Meine gelesenen Schreibratgeber

Wer schreibt und veröffentlicht, sollte sein Handwerk beherrschen, so lautet wohl eine gängige Aussage.
Dem stimme ich absolut zu.
Doch wie erlernt man das Handwerk?
Meiner Ansicht nach, indem man sich mit der Theorie befasst, die man wiederum in die Praxis umsetzt. Dabei ist natürlich nicht jedes einzelne Werkzeug für jeden geeignet. Aber um für sich feststellen zu können, was zu einem passt, muss man es überhaupt erst einmal kennenlernen.

 
Manche beherrschen die Theorie einfach durch Lesen. Aber meiner Ansicht nach sind das die Wenigsten. Und ich denke, das ist es, was man als Talent bezeichnen kann. Die einen tragen das Handwerk quasi einfach in sich, andere müssen es sich Stück für Stück aneignen. Üben müssen sie alle, denn Talent allein verhilft nicht zu guten Büchern.

 
Um mir das Handwerk anzueignen – denn ich betrachte mich nicht als einen derjenigen, die großzügig mit Talent gesegnet sind -, habe ich zuerst online gelesen, bin aber darüber auch zu Schreibratgebern in gedruckter Form gekommen. Auch heute noch nutze ich das alles: Schreibforen, Blogs/Webseiten, Podcasts und natürlich den Austausch mit anderen Autoren auf Social-Media-Plattformen.

 
Im Laufe der Zeit haben sich bei mir ein paar wenige Bücher angesammelt, die ihr oben auf dem Bild sehen könnt. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass die oberen beiden sogar noch verpackt sind. Ich habe es einfach noch nicht geschafft, sie zu lesen, abgesehen von den Auszügen, die sich regelmäßig in der „Federwelt“ finden, wobei ich diese auch erst seit einem Jahr abonniert habe. Auch diese Zeitschrift könnte man dazu zählen, wobei es da um weit mehr als nur das Schreibhandwerk geht.

 
Die ersten beiden Ratgeber, die in meinem Regal standen, waren „Drei Seiten für ein Exposé“ und „Vier Seiten für ein Halleluja“ von Hans Peter Roentgen. Im ersten Anlauf 2014 bin ich damit überhaupt nicht warm geworden. Im Nachhinein glaube ich, dass ich damals einfach noch nicht weit genug dafür war. Als ich sie im letzten Jahr in die Hand genommen habe, konnte ich sie zügig lesen und habe das sehr gern gemacht. Noch immer finde ich beide sehr empfehlenswert. Anhand von Beispieltexten werden verschiedene Handwerkskniffe besprochen und am Ende jedes Themas gibt es eine Aufgabe, die man machen kann. Einmal eben allgemein auf das Romanschreiben bezogen, einmal hinsichtlich des Exposés, auch mit kleinen Ausflügen zum Thema Pitch und Klappentext.

 
Auf dem Stapel liegt noch ein weiteres Buch von Hans Peter Roentgen, „Spannung – Der Unterleib der Literatur“. Es ist nach demselben Prinzip gestaltet. Anders als die ersten beiden Bücher ist dieses im Selbstverlag erschienen und ich vermute hier einige Auffälligkeiten in der Gestaltung. Querverweise zum Anhang sind farblich anders gestaltet, selbst wenn sie eine Überschrift darstellen, was ich sehr ungünstig finde. Der Buchsatz stimmt an manchen Stellen nicht, denn mitten auf der Seite endet der Text, das Kapitel jedoch nicht. Das tut dem Inhalt aber erstmal keinen Abbruch.
An diesem Punkt hat mich eher gestört, dass vieles, das ich bereits aus den anderen beiden Büchern kannte, erneut aufgegriffen wurde und ich mich gefragt habe, wozu das erneut in einem Buch erwähnt werden musste. Das Buch hätte eindeutig dünner sein können. Inwiefern das etwas an dem Preis geändert hätte, habe ich nie nachgeprüft. Dennoch hatte ich mir mehr versprochen, einfach aufgrund des Umfangs. Aus diesem Grund wird vermutlich auch kein weiteres Buch des Autors mehr bei mir einziehen, was nicht bedeutet, dass ich seine Schreibtipps nicht mag, ganz im Gegenteil.

 
Die anderen von mir gelesenen Bücher sind englischsprachig, denn da ist das Angebot weit größer.

