“ begonnen. Immerhin liegt das Buch ja auch schon ein bisschen und wartet. Jetzt, da ich mit Harry Potter fertig bin, kann ich auch mal wieder woanders hinschauen.
Und ich bin damit auf gut 1.500 gelesene Seiten gekommen.

 
Irgendwie war es komisch, das Harry-Potter-Universum zu verlassen. Und zugleich natürlich schön, diese komplette Geschichte abzuschließen. Das war ja immerhin mein erstes Mal, dass ich die Bücher gelesen habe.

 
An meiner Meinung, wieso J. K. Rowlings Stil oft so sehr gelobt wird, hat sich nichts geändert. Er ist nicht schlecht und es gab immer mal wieder ein paar schöne Stellen (hinsichtlich des Stils). Aber darüber hinaus ist er eher einfach und durchschnittlich, finde ich. Was diese Autorin wirklich auszeichnet, ist das Universum. Immer wieder hatte auch ich das Gefühl, eigentlich könnte genau das jetzt auch jeden Augenblick hier passieren, denn der Übergang der uns vertrauten Welt hin zu der, die Magie anwendet, war so fließend und im Grunde nicht vorhanden, denn die Magie funktionierte ja in unserer Welt und konnte hinter verschlossenen Türen, ohne anwesende Muggel ja eigentlich praktiziert werden, solange der Zauberer oder die Hexe eben volljährig war. Es war die totale Normalität, die wir kennen und die Magie war nicht fremd. Dieses Gefühl mochte ich unheimlich gern und das hat für mich enorm viel ausgemacht.
Für Hogwarts galt dasselbe, wobei das eben ein etwas anderes Level war, da es wenig mit unserer Welt gemein hatte.

 
Weniger gut gefallen haben mir die oft stark überzogenen Klischees. Davon gab es zu viele. Ich hätte mir da wenigstens ab und zu ein Abweichen gewünscht. Dasselbe gilt für so manche Wiederholung (ja, ich hatte bereits in Band 1 begriffen, dass Hagrid viel größer ist, nicht nur die Körpergröße, sondern eben auch seine Hände, die aber wirklich ständig so groß wiederholt wurden und das nicht nur zu Beginn eines jeden Buches). Und in ähnlicher Form hat es mich eben auch bei den Klischees gestört.

 
Trotzdem mochte ich die Bücher sehr gern, sie haben so einige Schwachstellen (und ich habe leider keine Notizen beim Lesen gemacht, weil mich das immer wieder rausreißt), aber trotzdem ist die Geschichte rund. Eben auch, weil von Anfang bis Ende Hinweise gestreut sind, die am Ende zum Tragen kommen.

 
Ich weiß, dass ich damit im Grunde nichts Neues erzähle, aber für mich war es genau das. Neu. Selbst wenn ich die Filme kannte. Gerade zum Ende hin, kam mir vieles nicht so richtig bekannt vor oder ich hatte es vergessen. Hinzu kommt, dass ich nicht weiß, was in den Filmen rausgelassen oder verändert wurde.

 
Und mein Lieblingsband? Bei den Filmen war es „Harry Potter und der Feuerkelch“ gewesen. Bei den Büchern war dies der Band, durch den ich mich am meisten gequält habe. Gerade der Beginn mit der Quidditch-Weltmeisterschaft zog sich so endlos, auch wenn die Situation vor Ort eine große Rolle spielte.
Bei den Büchern ist es „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ gewesen. Ich weiß nicht einmal wieso, aber den Band mochte ich am meisten.

 
Welches ist euer Favorit?
Und was habt ihr im Mai gelesen?

 
Bis denne ☆