 
„How not to write a novel“ von Sandra Newman und Howard Mittelmark war nicht mein Fall. Ich denke, es liegt dabei ein bisschen an der Sprachbarriere. In jedem Abschnitt werden Beispiele herangezogen, es gibt ebenfalls einen Textausschnitt, der zeigt, wie man es nicht machen sollte. Leider gab es immer wieder Vokabeln, die mir nicht vertraut sind (obwohl ich bereits zuvor Romane auf englisch gelesen habe und mich daran nicht störe), weswegen ich teils den Witz nicht verstanden habe. Wer da bewanderter ist als ich, sollte das Buch dennoch gern mal austesten, ich habe bereits auch begeisterte Stimmen dazu gehört. Andere waren danach verunsichert, weil in dem Buch so viele Möglichkeiten aufgeführt sind, die man nicht machen sollte, dass sie sich fragen, wie sie überhaupt noch schreiben sollen. An diesem Punkt kann ich nur sagen, nehmt das Ganze nicht zu ernst. Es geht vor allem darum, sich bewusst zu sein, was man als Autor tut und vielleicht auch gezielt „Fehler“ zu machen. Dann werden sie zum Stilmittel. Aber auch hier muss man eben erst einmal wissen, was sogenannte Schreibregeln sind, um sie dann sinnvoll brechen zu können.

 
Die beiden Thesauri von Angela Ackerman und Becca Puglisi habe ich nur teils gelesen. „The emotional thesaurus“ habe ich eigentlich nur durchgeblättert, „The negative trait thesaurus“ enthielt mehr interessante Aspekte, die ich lesen konnte. Der erste besteht eigentlich nur aus Aufzählungen von Emotionen.
Der zweite enthält eine Liste negativer Charaktereigenschaften, verdichtet sie aber im Anschluss auch noch, was ich als interessanten Aspekt betrachtet und deswegen auch gelesen habe.
Ansonsten eignen sich diese Bücher eher dafür, um sie zur Hand zu nehmen, wenn man seine Charaktere entwickelt und schauen möchte, was im Rahmen der Figuren zur abwechslungsreichen Gestaltung funktionieren kann, ohne dass es erzwungen wirkt. Sich einfach nur hier oder da eine Eigenschaft herauszupicken, ist damit allerdings nicht gemeint.

 
Abschließend kommt hier mein absoluter Favorit „Writing for emotional impact“ von Karl Iglesias. Ein Buch, das sich eigentlich an Drehbuchautoren wendet, doch von dem auch Romanautoren sehr profitieren können.
Anhand von Filmbeispielen wird aufgezeigt, wie wichtig die Emotionen der Charaktere sind, um den Leser (im Buch ist damit die Produktion gemeint, bei der der Autor sein Drehbuch einreicht, aber beim Roman ist das erst der Verlag und später – oder beim Selbstverlag auch gleich – der Leser) in den Bann der Geschichte zu ziehen.
Wer sich an englischsprachige Bücher herantraut (auch hier fiel mir das Lesen nicht total leicht, ich habe ebenfalls nicht alle Filmbeispiele verstanden, aber da es zu jedem Abschnitt mehrere gab, war zumindest immer eines aufgeführt, anhand dessen ich die jeweilige Technik verstanden habe), sollte sich unbedingt dieses Buch anschauen.

 
Mehr Ratgeber in Buchform habe ich bislang nicht gelesen (nein, das stimmt nicht ganz, da kommt gleich noch eine Ergänzung) und im Augenblick habe ich auch keine weiteren Anschaffungen geplant. Die beiden Bücher von Diana Hillebrand möchte ich aber natürlich noch lesen, sonst hätte ich sie mir nicht gekauft. Die Auszüge aus der „Federwelt“ sind jedenfalls vielversprechend. Dennoch kann ich die Bücher bislang nicht einschätzen und nenne deswegen als Empfehlung auf dem deutschsprachigen Markt eindeutig Hans Peter Roentgen, zumindest die beiden im Verlag erschienen Bücher (inhaltlich war ja auch „Spannung“ gut, für mich war es nur zu viel Wiederholung, wer also lieber damit einsteigen möchte, ist ebenfalls gut bedient).

 
Und wer sich fragt, warum ich Stephen Kings „Das Leben und das Schreiben“ nicht aufgeführt habe, dann liegt es daran, dass ich sein Buch nur geliehen hatte und nicht sehr warm damit geworden bin.
Ich bin kein Leser von King-Büchern, was in erster Linie am Genre liegt. Dennoch war ich vor ein paar Jahren neugierig auf das Buch. Es ist ja kein reiner Ratgeber, was ich schade finde, denn die Auszüge aus gerade seiner Kindheit waren mir teils viel zu detailliert und ich dachte nur, das will ich nicht wissen (too much information).
Sein Werdegang war interessant und der Vergleich mit einem Handwerkkoffer gefiel mir. Soweit erschien mir das Buch eine ganze Weile gut, bis King sich selbst widersprach (er sagte vorher, dass es egal sei, ob man Plotter oder Pantser ist). Er schreibt im Buch, dass nur bei denjenigen, die ohne zu planen ein Buch schreiben, eine organische Geschichte entstehen könne. Alles andere würde immer konstruiert klingen. Und an dem Punkt hatte das alles seinen Reiz und seine Glaubwürdigkeit verloren.
Ich sage nicht, dass er keine guten Bücher schreibt (ich kann das nicht beurteilen, auch wenn ich sehr konträre Aussagen gehört habe). Aber diese Einseitigkeit hat mir seinen Ratgeber absolut nicht sympathisch gemacht. Ich halte mich deswegen einfach an andere, jeder muss seine Favoriten für sich finden.

 
Habt ihr denn schon Ratgeber gelesen?
Welche waren es und wie haben sie euch gefallen?

 
Bis denne ☆

Mein Camp-NaNo-April-Fortschritt

Seit mittlerweile fast drei Wochen läuft das Camp NaNo für diesen April und so langsam erreiche ich mein durchschnittliches Soll.

 
In den ersten Tagen des Monats habe ich gar nichts gemacht, dann war ich ein bisschen dabei, nur um danach eine weitere Woche nichts in meinen Count einzutragen.
Das liegt daran, dass ich viel zu tun hatte und es mir dementsprechend schwer fiel, mich überhaupt ranzusetzen. Kein Wunder, nachdem ich im März auch schon nicht sehr viel gemacht hatte.

 
Immerhin bin ich jetzt seit ein paar Tagen wieder dabei. Und ich habe ja extra ein ziemlich niedriges Ziel gewählt. Wenn ich so weitermache wie jetzt, werde ich das auf jeden Fall übertreffen, aber ob dem wirklich so sein wird, weiß ich nicht. Und so wie ich das vom letzten Camp in Erinnerung habe, kann das Ziel auf der offiziellen Seite nur noch bis morgen geändert werden.
Normalerweise bin ich zum jetzigen Zeitpunkt schon weiter gewesen und habe dann auch das Ziel angepasst. Dieses Mal werde ich wohl davon absehen. Ob ich noch wirklich über mein Ziel hinaus schieße oder nicht, ich habe keine Ahnung.

 

Warum ist mir das eigentlich alles so egal?

Das ist es eigentlich nicht mal, es hat aber vermutlich den Anschein.
Aber ich habe gemerkt, dass ich mich mit dem täglichen Zwang etwas zu tun, derzeit zu sehr unter Druck setze, was irgendwann darin resultiert, dass ich tage- oder wochenlang gar nichts mache. Ich arbeite deswegen eher daran, mich soweit stabiler zu fühlen, um darauf aufbauend auch wieder täglich an meinen Projekten zu arbeiten. Wenn das läuft, kommt der Rest von ganz allein. Und ich kann es eigentlich gar nicht erwarten, dass es wieder so ist.

 

Und was war sonst so los?

Zum einen war da der Artikel fürs Schreibmeer, der morgen von mir erscheinen wird. Der hat es nämlich auch gerade auf den letzten Drücker ins Lektorat geschafft und selbst mit der Überarbeitung war ich dann spät dran.
Hinzu kamen ein Arzttermin durch die halbe Stadt und ein anschließendes Treffen mit der lieben Mika.
Außerdem ein Tierarzttag, da es mal wieder Narkose zur Zahnsteinentfernung hieß (es gab nie Probleme damit, bis die Nieren nicht mehr ganz okay waren und seitdem kein stückiges Futter mehr geht, es muss alles ganz fein sein und dadurch fehlt das „Zähneputzen“). An diesen Tagen habe ich keine Ruhe, selbst wenn ich gar nicht die ganze Zeit beim Tierarzt sitze.
Abschließend dann auch noch das Kirschblütenfest in den Berliner „Gärten der Welt“ und die wunderschönen japanischen Kirschbäume, von denen das obige Foto auch stammt. ♥ Es war ein wundervoll warmer Tag mit einer lieben Freundin und schönen Eindrücken, obwohl es ziemlich voll war, was nicht so meins ist.

 
Das alles hat ausgereicht, um mich eine ganze Woche auszubremsen, doch zumindest teilweise war es das auch einfach wert (der Tierarztbesuch ja eher nicht, auch wenn er unglaublich wichtig war, denn unbehandelt, belastet das die Nieren noch viel mehr, nur falls sich jemand fragt, warum ich bei der Krankheit eine Narkose riskiere, leider ist das absolut nötig).
Jetzt wird es hoffentlich wieder etwas ruhiger.

 
Wie kommt ihr voran, sofern ihr denn teilnehmt?
Und wenn nicht am Camp, wie läuft es sonst mit euren Projekten?

 
Bis denne ☆

Erste Buchkäufe 2018

Als ich diesen Blog geplant habe, habe ich auch an regelmäßige Posts zu Bücherkäufen gedacht. Doch ich muss feststellen, dass ich bislang nicht einmal monatliche Käufe auflisten könnte. Deswegen lege ich mit diesem Beitrag erst einmal den Fokus auf die Bücher, die ich seit Jahresbeginn gekauft habe.

 
Es sind nämlich gerade einmal zwei Bücher.
Das liegt daran, dass ich im letzten Jahr für meine Verhältnisse sehr viele Bücher gekauft habe. Eigentlich waren es nur 41, doch für mich ist das sehr viel an gekauften Büchern in einem Jahr. Hinzu kamen auch noch geschenkte Bücher und ich bin kein Vielleser. Aus diesem Grund wollte ich den Kaufkonsum für dieses Jahr zurückhalten und erstmal lesen, was noch im Regal steht. Es gibt einzelne Bücher, die ich trotzdem kaufen werde, sobald sie erschienen sind, aber im Großen und Ganzen möchte ich mich auf meinen SuB konzentrieren.

 
Trotzdem sind zumindest die beiden Bücher auf dem Bild neu.
Liza Grimms „Die Götter von Asgard“ habe ich mir noch kurz vor der LBM gekauft, als es hier im Thalia auslag, und mir dann auch auf der Messe signieren lassen.
„Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl ist erst ganz frisch bei mir eingezogen, das würde also in einen April-Rückblick fallen und ich hätte jetzt nur ein Buch posten können.

 
Bislang sind beide Bücher noch nicht gelesen, auch wenn die Götter schon seit ungefähr einem Monat bei mir wohnen, ich bin mit Harry Potter noch immer nicht fertig und die Reihe hat weiterhin Vorrang. Wobei mir das gerade für das Sachbuch nicht ganz so leicht fällt. Aber ich schaffe es so selten, Bücher parallel zu lesen.

 
Eigentlich hätte ich gern mehr Bücher präsentiert, gleichzeitig freue ich mich, dass ich es bislang wirklich geschafft habe, mich an mein Vorhaben zu halten.

 
Wie geht ihr damit um? Kauft ihr häufig Bücher und vergrößert euren SuB oder baut ihr ihn auch erst einmal ab?

 
Bis denne ☆

Leserückblick März und #redmylips

Ich fasse in diesem Beitrag zwei Themen zusammen, denn mein Leserückblick ist so verschwindend gering, dass sich ein Beitrag dafür allein nicht lohnt. Außerdem finde ich das andere Thema wichtig und da es sich auf den April bezieht, will ich nicht später darüber schreiben.

 

Leserückblick

Ich habe im März fast gar nicht gelesen. Vor der Messe lief bei mir auf vielen Ebenen sehr wenig und danach kamen Dinge auf mich zu, mit denen ich nicht gerechnet habe. Dennoch habe ich dann zumindest auf die letzten Tage endlich mal die erste „Federwelt“-Ausgabe dieses Jahres in die Hand genommen (nachmittags angefangen, abends die nächste aus dem Briefkasten gefischt). Und genau das war es auch schon, wobei ich sie nicht mal im März beendet habe, sondern erst am 01.04.

 
 
Und damit habe ich gerade mal ein paar wenige Wörter getippt, aber das war es tatsächlich schon zum eigentlich für heute angedachten Beitrag.
Deswegen wechsele ich jetzt das Thema.

 
 

#redmylips

Habt ihr davon schon mal gehört?

 
Ich bin im Januar oder Februar auf Twitter über diese Kampagne gestolpert und fand sie sofort interessant. Auf Red My Lips könnt ihr alles dazu lesen.
Worum es geht, zitiere ich einfach mal.

 

We run a month-long global lipstick-wearing campaign every April (Sexual Assault Awareness Month) where supporters from around the world join together to speak out against rape myths and victim-blaming, demonstrate solidarity and support for ALL survivors, and raise awareness and funds.

 
Im Grunde gibt es dazu nichts weiter zu sagen, aber mir ist es wichtig, das Thema hier zu erwähnen. Je stärker es sich verbreitet, je stärker sich die Absicht hinter dieser Kampagne verbreitet, desto besser ist es.

 
Zusätzlich möchte ich auf einen anderen Blogbeitrag verweisen, der sich dem Thema auf sehr persönliche Weise widmet. Schaut bitte unbedingt bei Mareike vorbei: Rape Culture won’t get me down – #redmylips.

 
Seid ihr bei #redmylips auch dabei?
Und was habt ihr im März gelesen? Was lest ihr im Moment?

 
Bis denne ☆